(Milwaukee / USA) – BP Ventures, die Investmentabteilung des Energiekonzerns BP, hat gemeinsam mit Clean Energy Ventures, Mitsubishi Heavy Industries und GVP Climate eine Finanzierungsrunde von Advanced Ionics mit 12,5 Millionen Dollar (11,5 Millionen Euro) bedient. Das in Milwaukee, US-Bundesstaat Wisconsin, beheimatete Unternehmen arbeitet an der Entwicklung einer „Symbion“ genannten Elektrolyseurtechnologie für die Schwerindustrie.

Mehr als 70 Prozent der Kosten für die Produktion von grünem Wasserstoff entfielen auf den Stromverbrauch, erklärt Advanced Ionics. Der Elektrolyseur des Unternehmens trage dazu bei, den Strombedarf zu reduzieren. Das Gerät werde in industrielle Standardprozesse integriert, um die Prozesswärme zu nutzen.

Wasserstoff für weniger als einen Dollar

„Die Fortschritte, die wir gemacht haben, reduzieren die üblichen Stromkosten um 20 bis 50 Prozent auf einen Verbrauch von nur 30 bis 40 Kilowattstunden pro Kilogramm Wasserstoff“, sagte Chad Mason, CEO von Advanced Ionics, im März. Bei herkömmlichen Elektrolyseuren sind bislang 50 Kilowattstunden und mehr üblich. Auch seien die Gerätekosten niedriger. Das System bestehe aus Stahl und „anderen einfachen Materialien anstelle von teuren Metallen oder Materialien, die sonst eingesetzt werden“, so das Unternehmen. Damit strebe man die Produktion von grünem Wasserstoff für weniger als einen Dollar pro Kilogramm an.

Advanced Ionics will die nun eingeworbenen Mittel dazu verwenden, das Team zu erweitern und seine Elektrolyseursysteme der nächsten Generation an erste Kunden zu liefern. Die Wirksamkeit der „Symbion“-Technologie werde bereits durch eine Pilotstudie unter Beweis gestellt, die von der Repsol Foundation finanziert wird, dem Investmentarm des spanischen Mineralölunternehmens Repsol.

Auch BP werde Möglichkeiten für Pilotanwendungen untersuchen, erklärte der Konzern. „Advanced Ionics hat das Potenzial, die Kosten zu senken und den Wasserstoffmarkt zu revolutionieren“, sagt Gareth Burns, Vizepräsident von BP Ventures.

Hysata produziert bereits

An der Kostensenkung forschen und arbeiten derzeit auch andere Hersteller. So hat vor wenigen Tagen der australische Elektrolyseurhersteller Hysata Pty Ltd eine Produktionsstätte in Port Kembla eröffnet. Nach Unternehmensangaben haben die Geräte einen „außergewöhnlichen Wirkungsgrad“ von 95 Prozent. Der Strombedarf liege bei 41,5 Kilowattstunden pro Kilogramm Wasserstoff – die aktuell niedrigsten Stromgestehungskosten für solche Produkte.

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Advanced Ionics bekommt 12,5 Millionen Dollar zur Weiterentwicklung seiner Symbion-Elektrolyseurtechnologie. Damit sollen die Produktionskosten auf einen Dollar pro Kilogramm Wasserstoff sinken. © BP