(Kopenhagen/Dänemark) – Die dänische Unternehmensgruppe A.P. Moller-Maersk will die weltweite Produktionskapazität von grünem Methanol erheblich steigern. In Rahmen einer strategischen Partnerschaften mit sechs Unternehmen aus mehreren Ländern sollen bis Ende 2025 mindestens 730.000 Tonnen Methanol pro Jahr hergestellt werden. Ein Teil davon wird für den Antrieb von zwölf Schiffen mit einer Kapazität von je 16.000 Containern benötigt, die das Logistik- und Schifffahrtsunternehmen bereits in Auftrag gegeben hat.

Einzige marktreife Lösung für den Schiffsantrieb

„Grünes Methanol ist die einzige marktreife und skalierbare Lösung, die heute für die Schifffahrt verfügbar ist“, erklärt Maersk. Die Produktion müsse durch Zusammenarbeit auf der ganzen Welt gesteigert werden. „Deshalb sind diese Partnerschaften ein wichtiger Meilenstein, um den Übergang zu grüner Energie in Gang zu bringen.“ Mit im Boot sind die chinesische CIMC Enric Holdings Ltd., der dänische Solarpark-Projektentwickler und -betreiber European Energy A/S, der auf nachhaltiges Investment spezialisierte chinesische Finanzdienstleister Green Technology Bank Co.Ltd. (GTB), der dänische Energiekonzern Ørsted A/S, der Schweizer Chemiekonzern und weltweit zweitgrößter Methanolproduzent Proman AG sowie die US-amerikanische Firma Wastefuel Global, ein auf die Methanolgewinnung aus städtischen und landwirtschaftlichen Abfällen spezialisiertes Unternehmen.

50.000 Tonnen aus China

CIMC Enric wird für Maersk Biomethanolprojekte in China entwickeln. Nach Angaben des DIMC-Generaldirektors Yang Xiaohu arbeite man bereits seit zwei Jahrzehnten eng zusammen. In der ersten Projektphase sollen ab 2024 rund 50.000 Tonnen pro Jahr produziert werden. Die zweite Phase sieht 200.000 Tonnen pro Jahr vor. Das Biomethanol entsteht aus landwirtschaftlichen Reststoffe. Maersk will die gesamte produzierte Menge abnehmen.

300.000 Tonnen aus Amerika

European Energy wird E-Methanol für Maersks erstes grünes Feederschiff produzieren, ein für die Zulieferung und Verteilung von Containern in Häfen genutzter Transporter, der bis 2023 in Betrieb gehen soll. Außerdem wird European Energy E-Methanol-Projekte in Lateinamerika und den Vereinigten Staaten entwickeln, die ab 2025/2026 jährlich 200.000 bis 300.000 Tonnen produzieren können. Im Rahmen des Vorhabens, das die gesamte Wert-schöpfungskette von der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien bis zur Produktion von E-Methanol umfasst, werden die Anlagen in Verbindung mit neuen, von European Energy entwickelten und gebauten Kraftwerken für erneuerbare Energien errichtet. Maersk wird im Rahmen eines mehrjährigen Vertrags zum einzigen Abnehmer des E-Methanols.

Finanzierung weiterer 50.000 bis 300.000 Tonnen pro Jahr

GTB wird die Entwicklung von Biomethanolprojekten in China gemeinsam mit noch zu bestimmenden Entwicklern fördern. Die erste Anlage soll ab 2024 eine Produktionskapazität von 50.000 Tonnen pro Jahr haben, für das zweite Projekt mit 300.000 Tonnen gibt es noch keinen Termin. Die Greentech Bank ist eine Plattform, die vom chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie und der Stadtverwaltung von Shanghai zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung eingerichtet wurde.

300.000 Tonnen aus den USA

Ørsted wird ein E-Methanolprojekt in den USA entwickeln, das ab 2025 mit einer Jahreskapazität von 300.000 Tonnen in Betrieb geht und die gesamte Menge an Maersk verkauft. Als Standort des Power-to-X-Kraftwerks mit einer Leistung von 675 Megawatt wird die Golfküste genannt. Der Strom stammt aus neuen Onshore-Windparks und Photovoltaikanlagen mit einer prognostizierten Leistung von 1,2 Gigawatt. Der für die Herstellung von E-Methanol benötigte biogene Kohlenstoff wird durch CO2-Abscheidung „aus einer oder mehreren großen Quellen“ gewonnen, so das Unternehmen. Eine endgültige Investitionsentscheidung treffe man bis Ende 2023.

150.000 Tonnen aus Nordamerika

Die Schweizer Proman AG wird Maersk mit 100.000 bis 150.000 Tonnen grünem Methanol pro Jahr aus seiner in der Entwicklung befindlichen Anlage in Nordamerika beliefern. Die Kapazität ist auf 200.000 Tonnen ausgelegt. Das Projekt soll 2025 in Betrieb gehen, wobei das Biomethanol aus nicht verwertbaren forstwirtschaftlichen Rückständen und festen Siedlungsabfällen hergestellt wird.

Proman werde darüber hinaus die globale Versorgung in den wichtigsten Bunkerhäfen von Maersk optimieren. Auch gebe es eine breitere Zusammenarbeit, um die Nachhaltigkeit in der Schifffahrt voranzutreiben. Die Schweizer prüfen eigenen Angaben zufolge außerdem mehrere Biomethanol- und E-Methanol-Projekte in Südamerika, Europa und Großbritannien, um eine längerfristige Strategie zur Versorgung mit grünem Methanol für Maersk und die Schifffahrtsindustrie zu entwickeln.

30.000 Tonnen aus Südamerika

Wastefuel baut eine Biomethanolanlage in Südamerika, die ab 2024 über 30.000 Tonnen pro Jahr produziert. Zunächst werde das Methanol aus der Umwandlung von Siedlungsabfällen hergestellt. Maersk beabsichtigt auch hier, den gesamten Ertrag abzunehmen. Der Hersteller könne die Menge in den kommenden Jahren stetig steigern.

Sobald die Projekte für Bio- und E-Methanol vollständig entwickelt sind, sei Maersk in der Lage, „grünes Methanol in großem Umfang in verschiedenen Regionen der Welt zu beziehen“, sagt Henriette Hallberg Thygesen, Maersk-Geschäftsführerin der Abteilung Fleet & Strategic Brands.

Deep Link
https://www.maersk.com/news/articles/2022/03/10/maersk-engages-in-strategic-partnerships-to-scale-green-methanol-production

Grafik oben und unten
Rendering der von Maersk bestellten und mit Methanol betriebenen Containerflotte. © Maersk

Tabelle
Sechs Unternehmen liefern künftig Methanol an Maersk. © Maersk