Strategien Bundesländer

Baden-Württemberg (Stuttgart) – 12/2020

Wasserstoff-Roadmap Baden-Württemberg

In Kürze
Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat im Dezember 2020 eine „Wasserstoff-Roadmap“ beschlossen. Insgesamt sind 29 Einzelmaßnahmen aufgelistet, die gemeinsam mit Forschung, Wirtschaft und Verbänden erarbeitet wurden. Als wichtigstes Anwendungsgebiet wird der Verkehrssektor genannt, Schwerpunkt ist der Schienen- und Fernverkehr. Bei „einer ambitionierten Marktentwicklung“ für Brennstoffzellen-Pkw, -Lkw, -Züge und -Busse wird für den Mobilitätssektor in Baden-Württemberg ein Wasserstoffbedarf im Umfang von 1,7 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2030 und 12,9 TWh im Jahr 2050 prognostiziert. Derzeit sind es insgesamt jährlich etwa 1,8 TWh. Im Industriesektor stehen Raffinerien und die chemische Industrie im Vordergrund. Perspektivisch könnte Wasserstoff auch zur Erzeugung von Prozesswärme beispielsweise in der Zement-, Glas oder Papierherstellung eine Rolle spielen. Wasserstoff ist außerdem relevant bei der Stromspeicherung und als Sektorkopplungstechnologie für die Integration erneuerbaren Stroms ins Energienetz. (Stand Dezember 2020, 34 Seiten)

Ziele
Wasserstoff soll dazu beitragen, den Einsatz fossiler Energieträger in Sektoren wie Industrie, Mobilität und Energiewirtschaft umfassend zu reduzieren und damit auch die Treibhausgasemissionen zu verringern. Die Roadmap soll den Auf- und Ausbau einer Wasserstoffwirtschaft begleiten, um Baden-Württemberg „national wie auch international als führenden Standort der Wasserstoff- und Brennstoffzellenindustrie“ zu präsentieren.

Initiiert
ressortübergreifende Projektgruppe unter Federführung des Umweltministeriums

Koordination
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

Berlin (Berlin)

(wird laufend aktualisiert)

Bremen (Bremen)

(wird laufend aktualisiert)

Hessen (Wiesbaden)

(wird laufend aktualisiert)

Niedersachsen (Hannover)

(wird laufend aktualisiert)

Rheinland-Pfalz (Mainz)

(wird laufend aktualisiert)

Sachsen (Dresden) – 01/2022

Die Sächsische Wasserstoffstrategie

In Kürze
Sachsens Kabinett hat die Sächsische Wasserstoffstrategie im Januar 2022 beschlossen. Damit wird das Ziel des sächsischen Koalitionsvertrages umgesetzt, eine Wasserstoffwirtschaft mit möglichst geschlossenen sächsischen Wertschöpfungsketten aufzubauen. Die Strategie zeigt, welche zusätzlichen Maßnahmen in Sachsen über die Angebote von EU und Bund hinaus dafür benötigt werden. Ein Maßnahmenkatalog mit 24 Vorhaben unterstützt die Akteure vor Ort. Schwerpunkte liegen bei der industriellen Produktion von Elektrolyse- und Brennstoffzellensystemen, beim Bau von Power-to-X-Anlagen sowie bei Aufbau und Ertüchtigung der notwendigen Infrastruktur über die Landesgrenzen hinaus. Als zentrale Einrichtung soll eine sächsische Kompetenzstelle Wasserstoff (KH2) aufgebaut werden, die alle Wasserstoffprojekte und die Vernetzung zu Sachsens Nachbarländern und -staaten koordinieren soll. (Stand Januar 2022, 58 Seiten)

Ziele
Aufbau einer sächsischen Wasserstoff-Wertschöpfungsketten. Bis 2030 sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, grünen Wasserstoff als Energieträger zu verwenden.

