Korea: PEM-Elektrolyseur von Vinssen für Schiffe besteht Leistungstest +++ Deutschland: Bundesregierung legt Beschleunigungsgesetz für Wasserstoffhochlauf vor +++ Deutschland: Salzgitter AG schreibt Wasserstoffbedarfe aus +++ Norwegen: Enova vergibt Fördermittel für Wasserstoff- und Ammoniakschiffsantriebe +++ Singapur: Horizon erreicht einen Wirkungsgrad von 95 Prozent mit AEM-Elektrolyseur +++ Kanada: USV mit Brennstoffzellen von Ballard +++ Deutschland: Rolls-Royce arbeitet an Wasserstoffmotor für BHKW +++ USA: Plug soll 25-MW-Elektrolyseur an europäischen Kunden liefern +++ Deutschland: Lhyfe liefert grünen Wasserstoff an die Deutsche Bahn +++ RABATT-Aktion: Ihre WERBUNG auf dem PtX-Portal

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

+++++

Inspektion von Vinssens Brennstoffzellensystem an Bord der „Tenacity“ © Vinssen Co. Ltd

(Korea) Das für den maritimen Einsatz konzipierte 60-kW-PEM-Brennstoffzellensystem (Proton Exchange Membrane) von Vinssen Co., Ltd hat eigenen Angaben zufolge die Leistungstests der Zertifizierungsorganisation Bureau Veritas (BV) bestanden. Dies sei „ein wichtiger Schritt zum Nachweis der Machbarkeit von Brennstoffzellensystemen an Bord von Handelsschiffen“, so das Unternehmen. Das Projekt baue auf der Approval in Principle (AIP)-Zertifizierung durch das Koreanische Register (KR) für seine „Maritime Fuel Cell Power Packs“ (250 kW / 100 kW) im März 2024 und September 2023 auf. Es wurde in Singapur durchgeführt in Zusammenarbeit mit Shell Singapore Pte. Ltd. (Projektträger), Seatrium Limited (Projektentwickler), Penguin International Limited (Eigentümer und Betreiber des für den Versuch verwendeten Schiffes) und Air Liquide Singapore Pte. Ltd. (Wasserstoffanbieter). Vinssen habe zudem eine Investitionsrunde in Höhe von 15 Milliarden Wong (10,1 Millionen Euro) abgeschlossen. Die Mittel seien für die Produktentwicklung, die Marktexpansion und die Rekrutierung von Personal vorgesehen. Vinssen hatte im Februar 2024 eine US-Niederlassung in Seattle gegründet, um den nordamerikanischen Markt zu erschließen.

+++++

Paul-Löbe-Haus, Berlin. © Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann

(Deutschland) Mit dem Entwurf eines Gesetzes „zur Beschleunigung der Verfügbarkeit von Wasserstoff“ (20/11899) will die Bundesregierung den Markthochlauf bis 2030 voran bringen. So sollen Vorhaben im Anwendungsbereich des Wasserstoffbeschleunigungsgesetzes grundsätzlich ein überragendes öffentliches Interesse zuerkannt sowie festgestellt werden, dass diese der Wahrung der öffentlichen Sicherheit dienen. Damit komme ihnen bei Abwägungsentscheidungen der Genehmigungsbehörden eine besondere Bedeutung zu. Dies schaffe die rechtlichen Rahmenbedingungen für den schnellen Auf- und Ausbau der Erzeugungs- und Versorgungskapazitäten. Das Gesetz soll weitere Planungs-, Genehmigungs- und Vergabeverfahren für die Erzeugung, Speicherung und den Import von Wasserstoff erleichtern. So sollen beispielsweise Höchstfristen für wasserrechtliche Zulassungen gesetzt, der vorzeitige Maßnahmenbeginn ermöglicht, Instanzenwege verkürzt, Eilverfahren beschleunigt und Prüfverfahren für Elektrolyseure vereinfacht werden.

