Österreich: Nächste Wasserstoffkonferenz zu SoutH2 findet in Wien statt +++ Deutschland: 1,5 Milliarden Euro für Wasserstoff im CCfD-Förderprogramm 2027 +++ Rumänien: Transgaz und Kawasaki vereinbaren Zusammenarbeit +++ Deutschland: Regierung beschließt Nationalen Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt +++ Österreich: Energieimporte kosten jährlich mehr als zehn Milliarden Euro +++ Deutschland: Nel will mit Rheinmetall bei der dezentralen Herstellung von synthetischen Kraftstoffen zusammenarbeiten +++ England: Hydropulse schließt Rahmenvereinbarung mit einem Ölkonzern zur Produktion von grünem Wasserstoff
Eine Auswahl von PtX-Themen zusammengefasst
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Demnächst in Wien: Das BMWET wird nach Rom 2025 und Algier 2026 im nächsten Jahr Gastgeber des nächsten SoutH2-Ministertreffens mit Algerien, Tunesien, Italien und Deutschland. © South2
(Österreich) Wien wird Gastgeber des dritten Ministertreffens mit Algerien, Tunesien, Italien und Deutschland zum Wasserstoff-Südkorridor „SoutH2“. Dies teilte das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) mit. Die fünf Länder arbeiten an einer Pipelineverbindung, die erneuerbaren Wasserstoff aus Nordafrika über Italien und Österreich nach Deutschland transportieren soll. Beim jüngsten Treffen in Algier Anfang Oktober 2026 standen Produktion, Transport und industrielle Nachfrage im Mittelpunkt (mehr dazu). Demnach organisiere die „Offtaker Alliance“ die Nachfrage von Industrieunternehmen aus Österreich, Deutschland und Italien. Damit sollen die Voraussetzungen für Investitionen und langfristige Lieferbeziehungen entstehen. „Algeria to Europe Hydrogen Alliance“ (ALTEH2A) soll die Produktion von grünem Wasserstoff in Algerien ausbauen und zur Versorgung des europäischen Marktes beitragen. Dazu gibt es bereits seit Oktober 2024 eine Absichtserklärung zwischen Ferngasnetzbetreibern der Länder. Den genauen Termin für das dritte Ministertreffen nannte das Wirtschaftsministerium nicht.
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(Deutschland) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat mit dem vorbereitenden Verfahren der Gebotsrunde des Förderprogramms „CO2-Differenzverträge“ (Carbon Contracts for Difference, CCfD) begonnen, die am Mai 2027 starten soll. Die Teilnahme am Vorverfahren ist Voraussetzung für die spätere Teilnahme am Gebotsverfahren. Die Gebotsrunde 2027 soll Investitionen in unterschiedliche Technologien für die Dekarbonisierung der Industrie anreizen. Schwerpunkte sind Wasserstoff, Carbon Capture and Utilization/Storage (CCU/S) und Prozesswärme. Für diese Technologien sind jeweils gesonderte Budgets vorgesehen. Deren Höhe werde auf Basis der Teilnahme am Vorverfahren festgelegt. Für Wasserstoff seien bei ausreichendem Interesse mindestens 1,5 Milliarden Euro vorgesehen. Damit sollen in der Aufbauphase des Wasserstoffmarktes gezielt die Kostenlücke zwischen Gestehungskosten und Zahlungsbereitschaft industrieller Abnehmer reduziert und „First Mover“ unterstützt werden. Aktuell stehe die Durchführung der Gebotsrunde 2027 noch unter Haushaltsvorbehalt. Zudem bedürfe es laut BMWE noch der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission. Die Einzelheiten werden auf dem BMWE-Portal veröffentlicht.
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Kawasaki und Transgaz vereinbaren Zusammenarbeit in Sachen Wasserstoff. © Transgaz S.A.
(Rumänien) Der staatliche rumänische Erdgas-Fernleitungsnetzbetreiber S.N.T.G.N. Transgaz S.A. mit Sitz in Mediaș und der japanischen Kawasaki Heavy Industries Ltd (KHI) wollen länderübergreifend in Sachen Wasserstoff zusammenarbeiten. So sollen unter anderem in einem ROHYD (Romania and Hydrogen) genannten Projekt die Auswirkungen des Transports eines Gemisches aus Erdgas und Wasserstoff durch das nationale rumänische Gasübertragungsnetz (NTS) mithilfe eines Wasserstoffkompressors von KHI untersucht werden. Auch sei der Bau eines Elektrolyseurs geplant. Das Vorhaben werde von der rumänischen und japanischen Regierung mit 21 Millionen Euro unterstützt.