Initiiert
CDU, Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Koalitionsvertrag 2019 bis 2024

Koordination
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft

Schleswig-Holstein (Kiel) – 10/2020

Wasserstoffstrategie.SH

In Kürze
Das Landeskabinett von Schleswig-Holstein hat im Oktober 2020 die „Wasserstoffstrategie.SH“ beschlossen. Das Land stellt dafür bis zum Jahr 2023 Finanzmittel in Höhe von 30 Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden können Maßnahmen zur Wasserstofferzeugung, zur Entwicklung der Wasserstoffnachfrage, der Forschung und der Infrastrukturentwicklung sowie für Konzepte und Machbarkeitsstudien. Davon sollen vor allem auch Unternehmen profitieren, die kleinere Elektrolyseanlagen installieren und neue Methoden der Wasserstoffherstellung entwickeln. Teil der Strategie ist außerdem ein Marketingkonzept, um für den Norden als Standort für die Wasserstoffwirtschaft zu werben. (Stand Oktober 2020, 36 Seiten)

Ziele
Klimaschutz, die Energiewende fortsetzen, Forschung und Entwicklung ausweiten, Wertschöpfungen, Arbeitsplätze, Wohlstand sowie gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Landesteilen schaffen

Initiiert
Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen)

Koordination
Landeskoordinierungsstelle Wasserstoffwirtschaft, WTSH GmbH

Bayern (München) – 05/2020

Bayerische Wasserstoffstrategie

In Kürze
Als Basisinfrastruktur sollen bis 2023 bayernweit 100 Wasserstofftankstellen errichtet werden. Bis 2030 soll es 400 Tankstellen mit einem Wasserstoffpreis von vier bis fünf Euro pro Kilogramm geben. Ebenfalls bis 2030 sollen rund 80.000 Brennstoffzellen-Pkw sowie 3.000 Lkw/Busse auf den Straßen sein. Bayern will führender Standort für H2-Technologien werden. Wasserstoff soll im windreichen Norden und anderen Regionen der Welt erzeugt werden, Know-how und High-Tech möchte man im Freistaat entwickeln. Zu den Umsetzungsschritten gehören eine Forschungsoffensive „H2 Hightech Bayern“, der Aufbau von Entwicklungs- und Testinfrastrukturen zur beschleunigten industriellen Skalierung und eine Förderrichtlinie für Wasserstofftankstellen, in Kombination auch für Elektrolyseanlagen und Brennstoffzellenfahrzeuge wie Busse, Nutzfahrzeuge und Lkw. Daneben werden Bayerische Wasserstoff-Modellregionen unterstützt, Demonstrationsprojekte ausgebaut und eine Wasserstoff Roadmap Bayern erarbeitet. (Stand Mai 2020, 36 Seiten)

Ziele
Die strategische Zielrichtung gliedert sich in drei Säulen: Innovation und Technologieführerschaft anstreben und weltweite Marktpotenziale erschließen; industrielle Skalierung und Wirtschaftlichkeit beschleunigen; Wasserstoffanwendungen in Verkehr und Industrie und den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur vorantreiben.

Initiiert
Vorausgegangen waren der Strategie die Gründung des Zentrums Wasserstoff.Bayern (H2.B) im September 2019 und das Bayerische Wasserstoffbündnis mit über 30 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und Verbänden.

Koordination
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Brandenburg (Potsdam) – 11/2021

Maßnahmenkonkrete Strategie für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft im Land Brandenburg

In Kürze
Im November 2021 hat das Kabinett in Brandenburg 63 Maßnahmen zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft beschlossen und Schwerpunkte für die Zeiträume bis 2030 und 2040 definiert. Diese sehen die Einrichtung eines Arbeitstools und eines Kommunikationstools vor, beide sollen Anfang 2022 starten. Beim Arbeitstool handelt es sich um einen digitalen H2-Marktplatz, der Erzeuger, Transporteure und Verbraucher zusammenbringt, um das Wachstum einer H2-Wirtschaft zu beschleunigen. Zur leichteren Vernetzung und zum Informationsaustausch wird zudem die digitale Kommunikationsplattform Brandenburg „KoopBB“ aufgebaut. Beim Einsatz von Wasserstoff in der Industrie geht es sowohl um die energetische Nutzung in strom-/energieintensiven Industriezweigen (Stahl, Chemie, Zement, Glas, Papier) als auch um die stoffliche Nutzung (Grundstoff in der Chemieindustrie oder als Reduktionsmittel in der Stahlindustrie). In der Mobilität liegt die Priorität neben dem Einsatz von Wasserstoff/Brennstoffzellen (Nutzfahrzeuge, Busse, Züge) auch auf der Nutzung für synthetische Kraftstoffe.
Den Startpunkt für die Erarbeitung der Wasserstoffstrategie bildete die H2-Potenzialstudie für Brandenburg, die das Energieministerium im Juli 2019 veröffentlichte. Mit ihr lagen erste Handlungsempfehlungen zur Wasserstoffnutzung und Ansiedlung einer Wasserstoffindustrie vor. Dem folgte das Eckpunktepapier der ostdeutschen Kohleländer zur Entwicklung einer regionalen Wasserstoffwirtschaft im Juli 2020. (Stand November 2021, 75 Seiten)

