Slovenien: Rahmenbedingungen für die Planung von Wasserstoffnetzen in der EU sind unvollständig +++ Deutschland: Norddeutsche Wasserstoffkonferenz am 26. November +++ Japan: Toyota liefert Wasserstoffverbrenner für 24-Stunden-Rennen von Le Mans +++ Deutschland: CO2-Export nach Dänemark und in die Niederlande +++ Deutschland: Studie zur Versorgung der Region Ems-Vechte mit Wasserstoff +++ Schweden: Metacon bringt 20-MW-Elektrolysemodul für große Wasserstoffanlagen auf den Markt +++ Deutschland: Forscher entwickeln Materialien für Elektrolyseur zur Nutzung mit ungereinigtem Meerwasser +++ USA: Sun Hydrogen verlängert Entwicklungsvereinbarung mit Honda +++ Kanada: Ballard Power bietet FC-Serviceprogramm für Nordamerika +++ Deutschland: Forscher suchen neue Oberflächenstrukturen für effizientere Elektrolyse-Elektroden
Eine Auswahl von PtX-Themen zusammengefasst
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„Rahmenbedingungen für die Planung von Wasserstoffnetzen in der EU sind unvollständig.“ © ACER
(Slovenien) Die europäische Regulierungsbehörde ACER (Agency for the Cooperation of Energy Regulators) kritisiert, dass die Rahmenbedingungen für die Planung von Wasserstoffnetzen in der EU nach wie vor unvollständig seien. In ihrer Stellungnahme zu den nationalen Netzentwicklungsplänen (NDP) für Gas und Wasserstoff stellt die Organisation fest, dass zwar die Planung der Gasnetze EU-weit „gut etabliert“ seien, sich die Planung für Wasserstoff indes noch in den Anfängen befände. ACER stelle allerdings auch Fortschritte fest. So würden die Gasfernleitungsnetze angepasst, um Biomethan aufzunehmen. Auch die Einspeisung von Wasserstoff werde in größerem Umfang zugelassen. Zudem würden bei der Netzplanung „Stilllegung und Umnutzung bestehender Infrastruktur zunehmend berücksichtigt“. Marktkonsultationen würden häufiger genutzt, um die Wasserstoffplanung zu untermauern. ACER empfiehlt, die Transparenz bei Planungsmethoden, regulatorischen Bewertungen und wichtigen Projektinformationen zu optimieren sowie eine stärkere Konsultation von Interessengruppen. Auch solle die grenz- und sektorübergreifende Koordinierung durch Datenaustausch zwischen den Netzbetreibern verbessert und Maßnahmen zur Dekarbonisierung integriert werden, um sicherzustellen, dass die NDP die jüngsten Veränderungen im Gas- und Wasserstoffsektor widerspiegeln. NDP sind nationale Fahrpläne, die von Gasfernleitungsnetzbetreibern (TSO) und Wasserstoffnetzbetreibern (HNO) in den EU-Mitgliedstaaten erstellt werden. Sie legen fest, wie sich die Netze der einzelnen Länder in den nächsten Jahrzehnten entwickeln sollen, um den sich wandelnden Energiebedarf zu decken. Die Stellungnahmen „Opinion on the natural gas and hydrogen national network development plans“ gibt es kostenfrei als PDF (25 Seiten).
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Die Norddeutsche Wassertoffkonferenz bringt Unternehmen, Politik und Wissenschaft zusammen. © Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen GmbH / Henning Angerer
(Deutschland) Die 4. Norddeutsche Wasserstoffkonferenz findet am 26. November 2026 statt. Sie bringt Unternehmen, Politik, Wissenschaft zusammen, um Projekte, Entwicklungen und die Rahmenbedingungen für die Wasserstoffwirtschaft zu diskutieren. Die Fachkonferenz wird organisiert von acht Organisationen aus den fünf norddeutschen Bundesländern: Agentur für Wirtschaftsförderung Stadt Cuxhaven (AfW), BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH), Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH), Niedersächsisches Wasserstoff-Netzwerk (NWN), WAB e.V., Wasserstoffenergiecluster Mecklenburg-Vorpommern e.V. (WECMV) sowie dem WindEnergy Network e.V. (WEN). Agenda und Anmeldung auf der Homepage des Veranstalters.
