Deutschland: Friedrich Vorwerk baut Wasserstoffleitung H2Coastlink 1 +++ Spanien: H2med-Konsortium kündigt FEED-Phase für BarMar-Pipeline an +++ Österreich: OMV bekommt 450-Millionen-Kredit für 140-MW-Elektrolyseur +++ Deutschland: Sachsen-Anhalt aktualisiert Landesstrategie Wasserstoff +++ Österreich: RAG Austria und Andritz erweitern die Elektrolyseanlage in Gampern auf 15 MW +++ Polen: BMWE bietet Ende Oktober Wasserstoff-Geschäftsreise für deutsche Mittelständler an +++ Österreich: Bosch nimmt neue Methanol-Infrastruktur in Hallein in Betrieb +++ Korea: Jera und Samsung C&T stärken Wertschöpfungskette für Wasserstoff und Ammoniak

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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Der symbolische Spatenstich für die Pipeline erfolgte am 30. Juni – jetzt wurde verkündet, dass die Friedrich Vorwerk Group die Leitung baut. © EWE Netz

(Deutschland) Die Friedrich Vorwerk Group SE, Pipeline- und Anlagenbauer für Erdgas-, Strom- und Wasserstoffinfrastruktur, erhält als Teil einer Arbeitsgemeinschaft den Auftrag für den Neubau der Wasserstoffleitung „H2Coastlink 1“ in Norddeutschland zwischen Emden und Leer. Auftraggeber ist die EWE Netz GmbH als Generalübernehmer, Träger des Vorhabens ist der Fernleitungsnetzbetreiber GTG Nord GmbH. Beide Unternehmen sind Töchter des EWE-Konzerns. Kernstück der neuen Trasse ist eine rund 24 Kilometer lange Wasserstoffhochdruckleitung der Dimension DN 400 (Durchmesser 40 Zentimeter); hinzu kommen die Anbindung vom künftigen Elektrolyseur bis zur Wasserstoff-Einspeiseanlage in Emden sowie die Anschlussleitungen an das überregionale Wasserstoffnetz in Leer. Der Auftragswert liege im zweistelligen Millionenbereich. Die Übergabe der Leitung an die GTG Nord GmbH ist für den Herbst 2027 vorgesehen. Der Spatenstich war am 30. Juni und wurde von EWE und GTG vorgenommen (mehr dazu).

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Das H2med-Konsortium kündigt FEED-Phase für die BarMar-Pipeline an. Über die 450 Kilometer lange Leitung soll Wasserstoff von Barcelona nach Marseille strömen. © H2med

(Spanien) Das Konsortium des EU-Korridors für grünen Wasserstoff „H2med“ beginnt eigenen Angaben zufolge mit der detaillierten „Front-End Engineering and Design“-Planung (FEED) für das Teilvorhaben „BarMar“, einer Unterwasser-Pipeline zwischen Spanien und Frankreich (Barcelona / Marseille) mit einer Kapazität von zwei Millionen Tonnen. Der Abschluss der Pre-FEED-Phase von BarMed bestätige die technische Machbarkeit des Projekts. In dieser Vorphase wurde eine vorläufige Route des Korridors festgelegt. Teil des nächsten Schritts sei die Vergabe des technischen Entwurfs der FEED-Phase und die detaillierte maritime Studie. H2med soll in den 2030er Jahren die Wasserstoffmärkte in Süd- und Nordeuropa über Portugal, Spanien, Frankreich und Deutschland miteinander verbinden. Der Korridor umfasst BarMar sowie Leitungen zwischen Portugal und Spanien („CelZa“, Celorico da Beira / Zamora) mit einer Kapazität von 0,75 Millionen Tonnen, außerdem die Anbindung an das deutsche Wasserstoffkernnetz. Zum Konsortium gehören die Gasfernleitungsnetzbetreiber Enagás SA (Spanien), GRTgaz SA (Spanien), Redes Gasodutos SA (REN, Portugal), Teréga SAS (Spanien) und die Open Grid Europe GmbH (OGE, Deutschland).