Ziele
Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und Wertschöpfung im Land Brandenburg

Initiiert
SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Beschluss der Kenia-Koalition am 17.11.2021

Koordination
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg

Hamburg (Hamburg)

(wird laufend aktualisiert)

Mecklenburg-Vorpommern (Schwerin)

(wird laufend aktualisiert)

Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf) – 11/2020

Wasserstoff Roadmap Nordrhein-Westfalen

In Kürze
Nordrhein-Westfalen will den Aufbau einer zukunftsweisenden Wasserstoffwirtschaft beschleunigen. Laut Forschungszentrum Jülich wird der Wasserstoffbedarf in Nordrhein-Westfalen bis 2050 auf 104 Terawattstunden pro Jahr steigen. 18 TWh davon könnten in dem Bundesland erzeugt werden.

Nahziele im Industriesektor: In Duisburg soll die erste große Anlage zur Erzeugung von Stahl auf Basis von Wasserstoff entstehen, im Raum Köln/Wesseling eine erste Demonstrationsanlage zur Herstellung synthetischer Kraft- und Rohstoffe. Langfristige Ziele bis 2030: Einführung von wasserstoffbasierten Anlagen in Branchen wie Glas-, Fliesen- und Ziegelindustrie sowie Gießereien; Entwicklung und Pilotierung von Verfahren für die Zementindustrie; Ausbau der wasserstoffbasierten Stahlherstellung.

Nahziel Mobilität: Mehr als 400 Brennstoffzellen-Lkw, mindestens 20 Lkw-Wasserstofftankstellen und 60 Wasserstofftankstellen für Pkw sind geplant; außerdem 500 Wasserstoffbusse für den ÖPNV und erste wasserstoffbetriebene Binnenschiffe. Bis 2030: 11.000 Brennstoffzellen-Lkw über 20 Tonnen, 200 Wasserstofftankstellen für Lkw und Pkw, 1.000 Müllfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb und 3.800 Brennstoffzellenbusse für den ÖPNV.

Nahziel Energie und Infrastruktur: 120 Kilometer neue Wasserstoffleitungen mit Anbindung an überregionale Netze; 100 Megawatt Elektrolyseanlagen für die industrielle Wasserstoffproduktion; erdgasbasierte Strom- und Wärmeerzeuger sollen in Richtung Wasserstoff weiterentwickelt werden. Bis 2030: 240 Kilometer Wasserstoffleitungen; erste Investitionen in Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen; ein bis drei Gigawatt Elektrolyseleistung. (Stand November 2020, 76 Seiten)

Ziele
bis 2050 die industriellen Prozesse in Nordrhein-Westfalen annähernd klimaneutral zu gestalten

Initiiert
k.A.

Koordination
Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie

Saarland (Saarbrücken)

(wird laufend aktualisiert)

Sachsen-Anhalt (Magdeburg)

(wird laufend aktualisiert)

Thüringen (Erfurt) – 10/2019

Wasserstoff in Thüringen

In Kürze
Thüringen hat im Oktober 2019 eine Wasserstoffstrategie vorgestellt. Bei dem von der Bauhaus-Universität Weimar ausgearbeiteten Papier handelt es sich im Wesentlichen um eine Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen und technischen Infrastruktur sowie der Struktur im Bereich Forschung des Landes. Benannt werden Akteure und Potenziale von Wasserstoffanwendungen. Im Juli 2020 hat die Landesregierung eine interministerielle Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Förderinstrumente aus der Nationalen Wasserstoffstrategie des Bundes eingesetzt. Zu den Aufgaben gehört, „Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstofftechnologien in Thüringen zu identifizieren, Schlüsselprojekte zu entwickeln und Maßnahmen herauszuarbeiten, mit denen die Landesregierung die Entwicklung von Wasserstoffprojekten ergänzend zu den Maßnahmen des Bundes unterstützen kann.“ (Stand Oktober 2019, 28 Seiten)

Ziele
Ermittlung der Ausgangslage sowie die Potenziale und Handlungsoptionen für die Umsetzung von grünen Wasserstofftechnologien und Wasserstoffinfrastruktursystemen

Initiiert
Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH

Koordination
Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz