(Algier / Algerien) – Vertreter der Energieministerien Deutschlands, Algeriens, Österreichs, Italiens und Tunesiens haben sich in Algier auf der zweiten Ministerkonferenz über die Fortschritte beim Südlichen Wasserstoffkorridor (SoutH2) ausgetauscht. Dabei wurde im Beisein mehrerer Dutzend Vertreter aus Wirtschaft und Industrie erneut eine gemeinsame Absichtserklärung zur „Stärkung der regionalen und euro-mediterranen Zusammenarbeit im Bereich des grünen Wasserstoffs“ unterzeichnet. 

Es ist nicht die erste Bekundung diese Art. Bereits im Januar 2025 auf der ersten Ministerkonferenz gab es ebenfalls eine Absichtserklärung. Die auf europäischer Seite beteiligten Länder hatten sich überdies  im Juni 2024 auf „SoutH2“ verständigt, die Energieminister schon im Mai 2023 (mehr dazu).

SoutH2 soll einst grünen Wasserstoff vom afrikanischen Kontinent nach Europa bringen. © SoutH2

Kern des Vorhabens: In Algerien und Tunesien soll Wasserstoff mittels Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und in einer jährlichen Größenordnung von vier Millionen Tonnen über eine rund 3.300 Kilometer lange – teils bereits für Erdgas genutzte – Pipeline nach Italien, Österreich und Deutschland transportiert werden. Die neuerliche Bekräftigung, dass man in Sachen grüner Wasserstoff zusammenarbeiten wolle, solle alle an der Entwicklung von SoutH2 Beteiligte weiter stärken. Dazu gehören unter anderem Fernleitungsnetzbetreiber, nationale Regulierungsbehörden, Finanzinstitutionen sowie Produzenten, Abnehmer und andere, die zur Umsetzung dieser Initiative beitragen

Eigenes UNIDO-Sekretariat geplant

Künftig solle „ein regelmäßiger Dialog zwischen den Partnerländern“ eingerichtet werden, um die Voraussetzungen für einen „wettbewerbsfähigen, nachhaltigen und integrierten Wasserstoffsektor zu schaffen“. Geplant ist zudem ein eigenes Sekretariat bei der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). Dieses solle zur Unterstützung der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit und der Einbindung des Privatsektors dienen, um günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Südlichen Wasserstoffkorridors zu schaffen.

Gesprächsthema war einer Mitteilung zufolge auch die Entwicklung der „Algeria to Europe Hydrogen Alliance“ (ALTEH2A). Ziel sei es, die Produktion von grünem Wasserstoff in Algerien auszubauen und zur Versorgung des europäischen Marktes beizutragen. Dazu gibt es bereits seit Oktober 2024 eine Absichtserklärung zwischen den Ferngasnetzbetreibern Sonatrach (Algerien), Sonelgaz (Algerien), VNG AG (Deutschland), Snam S.p.A. (Italien), SeaCorridor S.r.l. (Italien) und der Verbund Green Hydrogen GmbH (Österreich).

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Minister und Beauftragte aus den fünf am Südlichen Wasserstoffkorridor beteiligten Ländern haben eine weitere Absichtserklärung unterzeichnet. © SoutH2