(Bussnang / Schweiz) – Der Schweizer Bahnbauer Stadler Rail AG hat den eigenen Angaben zufolge „weltweit ersten Wasserstoffzug für Schmalspurstrecken“ für den süditalienischen Bahnbetreiber Trasporti Regionali della Sardegna (ARST) entwickelt. Verglichen mit Dieselfahrzeugen sparten die zehn neuen Züge auf der ARST-Linie jährlich über 2.100 Tonnen CO2 ein.

Präsentieren die Neuentwicklung von Stadler (v.l.): Maurizio Oberti (Stadler-Verkaufsleiter für Italien), Carlo Poledrini (Zentraldirektor von ARST), Giovanni Mocci (Sole Director von ARST), Barbara Manca (Verkehrsministerin der Region Sardinien), Alessandra Silvestri (Communications Stadler), Ansgar Brockmeyer (Divisionsleiter Marketing & Sales und stellvertretender Stadler-CEO). © Stadler Rail AG

Die Fahrzeuge werden voraussichtlich ab 2028 den Flughafen Alghero an der Nordwestküste der Insel mit dem Vorort Mamuntanas verbinden, außerdem die nordöstliche Provinz Sassari mit Alghero und mit der Küstenstadt Sorso. „Die Wasserstoffzüge auf der ARST-Linie sind ein vorbildliches Beispiel für die Umwelt, die lokale Wirtschaft und den Aufbau wichtiger Kompetenzen in unserer Region“, sagt Barbara Manca, Verkehrsministerin der Region Sardinien. Für Giovanni Mocci, Sole Director von ARST, ist es „ein historischer technologischer Qualitätssprung für unsere Flotte“.

Wasserstoff aus erneuerbarer Energie

Lokführer kommen über einen separaten Einstieg in die Fahrerkabine. © Stadler Rail AG

Kernstück der neuen Fahrzeuge sei das Antriebssystem mit Brennstoffzellen, das im Mittelwagen integriert ist. Das „Power Pack“ wandele Wasserstoff in Energie um und lädt anschließend die Batterien. Die Züge seien dann auf nicht-elektrifizierten Strecken unterwegs. Der grüne Wasserstoff werde vollständig mittels Solarstrom gewonnen. Der Elektrolyseur befinde sich derzeit im Bau. 

Innenansicht der mit Brennstoffzellen betriebenen Schmalspurbahn. © Stadler Rail AG

Schmalspurbahnen in Italien erlaubten aufgrund der Bauweise der Schieneninfrastruktur nur geringe Achslasten. Die neuen Niederflurfahrzeuge wurden daher als Leichtbauzüge konzipiert. Im Vergleich zu Dieselzügen fahren die Wasserstoffzüge leise, was den Fahrkomfort steigere. Vor ihrer Inbetriebnahme werden sie die üblichen Tests gemäß den Richtlinien der italienischen Behörde für Sicherheit von Transport und Infrastruktur (ANSFISA) absolvieren. 

Das Projekt ist Teil einer vom italienischen Staat initiierten Initiative zur Dekarbonisierung des regionalen Bahnverkehrs in Süditalien. Neben ARST stellen laut Stadler zwei weitere italienische Betreiber ihre Bahnen auf Wasserstoff um. Demnach baue das Unternehmen noch zwei Regionalverkehrszüge für die sizilianische Ferrovia Circumetnea (FCE) und neun für die kalabrische Ferrovie della Calabria (FdC).

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Stadler Rail baut Wasserstoffzüge für die italienischen Regionen Sardinien, Sizilien und Kalabrien. © Stadler Rail AG