(Brüssel / Belgien) – Die zugesagten Investitionen für sauberen Wasserstoff haben die Marke von 130 Milliarden Dollar überschritten. Dies entspreche einer Leistung von 6,9 Millionen Tonnen pro Jahr in weltweit mehr als 570 Projekten. Davon befinden sich 90 Prozent im Bau oder sind bereits in Betrieb. Dies geht aus dem „Global Hydrogen Compass 2026″ des Hydrogen Council hervor. 

Rund 60 Prozent der Wasserstoffprojekte im Stadium der Finanzierungsreife (FID) liegen in China und Europa. © Global Hydrogen Compass 2026

Demnach habe sich im vergangenen Jahr die Kapazität der sich weltweit in Betrieb befindendenden Produktionsanlagen auf eine Jahreskapazität von 1,7 Millionen Tonnen fast verdoppelt. Für das nächsten Jahr werden etwa 3,8 Millionen Tonnen prognostiziert, wenn die im Bau befindlichen Projekte in Betrieb gehen. Gleichzeitig gewinne Wasserstoff durch sich wandelnde geopolitische Prioritäten an Bedeutung. Da Regierungen bestrebt seien, die Energiesicherheit zu stärken, widerstandsfähigere Volkswirtschaften aufzubauen sowie das langfristige industrielle Wachstum zu fördern, rücke Wasserstoff weiter in den Fokus, so die Autoren.

China größter Markt

Geografisch gesehen bleibe China der größte Markt und mache mehr als die Hälfte der weltweit zugesagten Kapazitäten für erneuerbaren Wasserstoff sowie 90 Prozent der seit 2025 weltweit neu hinzugekommenen Betriebskapazitäten aus. Europa folge als zweitgrößter Markt und liege bei der Anzahl der Projekte sowie beim relativen Investitionswachstum (plus 35 Prozent seit 2025) an der Spitze. 

Aus Ankündigungen werde Zusagen: Von mehr als 1.900 angekündigten Projekten haben 579 die finale Investitionsentscheidung (FID) erreicht, ein Plus von knapp 70 gegenüber dem Vorjahr). Davon sind 525 bereits im Bau oder in Betrieb. Europa führt bei der Anzahl (232). Demgegenüber verzeichnen Nordamerika und China mit weltweit 70 Prozent die höchsten Kapazitäten. © Global Hydrogen Compass 2026

Die Vereinigten Staaten seien weiterhin führend beim Einsatz von kohlenstoffarmem Wasserstoff und machten etwa 75 Prozent der weltweit zugesagten Kapazitäten für kohlenstoffarmen Wasserstoff und Ammoniak aus. „Projekte kommen dort voran, wo die politischen Rahmenbedingungen und die Infrastruktur am besten ausgebaut sind“, so die Untersuchung. Von einem potenziellen Jahresbedarf an sauberem Wasserstoff von elf Millionen Tonnen 2030 seien heute rund sechs Millionen Tonnen gesichert. Um die verbleibenden fünf Millionen Tonnen zu erschließen, müssten die Regierungen indes „dringend handeln“. Für die politischen Entscheidungsträger bestehe die oberste Priorität darin, förderliche Anreize und Vorschriften sowie robuste Instrumente zur CO2-Bepreisung einzuführen, die Nachfragesignale setzen.

Bericht über die weltweite Wasserstoffindustrie. © Global Hydrogen Compass 2026

Für die Industrie liege der Schwerpunkt darauf, diese Nachfrage kosteneffizient zu bedienen, was entschlossene Anstrengungen zur Kostensenkung und zum Aufbau der erforderlichen Infrastruktur erfordere.

Der Hydrogen Council ist eine von Geschäftsführern geführte globale Wasserstoffallianz und vereint rund 140 Unternehmen aus mehr als 20 Ländern entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Der jährlich veröffentlichte Bericht wird in Zusammenarbeit mit McKinsey & Company erstellt. 

Den „Global Hydrogen Compass 2026 – Deploying at scale for resilience, industrial growth, and decarbonization“ gibt es kostenfrei als PDF (66 Seiten).

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Global Hydrogen Council: „Investitionen in sauberen Wasserstoff erreichen weltweit 130 Milliarden Dollar.“ © ACER