(Aabenraa / Dänemark) – Im Solar Park Kassø wurde erstmals Benzin aus erneuerbarem Methanol (eMethanol) hergestellt. Die Power-to-X-Anlage in Aabenraa, ein Joint Venture zwischen European Energy A/S und Mitsui & Co., Ltd., gehört den Angaben zufolge „zu den ersten kommerziellen Anlagen ihrer Art“. Sie produziert zertifiziertes E-Methanol mit grünem Wasserstoff, kombiniert mit gespeichertem biogenem CO2. Abnehmer der jährlichen Produktionskapazität von etwa 42.000 Tonnen seien Industrie, Schifffahrt, die Chemikalien- und Kraftstoffbranche.
Pilotanlage der Bergakademie Freiberg
Im Rahmen des „DeCar-Trans“-Forschungsprojekts wurden 86 Tonnen eMethanol aus Kassø in der Pilotanlage der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) verarbeitet. Das Methanol wurde mit einem von der CAC Engineering GmbH und der TUBAF entwickelten „Methafuel“ genannten Verfahren in synthetisches Benzin umgewandelt. Die Lother Group (NORDOEL) und die eFUEL Group veredelten das Produkt anschließend auf verschiedene Benzinklassen.
Die Umstellung zeige, dass erneuerbares Methanol zu RFNBO-konformem Kraftstoffen raffiniert werden könne, die mit bestehenden Fahrzeugen nutzbar seien. Motoren oder Verteilungssysteme müssten nicht modifiziert werden. Kassø unterstütze die Weiterverarbeitung zu Kraftstoffen, „die mit der bestehenden Infrastruktur kompatibel sind“, sagt René Alcaraz Frederiksen, Leiter Power-to-X bei European Energy.
„E-Methanol schafft eine industrielle Brücke zwischen erneuerbarer Energieerzeugung und marktfertigen flüssigen Kraftstoffen“, sagte Hanspeter Tiede, CFO der Lother GmbH. Das produzierte Benzin könne als Drop-in-Kraftstoff mit bestehender Infrastruktur und der aktuellen Fahrzeugflotte ohne technische Änderungen verwendet werden. „DeCar-Trans“ wird vom Bundesministerium für Verkehr mit knapp 15 Millionen Euro im Rahmen des Programms für erneuerbare Kraftstoffe finanziert.
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Die Pilotanlage in Kassø produziert RFNBO-zertifiziertes E-Methanol mit grünem Wasserstoff. © European Energy A/S