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Toyota liefert Wasserstoffverbrenner für MissionH24 in Le Mans. © Toyota Motor Company
(Japan) Toyota Racing soll einen Wasserstoffverbrennungsmotor für den zukünftigen Prototyp von MissionH24 liefern. Der „H24EVO“ genannte Antrieb basiere auf einem speziell für den Motorsport entwickelten 3,5-Liter-V6. Die Leistung wird auf 650 Kilowatt prognostiziert. Das 2018 gestarteten Programm zwischen dem französischen Automobile Club de l’Ouest und dem H24Projekt soll die Nutzung von Wasserstoff im Rennsport fördern. Ziel ist die Etablierung einer eigenen Kategorie für Wasserstoff bei dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Toyota Racing ist die Motorsport-Sparte des Fahrzeugbauers.
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Mit Carbon Capture Storage and Utilization (CCUS / CCS und CCU) lässt sich CO2 unter Tage speichern und nutzen. © Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG)
(Deutschland) Dänemark und die Niederlanden sind potenzielle Zielgebiete für den Export von CO2 aus Deutschland. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde von den Ländern im Bundeswirtschaftsministerium unterzeichnet. Durch die Vereinbarungen sende man das Signal, „dass wir den erfolgreichen Hochlauf“ von Carbon Capture Storage and Utilization (CCS/CCU) in Deutschland weiter vorantreiben wollen, sagt Wirtschaftsstaatssekretär Frank Wetzel. CCS/CCU ermögliche es Unternehmen, schwer vermeidbare CO2-Emissionen abzuscheiden, wirtschaftlich zu nutzen oder dauerhaft insbesondere in ausgeförderten Öl- und Gasfeldern unter dem Meeresboden zu speichern. Die Technologie ist allerdings nicht unumstritten. Einem aktuellen Papier des Foschungsverbundes Geostor zufolge sei das Speicherpotenzial etwa in der deutschen Nordsee erheblich kleiner als noch vor einigen Jahren angenommen.
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Übergabe des Förderbescheids für die Studie in Höhe von 132.000 Euro. © Landkreis Grafschaft Bentheim
(Deutschland) Die niedersächsischen Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim wollen ihren künftigen Wasserstoffbedarf ermitteln. Dabei werde im Rahmen des Projekts „Regionale H2-Infrastrukturen – Chancen- und Machbarkeitsanalyse“ in einer Studie insbesondere untersucht, wie potenzielle Abnehmer und Bedarfscluster an das Wasserstoff-Kernnetz angebunden oder durch alternative Lösungen versorgt werden könnten. Berücksichtigt würden Energiebedarfe der regionalen Unternehmen, die in einer Umfrage erfasst werden sollen. Im Fokus stünden sowohl Standorte in der Nähe des geplanten Wasserstoff-Kernnetzes als auch Kommunen und Gewerbegebiete abseits davon. Im Emsland und der Grafschaft Bentheim sind insgesamt 19 Anschlussmöglichkeiten an das Kernnetz geplant. Für die Studie wurde eine Online-Befragung entwickelt. Auch Unternehmen, für die Wasserstoff derzeit noch kein konkretes Thema sei, könnten teilnehmen. Die Befragung läuft noch bis Ende Oktober 2026. Die Ergebnisse sollen im Sommer 2027 vorliegen.
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Metacon bringt 20-MW-Elektrolysemodul für große Wasserstoffanlagen auf den Markt. © Metacon AB
(Schweden) Metacon AB bringt ein kompaktes 20-MW-Mehrstufen-Alkali-Elektrolysemodul auf den Markt, das eine kosteneffizientere Einführung großräumiger Wasserstoffproduktionsanlagen ermögliche. Das Layout reduziere die benötigte Grundstücksfläche und verkürzte Prozess-, Versorgungs- und elektrische Verbindungen. Das Design senke den Angaben zufolge die Kosten bis zu 30 Prozent bei Stahlkonstruktionen, bis zu 50 Prozent bei Rohrleitungen und bis zu 70 Prozent bei flächenbezogener Infrastruktur im Vergleich zu herkömmlichen gebäudebasierten Lösungen. Das 20-MW-Modul basiert auf den Prinzipien des 10-MW-Moduls. Beide könnten einzeln oder parallel installiert werden, wenn die Kapazität der Anlage steige.
