(Vancouver / Kanada) – Die Ballard Power Systems Inc. übernimmt das britische Unternehmen GeoPura Ltd. und wird damit auch zum Energiedienstleister. Der Kaufpreis betrage 275 Millionen Pfund (319 Millionen Euro). Die Gesamtsumme liege einschließlich der Verbindlichkeiten bei über 300 Millionen Pfund. Zusätzlich werde Ballard bis zu 27,5 Millionen Pfund zahlen, sofern GeoPura nach Abschluss der Transaktion bestimmte, nicht näher benannte finanzielle Meilensteine erreiche.

Geopura CEO Andrew Cunningham (links) und CTO Theo Elmer vor einem containerisierten 500-Kilowatt-System von Ballard. © Ballard Power Inc.
GeoPura wurde 2019 gegründet. Unternehmensschwerpunkte sind Leasing und Verkauf von mit Wasserstoff betriebenen Generatoren (Hydrogen Power Units, HPU) sowie von Wasserstoff als Brennstoff. Die Firma bietet netzunabhängige Systeme etwa für Film- und Fernsehproduktionen, Krankenhäuser und das Bauwesen. Sie verfügt über drei Wasserstoffproduktionsstandorte. Zum Kundenstamm gehören den Angaben zufolge unter anderem BBC, Disney, Microsoft, Netflix sowie das britische Verteidigungsministerium.
„Diese Übernahme beschleunigt unser Wachstum erheblich, verlagert unser Geschäft hin zu margenstarken Umsätzen und stärkt unseren Weg zur Rentabilität bis 2028“, sagt Marty Neese, Ballard-Präsident und Chief Executive Officer. Ballard Powers Geschäftstätigkeit umfasst bisher Wasserstoffproduktion, -verteilung, -logistik und -betankung sowie Brennstoffzellen und damit verbundene stationäre Stromversorgung. Das hinzu kommende Geschäftsmodell „Energy-as-a-Service“ verbinde sich mit der Ballard-Brennstoffzellenplattform und biete Raum für die globale Expansion.
GeoPura bringt auch HyMarnham ein
GeoPura erwarte für 2026 einen Umsatz von etwa 38 Millionen Pfund. Es hat von der britischen Regierung 2025 im Rahmen der „Hydrogen Allocation Round 1″ (HAR1) einen Zuschlag erhalten, einem Fördermechanismus, der über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren Einnahmen aus der Wasserstoffproduktion garantiert. Im Joint Venture „HyMarnham“ baut GeoPura gemeinsam mit JG Pears eine 9,3 Megawatt leistende Elektrolyse in Newark, Nottinghamshire, zur Nutzung des Wasserstoffs in einer Abfallbeseitigungsanlage. Ballard übernimmt auch die 50-prozentige Beteiligung von GeoPura an HyMarnham Power.
Nach Abschluss der Transaktion werde Andrew Cunningham, Gründer und Chief Executive Officer von GeoPura, voraussichtlich die Rolle des Präsidenten von Ballard übernehmen und an Marty Neese, den Chief Executive Officer von Ballard, berichten. Darüber hinaus beabsichtige Ballard, Andrew Cunningham und Lord Richard Harrington, den derzeitigen Vorsitzenden von GeoPura, in den Vorstand aufzunehmen. Das Geschäft werde voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen.
Elektrolyseur in Tilbury geplant
Erst im April hatten GeoPura und Forth Ports Ltd. Pläne zur Produktion von grünem Wasserstoff im wichtigsten Londoner Hafen Tilbury verkündet (wir berichteten). Die Anlage mache Tilbury zu einem der ersten großen britischen Häfen, die eine Wasserstoffproduktion im kommerziellen Maßstab für den schwerindustriellen Einsatz aufnehmen, hieß es seinerzeit. Das Vorhaben wird mit zwei Millionen Pfund (2,3 Millionen Euro) von Thames Freeport gefördert. Im Rahmen einer auf vorerst zehn Jahre ausgelegten Vereinbarung entwickelt GeoPura dort auch eine erste PV-Anlage mit einer installierten Leistung von einem Megawatt. Die Entscheidung wurde getroffen, nachdem GeoPura den Auftrag zur Lieferung von 2.500 Tonnen Wasserstoff an Lower Thames Crossing, eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Großbritanniens, erhalten hat. Das Industriegebiet Thames Freeport erstreckt sich über 38 Kilometer entlang der Themse in East London und South Essex, wo Forth Ports die Häfen Port of Tilbury, DP World London Gateway und Ford Dagenham betreibt.
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GeoPura will im Hafen von Tilbury grünen Wasserstoff produzieren. © Thames Freeport Ltd.