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Regierung beschließt Nationalen Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt. © Bundesministerium für Verkehr (BMV)
(Deutschland) Die Bundesregierung hat den vom Bundesverkehrsminister Steffen Bilger vorgelegten Nationalen Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt beschlossen. Die Energietransformation erfordere alternative Schiffsantriebs- und Energiesysteme, heißt es darin. Allerdings gebe es aufgrund der Vielzahl an Schiffstypen keine einheitliche Lösung für alle. Elektrifizierung unter Nutzung von Batterie- und Brennstoffzellensystemen als Energiespeicher/-wandler sowie windgestützte Antriebs- und Energiesysteme spielten eine wichtige Rolle für den Klimaschutz in der Schifffahrt. Verbrennungsmotoren seien perspektivisch mit kohlenstoffarmen und nachhaltigen erneuerbaren Kraftstoffen zu betreiben. Neben der direkten Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen in Batterien oder als Landstrom während der Hafenliegezeit kämen zukünftig auch Energieträger wie Methanol, Ammoniak oder Wasserstoff in Betracht, wobei der Ursprung primär strombasiert oder auch biogen sein werde. Es gelte Antriebs- und Energiesystemen und Technologien für die diversen Schifffahrtssegmente zur Marktreife und zum Markthochlauf zu verhelfen. Neben Forschung, Entwicklung und Demonstration neuer Technologien seien einheitliche schlanke Zulassungs-, Genehmigungs- und Standardisierungsstrukturen wesentlich für die Innovationsfähigkeit. Bürokratische Hürden würden sukzessive abgebaut. Mit dem Kabinettsbeschluss beginne nun die Umsetzung der 47 Maßnahmen des Aktionsplans. Zur Förderung seien 400 Millionen Euro vorgesehen. Den „Nationaler Aktionsplan klimafreundliche Schifffahrt (NAPS)“ gibt es kostenfrei als PDF (32 Seiten).
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(Österreich) Österreich gibt jährlich rund zehn Milliarden Euro für fossile Energieimporte aus. Damit einher gingen indes auch erhebliche Preis- und Lieferrisiken. Für diese Summe ließen sich allerdings die gesamten Ausbauziele heimischer erneuerbarer Energien bis 2040 innerhalb von zwei Jahren erreichen, gleichzeitig Arbeitsplätze sichern und lokale Wertschöpfung schaffen. Dies geht aus dem „Kompass Energieunabhängigkeit“ hervor, den der Verband Österreichs E-Wirtschaft („Österreichs Energie“) und die Österreichische Energieagentur veröffentlicht haben. Die Plattform zeige, wie es um die Energiesouveränität des Landes bestellt sei, wie viel Energie Österreich selbst erzeuge, woher importiert werde, welche Rolle Speicher für die Versorgungssicherheit spielten sowie welche Kosten und Risiken daraus entstünden. Der europäische Energiemarkt bleibe für die Versorgungssicherheit zwar unverzichtbar, doch müsse das Land Importe von Öl und Gas schrittweise durch heimischen erneuerbaren Strom ersetzen, Erzeugung, Netze und Speicher ausbauen und bestmöglich aufeinander abstimmen, sagt Michael Baminger, Präsident von Österreichs Energie. Die Alpenrepublik könne aktuell ihren Strombedarf derzeit nur zu etwa 20 Prozent Stunde vollständig aus heimischer erneuerbarer Erzeugung decken.
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Rheinmetall will mit Nel beim Aufbau der dezentralen eFuel-Produktion zur Versorgung der Streitkräfte zusammenarbeiten. Im April gab es eine ähnliche Ankündigung für die Zusammenarbeit mit ITM Power plc. Das Bild zeigt den Bergepanzer „Terrier“. © Rheinmetall AG
(Deutschland) Die norwegische Nel ASA und die Rheinmetall AG haben ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet, um gemeinsame Möglichkeiten in der dezentralisierten Produktion erneuerbarer Brennstoffe zu erkunden. Die Unternehmen würden den Einsatz synthetischer Kraftstoffe auf Basis erneuerbaren Wasserstoffs prüfen, die konventionelle Kraftstoffe ersetzen könnten, ohne Änderungen an Endanwendungen erforderlich zu machen. Nel wird seine Elektrolyseurtechnologie für die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff einbringen, während Rheinmetall sein „Giga PtX“-Konzept, Systemintegrationsfähigkeiten und Erfahrung in der strategischen Infrastruktur einbringen. Der Rüstungskonzern hatte im Dezember 2025 bekannt gegeben, dass er an skalierbaren, modularen Lösungen für die lokale Produktion von kohlenstoffarmen synthetischen Kraftstoffen für Verteidigungs- und kritische Infrastrukturanwendungen arbeite (mehr dazu).
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(England) Der britische Entwickler von PEM-Elektrolyseuren ITM Power plc hat über seine Tochter Hydropulse eine auf zehn Jahre angelegte Rahmenvereinbarung mit einer namentlich nicht genannten „europäischen Ölraffinerie“ für ein groß angelegtes grünes Wasserstoffprojekt unterzeichnet. Das Projekt umfasse 150 Megawatt der Alpha-Elektrolyseplattform von ITM Power zur Produktion von grünem Wasserstoff. Die Unternehmen arbeiteten bereits an einer gemeinsamen Front End Engineering Design (FEED)-Studie. Die endgültige Investitionsentscheidung (FID) solle 2027 getroffen werden, wobei die Wasserstoffproduktion voraussichtlich 2029 beginne. Eigentümer und Betreiber sei Hydropulse. Der Kooperationspartner stelle das Gelände und die Versorgungsleistungen, einschließlich Strom, bereit. Die Hydropulse GmbH wurde im Juli 2025 mit Sitz in Berlin gegründet. Das Unternehmen baut, besitzt und betreibt containerisierte Anlagen für grünen Wasserstoff, die auf Industriekunden zugeschnitten sind.
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iStock / © Danil Melekhin