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Pilotteststand für die Analyse von Elektrolysestacks unter Nutzung von verschiedenen Elektrolyten am Fraunhofer IWES. © Fraunhofer IWES
(Deutschland) Meer- und Brackwasser könnten künftig als alternative Ressourcen für die Wasserstoffproduktion dienen. Dies sei insbesondere für küstennahe und Offshore-Anwendungen interessant, so das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM. Die Forscher haben in einem Konsortium Membranen entwickelt, die für die Elektrolyse von nicht gereinigtem Meerwasser geeignet sind. „Je unreiner wir mit unserem Elektrolyten werden, desto mehr stellt sich die Frage, wie lange die einzelnen Komponenten durchhalten“, sagt Andreas Brinkmann vom Fraunhofer IFAM. „Chloride und andere Inhaltsstoffe können Nebenreaktionen auslösen, sich auf Oberflächen ablagern oder Korrosion und Alterung verursachen.“ Mittels elektrochemischer Messungen und Rasterelektronenmikroskopie lasse sich eine Verschleißgeschwindigkeit evaluieren. Parallel entstand am Fraunhofer IWES ein „multi-use-fähiger“ Prüfstand. Damit ließen sich unterschiedliche Elektrolysetechnologien – etwa PEM-, alkalische und AEM-Elektrolyse – sowie neu entwickelte Komponenten mit Brack- oder Salzwasser untersuchen und vergleichen. Die geschaffene Infrastruktur ermögliche nun systematische Langzeituntersuchungen. Am Verbundprojekt „SeaEly“ waren neben dem Fraunhofer IWES und Fraunhofer IFAM unter anderem die TU Berlin, die Whitecell Eisenhuth GmbH & Co. KG und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik beteiligt.
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(USA) Sun Hydrogen, Inc. hat mit der Honda R&D Co., Ltd. ein Forschungsabkommen bis 31. März 2028 verlängert. Ziel ist die Entwicklung eines installationsfähigen Wasserstoffpanel auf Basis der Sun Hydrogen-Technologie zur Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff ausschließlich mit Sonnenlicht und Wasser.
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Ballard Power bietet FC-Serviceprogramm „Fleet 360“ für Betreiber von mit Brennstoffzellen betriebenen Nahverkehrsmitteln in Nordamerika. © Ballard Power
(Kanada) Ballard Power Systems hat unter dem Namen „Ballard Fleet360“ ein umfassendes Servicepaket insbesondere für Betreiber von mit Brennstoffzellen ausgestatteten Nahverkehrsmitteln initiiert. Es sei beim Kauf neuer „FCmove-HD+“-Brennstoffzellenmodule in Nordamerika erhältlich. „FCcare“ biete unter anderem Problemlösungen nebst Ersatzteillieferung. „FCcare+“ umfasse zusätzlich eine Leistungsgarantie für Brennstoffzellenmodule für eine Betriebsleistung bis zu 250.000 Meilen. Hinzu komme mit „Core+“ Überholung und Techniker-Schulung. Das Programm wird vom Remote Operations Centre von Ballard in Vancouver unterstützt. Ballard habe fast 330 Brennstoffzellenbusse in ganz Nordamerika im Einsatz, darunter 225 Busse in Kalifornien, eine Flotte von mehr als 30 in Nevada sowie weitere 3.000 Brennstoffzellenmotoren auf der Straße. Die Kilometerleistung liege kumuliert bei 186 Millionen Meilen (300 Millionen Kilometern). Im Juni hatte Ballard die britische GeoPura Ltd. übernommen und sein Angebot mit „Energy-as-a-Service“-Lösungen ergänzt (mehr dazu).
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Forscher wollen Stacks für Elektrolyseure optimieren. Das Bild zeigt einen Stack-Prüfstand am Institut für Thermodynamik und nachhaltige Antriebssysteme der TU Graz, das 2025 eröffnet wurde. © TU Graz / Oliver Wolf
(Deutschland) Forscher wollen in einem interdisziplinären Konsortium neue Oberflächenstrukturen und Beschichtungen für effizientere Elektroden finden. Die alkalische Wasserelektrolyse sei „eine wichtige Technologie, um grünen Wasserstoff bereitzustellen“, so die Forscher. „Gasblasen, die sich während des Betriebs bilden, können die wirksame Oberfläche teilweise abschirmen, Strömung und Stofftransport behindern und so zusätzliche Verluste verursachen.“ Ziel sei es, Nickel-Elektroden so weiterzuentwickeln, dass Gasblasen schneller abgeführt, der Stofftransport verbessert und dadurch energiebedingte Verluste reduziert würden. Gleichzeitig werde eine skalierbare und wirtschaftliche Herstellung angestrebt. Beteiligt sind das Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU), die TU Darmstadt, die RWTH Aachen und die TU Clausthal. Die Koordination liegt bei der Europäische Forschungsgesellschaft für Blechverarbeitung e.V. (EFB) und wird von der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. begleitet. Das Vorhaben „Fluiddynamisch aktivierte und skalierbar herstellbare Elektroden für die hocheffiziente Wasserstoffproduktion“ (FLASH) läuft mit 1,5 Millionen Euro Fördermitteln des Bundes bis Ende Januar 2029.
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iStock / © Danil Melekhin