+++++

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (rechts) hat 2023 zusammen mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (links) auf der Hannover-Messe symbolisch Fördermittel für „Salcos“ in Höhe von knapp einer Milliarde Euro an den Vorstand des Salzgitter-Konzerns Gunnar Groebler überreicht. © Salzgitter AG

(Deutschland) Die Salzgitter AG startet eine Ausschreibung für Wasserstoff für die erste Stufe ihres Transformationsprogramms „Salcos“ (Salzgitter Low CO2 Steelmaking). Der Stahlkonzern will, wie berichtet, künftig Koks aus den Hochöfen verbannen und den Stahl stattdessen mittels Wasserstoff und Lichtbogenöfen herstellen. Unternehmen könnten sich nunmehr für die Teilnahme an der Ausschreibung registrieren und im weiteren Prozess ihre Angebote unterbreiten. Die Salzgitter AG wird im Rahmen der ersten Salcos-Ausbaustufe jährlich bis zu 150.000 Tonnen Wasserstoff verwerten können. Ein Teil davon werde ab 2026 in einer unternehmenseigenen Elektrolyse mit einer Leistung von 100 Megawatt am Standort Salzgitter erzeugt. Die Anlage mit einer Produktionsmenge von rund 9.000 Tonnen pro Jahr werde derzeit auf dem Werksgelände errichtet. Die externe Belieferung mit Wasserstoff soll ab 2027 beginnen, sofern „die Anbindung an das Wasserstoffkernnetz erfolgt ist oder im Einzelfall weitere Bezugswege realisierbar“ seien.

+++++

Yara will den Linienverkehr mit ammoniakbetriebenen Containerschiffen zwischen Norwegen und Deutschland aufbauen. © Yara International

(Norwegen) Enova SF fördert die Entwicklung von neun mit Wasserstoff und sechs mit Ammoniak betriebenen Schiffen mit mehr 1,2 Milliarden Kronen (106 Millionen Euro). Eine Ausschreibung von Dezember 2023 konnten jetzt die Unternehmen Hoegh Autoliners und Amon Gas (Ammoniak) sowie Maris Fiducia, More Sjo, Napier und Halten Bulk (Wasserstoff) für sich entscheiden. Ziel der beiden Programme ist es, erste funktionierende Wertschöpfungsketten für Ammoniak und Wasserstoff für maritime Zwecke zu etablieren sowie die Hürden zur Nutzung dieser Energieträger zu verringern. Die Projekte können mit bis zu 80 Prozent der genehmigten Mehrkosten gefördert werden, bisher waren es 40 Prozent. Für den jetzt abgeschlossenen Wettbewerb wurden 45 Projekte eingereicht, darunter 13 Anträge von acht Unternehmen für das Wasserstoffprogramm und 32 Anträge von elf Unternehmen für das Ammoniakprogramm. Enova untersteht dem norwegischen Umweltministerium und vergibt in dessen Auftrag Fördermittel für den Umbau zu einer klimafreundlichen Wirtschaft. Die nächste Bewerbungsfrist für die Programme „Wasserstoff in Schiffen“ und „Ammoniak in Schiffen“ endet am 27. September 2024.

+++++

Horizon erreicht im Labor mit AEM-Elektrolyseur einen Wirkungsgrad von 95 Prozent. © Horizon Fuel Cell Group

(Singapur) Die Horizon Fuel Cell Group hat eigenen Angaben zufolge mit einem AEM-Elektrolyseur (Anion Exchange Membrane) bei der Wasserstoffproduktion unter Laborbedingungen einen Wirkungsgrad von 95 Prozent erreicht. Damit sei ein Energieverbrauch von 42 Kilowattstunden für jedes Kilogramm produzierten Wasserstoffs „in Reichweite“. Wissenschaftler hätten eine stabile Performance bei einem Elektrolysebetrieb von 0,35A/cm2 bei 1,56 V/Zelle erreicht. Diese Stromdichte sei ähnlich wie bei kommerziellen alkalischen Elektrolyseuren, jedoch werde ein um 20 Prozent höherer Wirkungsgrad „bei einer dramatisch niedrigeren Betriebsspannung“ erreicht. Dazu nutzten die Forscher unter anderem „eine neuartige Elektrodenstruktur mit großer Oberfläche und ausgezeichneter Stabilität“. Außerdem seien Iridium und Titan im Design der Stacks durch preiswertere Materialien ersetzt worden. Damit gebe es das Potenzial, das Kostenziel der grünen Wasserstoffproduktion von einem Dollar pro Kilogramm zu erreichen. Horizon beabsichtige, Ende 2024 die neuen hocheffizienten AEM-Elektrolyseure im Megawattbereich auf den Markt zu bringen.

