(Berlin / Deutschland) – In den USA ist der Bestand von Brennstoffzellenfahrzeugen (Fuel Cell Electric Vehicles, FCEV) von 1.221 Fahrzeugen im Jahr 2016 auf 19.686 Fahrzeuge im Jahr 2024 gestiegen. Das entspreche einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von rund 41 Prozent (Deutschland: 42 Prozent). Ab 2023 verlangsamte sich allerdings die US-Dynamik, im Jahr 2025 stagnierte der Bestand weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres mit einem Wachstum von weniger als einem Prozent. Diese Zahlen gehen aus einem aktualisierten „Länderdossier USA“ der Now GmbH hervor.

Übersicht Elektromobilität USA und Deutschland. © Now GmbH / Länderdossier USA / Screenshot

Der FCEV-Bestand konzentriere sich demnach überwiegend auf Kalifornien, während Brennstoffzellenfahrzeuge in den übrigen Bundesstaaten bislang kaum verbreitet seien. „Die jüngste Abschwächung des Wachstums ist wahrscheinlich auf den unzureichenden Ausbau der Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur (Hydrogen Refueling Stations, HRS) zurückzuführen“, so die Autoren. Stagnierende HRS-Zahlen sowie temporäre Schließungen und Versorgungsprobleme, hätten die Nutzungsmöglichkeit von FCEV eingeschränkt.

Dynamischer Anstieg von BEV und PHEV 

Demgegenüber wuchs der US-Bestand batterieelektrischer Fahrzeuge (Battery Electric Vehicles, BEV) der Studie zufolge zwischen 2021 und 2025 „noch deutlich“. So habe sich im Jahr 2023 der BEV-Bestand gegenüber dem Vorjahr von 2,1 Millionen auf 3,5 Millionen Fahrzeuge (plus 67 Prozent) erhöht und in den beiden Folgejahren auf etwa 1,2 Millionen zusätzliche Fahrzeuge pro Jahr verstetigt (Zuwachsraten: rund 34 Prozent 2024, 26 Prozent 2025). 

Deutschland habe bis 2020 ebenfalls sehr hohe BEV-Wachstumsraten verzeichnet, insbesondere im Jahr 2020 (111,6 Prozent). In den Folgejahren lag der Zuwachs bis 2024 bei 16,9 Prozent, 2025 waren es 23,6 Prozent, womit der Bestand auf 2,15 Millionen BEV wuchs. (Ergänzende Anmerkung: Gemäß einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. DIW lag die Zahl der reinen batterieelektrische Pkwn im ersten Halbjahr 2026 kumuliert bei rund 2,3 Millionen. Dies mache knapp fünf Prozent der gesamten Pkw-Flotte aus. Bei den Lkw lag der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge bei gut drei Prozent, bei den Sattelzugmaschinen bei gut einem Prozent der jeweiligen Flotten.)

Bei Plug-in schwächt sich die Wachstumsrate

Das jährliche Wachstum von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen (Plug-In Hybrid Electric Vehicles, PHEV) in den USA bewegte sich zwischen 2016 und 2018 bei circa 33 Prozent pro Jahr. Nach jährlichen Wachstumsraten von 20 Prozent (2019 bis 2021), verzeichnete das Jahr 2023 das höchste Wachstum mit circa 43 Prozent und sank bis 2025 auf 19 Prozent. Die Zunahme im Jahr 2023 erklären die Autoren der Studie mit Förderungen durch den Inflation Reduction Act (IRA) unter der Biden-Administration. 

Im Vergleich zu den größten europäischen Märkten und China sei der Bestand an BEV und PHEV in den USA im Jahr 2024 allerdings mit einem Anteil von circa 2,2 Prozent eher gering. Deutschland wies im gleichen Jahr einen Anteil von rund 5,1 Prozent auf.

Höchste FCEV-Zahlen im Pkw-Segment

Von den im Jahr 2025 rund 19.700 in den USA zugelassen FCEV waren etwa 19.000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Ende 2024 entfielen global etwa 30 Prozent dieses Fahrzeugtyps auf die USA – nur Südkorea hatte einen höheren Anteil. Zwischen 2016 bis 2023 wuchs der Bestand in den USA jährlich um durchschnittlich 2.000 bis 3.000 Neufahrzeuge. Im Jahr 2024 verlangsamte sich dieser Zuwachs auf rund 1.000 und verharrte 2025 auf diesem Niveau. „Dies spiegelt den internationalen Trend rückläufiger FCEV-Absatzzahlen im Pkw-Segment wider“, so die Now-Studie. 

Als Ursache der Stagnation des Wachstums in den Sektoren vermuten die Autoren, dass seit dem Amtsantritt der zweiten Trump-Administration die Förderinstrumente weitgehend zurückgefahren oder eingestellt wurden. Stattdessen setzt die US-Regierung einen Schwerpunkt auf die Ausweitung der inländischen Öl- und Gasförderung. Klimaziele würden weitgehend aufgegeben.

