(Oldenburg / Deutschland) – Die EWE AG beginnt in Norddeutschland den Bau einer 24 Kilometer langen Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 vorgesehen. „H2Coastlink 1“ verbindet künftig den Elektrolyseur in Emden mit dem Wasserstoffkernnetz. Die Planung und den Bau der Leitung übernimmt EWE Netz im Auftrag von GTG Nord. Beide Unternehmen sind Töchter des EWE-Konzerns. An die Infrastruktur sollen später weitere Leitungen angeschlossen werden, darunter das Projekt HyperLink von Gasunie Deutschland und der von OGE geplante Nordsee-Ruhr-Link IV.

Stefan Dohler (CEO EWE AG) und Gunnar Groebler (CEO Salzgitter AG) unterzeichnen im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies und BMWE-Staatssekretärin Gitta Connemann einen Liefervertrag für grünen Wasserstoff. © EWE / Gerd Markert Fotografie

Die Wasserstofferzeugungsanlage ist für eine installierte Leistung von 320 Megawatt ausgelegt und wird derzeit errichtet. Mitte Juni wurde ein Abnahmevertrag mit dem niedersächsischen Stahlkonzern Salzgitter AG geschlossen (wir berichteten). Demnach liefert der Emdener Energiedienstleister ab 2030 über das Wasserstoffkernnetz jährlich 10.000 Tonnen des Energieträgers zur umweltschonenden Stahlherstellung im Rahmen des Programms „Salcos“ (Salzgitter Low CO2 Steelmaking).

Kapazität 70.000 Tonnen pro Jahr

Über die neue Leitung sollen künftig rund 26.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr aus dem Elektrolyseur in Emden transportiert werden. Insgesamt verfügt die Pipeline über eine Transportkapazität von mehr als 70.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Das Projekt „Clean Hydrogen Coastline“ zum Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft im Nordwesten Deutschlands wird von der EU, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Land Niedersachsen gefördert. 

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Spatenstich für die 24 Kilometer lange Wasserstoffleitung „H2Coastlink 1“ zwischen Emden und Leer (v.l.): Marco van der Spek (Programmleiter H2Coastlink, EWE Netz), Matthias Groote (Landrat Landkreis Leer), Tim Olbricht (Geschäftsführer GTG Nord), Frank Reiners (Vorstandsmitglied EWE AG), Heiko Fastje (Geschäftsleitung EWE Netz). © EWE Netz / Carina Penning