(Delhi / Indien) – Indien hat seinen ersten mit Wasserstoff betriebenen Zug auf die Schiene gebracht. Das Fahrzeug besteht aus zwei Steuerwagen und acht Personenwagen, womit 2.600 Passagiere befördert werden können. Die Reisegeschwindigkeit betrage 75 Stundenkilometer, die Höchstgeschwindigkeit 110 Stundenkilometer. Das Pilotprojekt umfasst überdies Wasserstoffspeicher und Betankungsinfrastruktur.

Indien hat seinen ersten mit Wasserstoff betriebenen Zug mit acht Personenwagen und zwei Zugmaschinen auf die Schiene gebracht. © Medha Servo Drives Pvt. Ltd.
Die Technologie wird im Eisenbahnnetz von Indian Railways als Diesel-Alternative getestet. Mit einer Antriebsleistung von 1.200 Kilowatt (1.600 PS) ist die Bahn auf der 89 Kilometer langen Strecke zwischen den Bahnhöfen Jind und Sonipat im nördlichen Bundesstaat Haryana unterwegs. Dabei gibt es Zwischenstopps an rund einem Dutzend Stationen. Eine Tankfüllung reicht für 360 Kilometer. Am Bahnhof Jind hatte Premierminister Narendra Modi höchstselbst die „NaMo Green Rail“ eröffnet (Anm.: „NaMo“ ist eine gebräuchliche Abkürzung von Modis Vor- und Nachnamen).

Innenansichten: In acht Personenwagen können 2.600 Passagiere befördert werden. © Indian Ministry of Railways
An dem Projekt ist auch TÜV Süd Rail Service beteiligt. Das Münchener Unternehmen hat mit dem in Hyderabad ansässigen Zugbauer und Eisenbahnausrüster Medha Servo Drives Pvt. Ltd. den Triebwagen sowie der zugehörigen Wasserstoffproduktion und Tankstation ausgearbeitet. MEDHA war verantwortlich für die Integration des brennstoffzellenbasierten Antriebssystems in eine dieselelektrische Fahrzeugplattform sowie für die Schwingungs- und Leistungstests, während dem TÜV Süd die unabhängigen Sicherheitsbewertungen (ISA) der Wasserstoff- und Traktionsbatteriesysteme sowie der zugehörigen Wasserstoffproduktions- und Betankungsstation bis zur Abnahme durch Indian Railways oblag. Aufbauend auf diesem Leuchtturm-Wasserstoffprojekt haben beide Unternehmen nun vereinbart, ihre Zusammenarbeit im Bereich wasserstoffbetriebener Schienenfahrzeuge für den indischen Eisenbahnsektor weiter auszubauen.

Infrastruktur am Bahnhof Jind (von links oben nach rechts unten): Wasserstoffspeicher, -produktion, -kompressor und Tankstelle. © Indian Ministry of Railways
Nach Einschätzung des indischen Eisenbahnministeriums befänden sich wasserstoffbetriebene Züge weltweit noch in den Kinderschuhen. Deutschland sei das erste Land gewesen, das kommerzielle Wasserstoff-Personenzüge einführte, während Frankreich, Italien, China, Japan und einige andere Länder Pilotprojekte oder begrenzte Einsätze verfolgten. Diese Züge bestünden jedoch typischerweise aus zwei bis vier Wagen und seien hauptsächlich für den regionalen Personenverkehr vorgesehen. Dieses Projekt signalisiere nun den Übergang der Indian Railways von einem wegweisenden Pilot zu einem strukturierten nationalen Programm für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge.Der Brennstoffzellen-Zug sei „ein bedeutender Fortschritt“, so das Ministerium.
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Premierminister Modi eröffnet Indiens erste Teststrecke für den mit Wasserstoff betriebenen Zug im Bahnhof von Jind, Haryand. © Government of India / Youtube-Kanal von PM Narendra Modi / Screenshot