Kaufanreize und neue Modelle

In den Vereinigten Staaten habe Toyota Anfang 2024 den Preis seines Brennstoffzellenmodells Mirai um bis zu 70 Prozent reduziert und potenziellen Käufern zusätzlich Wasserstoffguthaben im Wert von 15.000 Dollar angeboten. In Südkorea brachte 2025 Hyundai die zweite Generation seines Brennstoffzellenmodells Nexo auf den Markt, das maßgeblich zur Verdopplung der nationalen FCEV-Pkw-Verkäufe beitrug und den Großteil des weltweiten Wachstums dieses Segments ausgemacht habe. In anderen Weltregionen seien die Verkaufszahlen dagegen „vergleichsweise gering“ und überschritten 2025 jeweils nicht die Marke von 1.000 Fahrzeugen.

Gesamtbestand an FCEV in den USA und Deutschland © Now GmbH / Länderdossier USA / Screenshot

Das Wachstum von FCEV-Bussen in den USA sei von 2016 bis 2021 zunächst schleppend verlaufen, habe dann aber aufgrund von staatlicher Förderung „sichtbar an Fahrt aufgenommen“. Der Bestand lag Ende 2025 den Angaben zufolge bei 510 Fahrzeugen (2024: 520). Mit 197 Fahrzeugen entfiel ein erheblicher Teil des Bestands auf Kalifornien. Ein potenzielles Hindernis für die Einführung von FCEV-Bussen bestehe „in der derzeit ungeklärten Wasserstoffversorgung“. In den USA wurden der Analyse zufolge zwischen 2016 und 2020 mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge (MSNF) mit Brennstoffzellenantrieb nur als Prototypen getestet. Erst ab 2021 kamen die ersten Straßenmodelle zum Einsatz. Im Jahr 2023 habe der Bestand bei 44 Fahrzeugen gelegen und sei bis zum Ende des Jahres 2025 auf 197 gestiegen (davon Kalifornien 109).

Tankstellennetz gewachsen

Nach China, Südkorea, Japan und Deutschland verfügten die USA über das fünftgrößte Netz an Wasserstofftankstellen (HRS). Es wuchs zwischen 2016 und 2023 kontinuierlich von 35 auf 67 Stationen. Während in diesem Zeitraum die Zahl der öffentlich zugängliche Tankstellen (Retail-HRS) stetig zugenommen habe, ging die Anzahl der nur einer bestimmten Kundengruppe – etwa Firmenflotten – zugänglichen Stationen (Non-Retail-HRS) tendenziell zurück. 

Im Jahr 2024 kehrte sich dieser Trend um. Erstmals nahm die Zahl der Retail-HRS ab, während die Anzahl der Non-Retail-HRS wieder anstieg. Einen wesentlicher Grund für den Rückgang der Retail-HRS vermuten die Autoren in Versorgungsproblemen. So schloss Shell Anfang 2024 seine sieben Wasserstofftankstellen in Kalifornien. Im Jahr 2025 wurden in den USA 52 Retail-HRS sowie fünf Non-Retail-HRS betrieben. Der Ausbau der öffentlich zugänglichen HRS konzentriere sich derzeit ausschließlich auf Kalifornien und Hawaii.

Das Länderdossier beleuchtet die Entwicklung von FCEV, BEV und PHEV in den USA. © Now GmbH / Länderdossier USA

Die USA sind nach China der weltweit zweitgrößte Wasserstoffproduzent – hergestellt vor allem mittels Dampfreformierung aus fossilen Brennstoffen zur überwiegenden Nutzung in Raffinerien und der Chemieindustrie. Als „emissionsarm“ gilt Wasserstoff in den USA dann, wenn dieser durch Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt, aber auch wenn er durch Dampfreformierung aus fossilen Brennstoffen unter Abscheidung und Speicherung von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS) gewonnen wird.

Trump-Administration bremst Markthochlauf

Durch die Trump-Administration würden „klimapolitisch motivierte Zielsetzungen und die klare Priorisierung emissionsarmer Produktionspfade gegenüber wirtschafts- und energiepolitischen Erwägungen zurückgestellt“. Die unter der Biden-Administration 2023 vorgestellte „U.S. National Clean Hydrogen Strategy and Roadmap“ erwarte eine jährliche Produktion und Nachfrage von rund zehn Millionen Tonnen „sauberem“ Wasserstoff bis 2030. Dies gelte zwar immer noch als Referenz, sei jedoch mit „erhöhter Unsicherheit“ behaftet. „Die vom US-Energieministerium angekündigten Kürzungen der Fördermittel für Wasserstoffprojekte könnten den Markthochlauf von sauberem Wasserstoff in den USA kurzfristig bremsen“, so die Now-Untersuchung.

Das „Länderdossier USA – Stand der Elektromobilität mit Batterie und Brennstoffzelle“ gibt es als PDF (35 Seiten).

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Studie: Der FCEV-Bestand in den USA konzentriert sich auf Kalifornien, während Brennstoffzellenfahrzeuge in den übrigen Bundesstaaten bislang kaum verbreitet sind. © H2 Mobility