+++++

(Kanada) Ballard Power Systems und Vertiv untersuchen neue Möglichkeiten zur Unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) bei Rechenzentren und wichtigen Infrastruktureinrichtungen. Dabei konzentrieren sich die Unternehmen den Angaben zufolge auf Leistungen von 200 Kilowatt bis hin zu mehreren Megawatt. Vertiv habe ein solches „Liebert EXL S1“ genanntes System jetzt bei einem Projekt in einer Anlage in Delaware im US-Bundesstaat Ohio integriert. Das H2-Modul basiere auf industrietauglichen Komponenten und umfasse zwei Ballard „Power Gen“-Brennstoffzellensysteme mit einer Leistung von 200 Kilowatt, die das Backup-System versorgen. Die Lösung umfasse unter anderem Kühlung und eine Wasserstoffspeicherinfrastruktur.

+++++

Kickoff-Meeting für das Verbundprojekt Phoenix, in dessen Rahmen Industrie und Forschung einen Brennstoffzellenmotor für Blockheizkraftwerke entwickeln wollen. © Rolls-Royce Power Systems

(Deutschland) Der Maschinenbauer Rolls-Royce hat im Konsortium mit fünf Unternehmen und Forschungsstellen begonnen, Wasserstoffverbrennungsmotoren für Blockheizkraftwerke (BHKW) zu entwickeln. Im Rahmen des öffentlich geförderten Projekts „Phoenix“ (Performance Hydrogen Engine for Industrial and X) soll bei einem Wasserstoffmotor erstmals die gleiche elektrische und thermische Leistung (Leistungsdichte und Wirkungsgrad) erzeugt werden wie bei aktuell verfügbaren Erdgas-BHKW im größeren Leistungsbereich bis 2,5 Megawatt. Durch die Nutzung von grünem Wasserstoff sei ein CO2-neutraler Betrieb der stationären Energieanlagen möglich. Rolls-Royce Power Systems mit Hauptsitz in Friedrichshafen hat bereits einen mit Wasserstoff zu betreibenden Gasmotor vorgestellt, der im Rahmen des Phoenix-Projekts weiterentwickelt werde. Die Beteiligten des Phoenix-Projekts entwickeln die notwendigen Komponenten für den hocheffizienten Wasserstoffmotor wie das Einblasesystem, die Kolbengruppe und das Zündsystem, ebenso wie einen ganz neuen Schmierstoff speziell für die Verbrennung von Wasserstoff. Beteilig sind der Lehrstuhl für nachhaltige mobile Antriebssysteme der TU München, der Mahle-Konzern, die Fuchs Lubricants Germany GmbH, die deutsche Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) sowie die Robert Bosch AG. Das Verbundvorhaben ist auf drei Jahre angesetzt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Projekt Phoenix mit fast fünf Millionen Euro.

+++++

(USA) Plug Power Inc. hat eigenen Angaben zufolge von einem namentlich nicht benannten „Kunden in Europa“ einen Auftrag zur Lieferung von Protonenaustauschmembran-Elektrolyseure (PEM) mit einer Leistung von 25 Megawatt erhalten. Dabei würden fünf Container mit je fünf Megawatt genutzt. Der Wasserstoff diene in erster Linie dem Auftraggeber selbst zur Dekarbonisierung des Unternehmens. Das Projekt werde in mehreren Phasen entwickelt, mit der Möglichkeit, die Elektrolyseleistung auf zwei Gigawatt zu steigern.

+++++

Lhyfe liefert Wasserstoff für Züge der Deutschen Bahn. © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

(Deutschland) Der französische Wasserstoffproduzent Lhyfe hat eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff für die Deutsche Bahn in Tübingen gebaut und betreibt diese auch. Den Auftrag hatte Lhyfe Ende 2021 erhalten (wir berichteten). Der Elektrolyseur mit einer Leistung von einem Megawatt im Innovationszentrum von DB Energie, einer Tochtergesellschaft der Gruppe, hat eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 30 Tonnen. Der grüne Strom stammt den Angaben zufolge aus dem Ökostromportfolio der Deutschen Bahn selbst. In Tübingen testet DB Energie neue Technologien für eine nachhaltige Versorgung von Schienenfahrzeugen im Projekt „H2goesRail“. Noch in diesem Jahr soll ein Wasserstoffzug des neu entwickelten Typs „Mireo Plus H“ auf einer Teststrecke in Baden-Württemberg zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim verkehren.

+++++
RABATT-Aktion: Ihre WERBUNG auf dem PtX-Portal

Foto
iStock / © Danil Melekhin