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OMV-Raffinerie Schwechat. © OMV AG

(Österreich) Der Öl- und Gaskonzern OMV AG bekommt von der Europäischen Investitionsbank ein Darlehen in Höhe von 450 Millionen Euro für den Bau des Elektrolyseurs mit 140 Megawatt Leistung, der zurzeit in Niederösterreich errichtet wird. Die Anlage in Bruck an der Leitha erzeugt nach Fertigstellung jährlich 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff zur Dekarbonisierung der OMV Raffinerie Schwechat (mehr dazu). Die gesamte Investition liegt bei 600 Millionen Euro. Bereits im Januar dieses Jahres hatte OMV Fördermittel durch die staatliche Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) in Höhe von 123 Millionen Euro angekündigt (mehr dazu). Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2027 vorgesehen. OMV geht davon aus, dass sich die CO2-Emissionen dadurch um etwa 150.000 Tonnen reduzieren werden – dies entspricht rund zehn Prozent der derzeitigen direkten Emissionen in Schwechat. Eine 10-Megawatt-Anlage ist dort bereits in Betrieb.

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Sachsen-Anhalt hat seine Wasserstoffstrategie fortgeschrieben. © Landesregierung Sachsen-Anhalt

(Deutschland) Armin Willingmann, Energieminister von Sachsen-Anhalt, hat eine überarbeitete Wasserstoffstrategie des Landes vorgestellt. Neben „klaren Zielen für den weiteren Aufbau der Wasserstoffwirtschaft“ bestünden „große Erwartungen an die EU, bürokratische Hürden abzubauen, damit grüner Wasserstoff günstiger und für die Wirtschaft attraktiver“ werde. Sachsen-Anhalt könne sich „in den kommenden Jahren zu einem führenden Wasserstoffland entwickeln“, allerdings komme Deutschland „beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft nur schleppend voran“, sagte Willingmann. Aktuell dürfen Unternehmen nach EU-Vorgaben ihren erzeugten Wasserstoffnur dann als „grün“ verkaufen, wenn dieser nachweislich zeitgleich mit Strom aus eigens dafür errichteten Windkraft- oder Solaranlagen hergestellt wird. „Das ist in der Praxis kaum machbar und macht Wasserstoff unnötig teuer.“ Im Rahmen der Wasserstoffstrategie schlägt der Energieminister unter anderem ein Quotenmodell vor, wonach energieintensive Branchen wie Chemie-, Düngemittel-, Stahl- und Metallindustrie über ein gestuftes Modell schrittweise auf Wasserstoff umsteigen könnten. Im Rahmen eines „7-Punkte-Plans“ will die Landesregierung unter anderem Schlüsselprojekte begleiten, Wasserstoff mit Erneuerbaren systematisch verzahnen und das landesweite Verteilnetz sowie die Speicherinfrastruktur nebst Leitmärkten entwickeln. Die „Wasserstoffstrategie Sachsen-Anhalt. Fortschreibung: Regional. Vernetzt. Zukunftssicher“ gibt es kostenfrei als PDF (62 Seiten) auf der Website des Energieministeriums.

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Spatenstich in Oberösterreich: RAG Austria und Andritz erweitern Elektrolyseur in Gampern von 2,5 auf 15 Megawatt. © RAG Austria AG

(Österreich) Das Gasspeicherunternehmen RAG Austria AG und der Maschinenbauer Andritz AG erweitern die Elektrolyseanlage in Gampern (Oberösterreich) von 2,5 auf 15 Megawatt (MW). Auftragnehmer Andritz baut das System auf EPC-Basis (Engineering, Procurement, Construction). Die Investitionshöhe wird nicht genannt. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 geplant. Die Anlage soll dann jährlich rund 17 Millionen Kubikmeter (1.500 Tonnen) grünen Wasserstoff produzieren, wobei Sonnenstrom als primäre erneuerbare Energiequelle genutzt wird. Energieversorger wie EVN AG, Energie AG, Kelag, Linz AG und Salzburg AG hätten bereits Elektrolyse-Kapazitäten gebucht. In Gampern wird der grüne Wasserstoff im Untergrund gespeichert. In Zeiten geringer erneuerbarer Stromerzeugung solle er großvolumig zur Strom- und Wärmeproduktion nutzbar sein, um schrittweise Erdgas zu ersetzen. Die 2,5-MW-Anlage ist seit April 2023 in Betrieb (mehr dazu).

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(Polen) Die deutsche Exportinitiative Energie des Bundeswirtschaftsministeriums bietet über die Außenhandelskammer Polen vom 26. bis 30. Oktober eine fünftägige „Energie-Geschäftsreise“ zum Thema „Erzeugung von grünen Gasen“ wie Biomethan und Wasserstoff an. Ziel sei es, deutschen Unternehmen einen strukturierten Zugang zum polnischen Wachstumsmarkt zu ermöglichen. Polen verfüge über erhebliche Potenziale, doch befänden sich viele Projekte noch in frühen Entwicklungs-, Genehmigungs- oder Pilotphasen. Daraus ergäben sich konkrete Chancen für deutsche Technologieanbieter, Anlagenbauer, Komponentenhersteller und Engineering-Dienstleister. Weitere Info auf der Website der Exportinitiative Energie.

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ori BU: HALLEIN - SALZBURG: 2026-07-15: Methanol Infrastruktur-Erˆffnung im Bosch-Werk Halleinv.l. bei der offiziellen Erˆffnung v.l. Irene Schulte (Gesch‰ftsf¸hrerin IV Salzburg), Peter Eder (Pr‰sident Arbeiterkammer Salzburg), Kurt Schattauer (Stv. Entwicklungschef Werk Hallein), Stefan Schenk (Weltweiter Bosch Gesch‰ftsbereichsleiter), Alexander Stangassinger (B¸rgermeister Hallein), Karoline Edtstadler (Landeshauptfrau Salzburg), Amadeep Singh (Kaufm‰nnischer Werksleiter Bosch Hallein), Christian Sander (technischer Werksleiter Bosch Hallein), Helmut Weinwurm (Vorsitzender der Gesch‰ftsf¸hrung Bosch ÷sterreich), Monika Vogl (Bezirkshauptfrau Hallein) und Marianne Kusejko (Vizepr‰sidentin Wirtschaftskammer Sazburg). Foto: Robert Bosch AG/APA-Fotoservice/Franz Neumayr

Die Robert Bosch AG hat in Hallein im Beisein von von Vertretern aus Politik und Wirtschaft die neue Methanol-Infrastruktur in Betrieb genommen, um Großmotoren-Einspritzsysteme für alternative Kraftstoffe weiterzuentwickeln und zu testen. © Robert Bosch AG / APA-Fotoservice / Franz Neumayr

(Österreich) Die Robert Bosch AG hat am Standort Hallein, Bundesland Salzburg, eine neue Methanol-Infrastruktur in Betrieb genommen. Damit schaffe das Unternehmen die Voraussetzungen, um Einspritzsysteme für alternative Kraftstoffe weiterzuentwickeln und zu testen. Insgesamt investiere Bosch dort für den Ausbau von Entwicklung und Fertigung moderner Technologien 52 Millionen Euro. Der Standort Hallein sei innerhalb der Bosch-Gruppe das weltweite Kompetenzzentrum für Großmotoreneinspritzsysteme. Die dort entwickelten Common-Rail-Systeme ermöglichten den Einsatz alternativer Kraftstoffe wie Methanol, Wasserstoff oder Ammoniak in großen Anwendungen wie beispielsweise in der Schifffahrt, im Schienenverkehr oder in stationären Energieanlagen. Für die Dekarbonisierung des Schwerlastbereichs brauche es technologische Vielfalt – insbesondere dort, wo Elektrifizierung an ihre Grenzen stoße. „Mit der neuen Methanol-Infrastruktur schaffen wir die Voraussetzungen, diese Technologien weiterzuentwickeln und für den Einsatz bei unseren Kunden zur Serienreife zu bringen“, sagt Stefan Schenk, Leiter des weltweiten Bosch-Geschäfts für Großmotoreneinspritzsysteme.

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Jera und Samsung C&T wollen gemeinsam die Märkte für Wasserstoff und Ammoniak stärken (v.l.): Yuichiro Kato, Executive Officer Jera, Head of the Low Carbon Fuel Value Chain Division, und Edward Cho, Samsung C&T-Executive Vice President. © Jera Co., Inc.

(Korea) Japans größter Stromerzeuger Jera Co., Inc. und das koreanische Handelsunternehmen Samsung C&T Corp. haben eine Vereinbarung zur Stärkung der Wasserstoff- und Ammoniak-Wertschöpfungsketten unterzeichnet, um die Versorgungssicherheit zu verbessern. Man wolle „die Entwicklung robuster und kommerziell tragfähiger kohlenstoffarmer Wasserstoff- und Ammoniakmärkte in der gesamten Region unterstützen“, sagt Irtiza Sayyed, CEO von Jera Global Energy Solutions. Mit begrenzten inländischen Energiequellen seien Japan und Südkorea stark auf importierte Energie angewiesen. Da Wasserstoff und Ammoniak für beide Länder immer wichtiger würden, seien widerstandsfähige und wirtschaftlich tragfähige Wertschöpfungsketten unerlässlich, um den umfassenderen Einsatz der Kraftstoffe im großen Maßstab zu ermöglichen.

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iStock / © Danil Melekhin