Südkorea: Hyundais Brennstoffzellen-Lkw haben in Europa mehr als 20 Millionen Kilometer absolviert +++ Deutschland: MB Energy übernimmt Wasserstofftankstelle in Neumünster +++ Oman: Meranti Green Steel hat die erste Jahresproduktion der geplanten HBI-Anlage in Duqm vermarktet +++ Deutschland: GIZ und Thyssenkrupp Nucera analysieren Markt für grünen Wasserstoff in Indien +++ Frankreich: Lhyfe liefert 200 Tonnen grünen Wasserstoff an Hylikos-Tankstellen +++ Brasilien: BMWE fördert H2-Partnerschaften deutscher Unternehmen +++ Deutschland: EU-Kommission genehmigt drei Milliarden Euro zur Förderung sauberer Technologien +++ China: 1,5 GW Offshore-Windparks mit Elektrolyseuren geplant +++ Portugal: Plug Power schließt Installation von 100-MW-Elektrolyse in Sines ab

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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In Deutschland wurden die ersten Xcient-Fahrzeuge 2022 auf die Straße gebracht. © Hyundai Motor Company

(Südkorea) Die Flotte der Brennstoffzellen-Lkw des Typs „Xcient“ der Hyundai Motor Company hat bis Ende Januar 2026 in Europa kumuliert 20 Millionen Kilometer zurückgelegt. Derzeit sind nach Unternehmensangaben 165 Fahrzeuge in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich im Einsatz, vor allem in den Bereichen Lebensmittel- und Getränkelogistik sowie Supermarktdistribution, ferner Spezialfahrzeuge wie Müll- und Kranwagen. Die erste Fahrzeuge wurden 2020 in der Schweiz auf die Straße gebracht, nach Deutschland kamen die Lkw 2022. In Nordamerika wurden seit der Einführung des Xcient im Jahr 2023 bislang mehr als 1,6 Millionen Kilometer absolviert. Dort sind derzeit insgesamt 63 der Fuel Cell-Lkw im Einsatz. 30 fahren im Hafen von Oakland (Kalifornien), 21 in Georgia, weitere in British Columbia (Kanada).

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MB Energy hat von Hypion eine Wasserstofftankstelle in Neumünster übernommen. © Hypion GmbH

(Deutschland) Die Hamburger MB Energy Gruppe hat rückwirkend zum 1. Januar 2026 eine Wasserstofftankstelle in Neumünster nahe der Autobahn A7 übernommen. Die für Lkw konzipierte Automaten-Station mit einer Kapazität von 2.000 Kilogramm Wasserstoff pro Tag wurde im November 2023 von Hypion eingeweiht, ist auch für Pkw zugänglich und werde innerhalb des Tankpool24-Netzwerks betrieben, zu dem über 2.000 Tankstellen in Europa und mehr als 750 in Deutschland gehören. „Wir sind überzeugt, dass Wasserstoff eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung von morgen spielen wird“, sagt Philipp Kroepels, Director New Energy bei MB Energy. Erst im Januar hatte MB Energy eine Wasserstofftankstelle in Lübeck eingeweiht (wir berichteten), kumuliert verfügt das Unternehmen nun über vier Stationen in Deutschland, an denen der Energieträger angeboten wird. Überdies hat die Gruppe zwei Wasserstofftankstellen in Schweden gebaut und Fördermittel für weitere Standorte erhalten.

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Hafen der Sonderwirtschaftszone von Duqm im Oman. © Port of Duqm

(Oman) Der in Singapur beheimatete Stahlkonzern Meranti Green Steel hat Abnahmevereinbarungen für Eisenbriketts (Hot Briquetted Iron, HBI) geschlossen, die künftig in der Sonderwirtschaftszone Duqm hergestellt werden sollen. Die Vereinbarungen deckten die Jahresproduktion des ersten Moduls in Höhe von 2,5 Millionen Tonnen ab. Davon gehen eine Millionen Tonnen an Thyssenkrupp Materials Trading, womit sich das Unternehmen auf die Märkte Deutschland, Belgien und die Niederlande konzentrieren werde. Weitere 0,25 Millionen Tonnen gehen an Interfer Edelstahl & Interfer Austria (Italien, Österreich). Der Rest wird an Glencore und an Merantis neues Stahlwerk in Rayong, Thailand, geliefert. Bei der „Direktreduktion“ (DRI) von Eisen wird das CO2-intensive Koks in der Erzschmelze durch Erdgas oder Wasserstoff ersetzt. Bei dem Prozess entsteht „Eisenschwamm“ als Pellets, die wiederum zu HBI verpresst und dann im Elektrolichtbogenofen zu Rohstahl weiterverarbeitet werden. Meranti will in Oman zur HBI-Herstellung vorerst Erdgas mit grünem Wasserstoff mischen und später vollständig auf Erdgas verzichten. Die Investitionsentscheidung (FID) für das im August vergangenen Jahres angekündigte Bauvorhaben soll Mitte 2026 fallen. Die Inbetriebnahme ist für 2029 vorgesehen.

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Thyssenkrupp Nucera und GIZ wollen mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums den indischen Markt für grünen Wasserstoff erschließen. © GIZ

(Deutschland) Die bundeseigene Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die Thyssenkrupp Nucera AG haben eine Kooperation geschlossen, um die Märkte entlang der Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff und Power-to-X (PtX) in Indien zu erschließen. Unterstützung gibt es vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Programms „International Hydrogen Ramp-Up“ (H2Uppp). Die GIZ ist für die Umsetzung verantwortlich, Thyssenkrupp Nucera, Anbieter von Elektrolysetechnologien, bringt sein technologisches Wissen im Bereich Wasserstoff ein. „Die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, unser Verständnis des lokalen Marktes zu vertiefen und uns enger mit dem indischen Wasserstoff-Ökosystem zu vernetzen“, sagt Kiran Paul Joseph, CEO von Thyssenkrupp Nucera India. Dazu gehöre eine detaillierte Analyse der sich entwickelnden Landschaft Indiens für grünen Wasserstoff nebst Nutzung des etablierten Marktpotenzials, Identifizierung strategischer Bereiche für eine intensivierte Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren und die Unterstützung der weiteren Marktentwicklung in Richtung einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen grünen Wasserstoffwirtschaft.

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Lhyfe liefert Wasserstoff per Trailer an die Hyliko-Tankstelle in Villabé. © Hyliko

(Frankreich) Lhyfe wird im Laufe der nächsten beiden Jahre mehr als 200 Tonnen Wasserstoff an zwei Tankstellen von Hylikos im Großraum von Paris liefern. Damit werde ein bereits laufender Vertrag für bislang eine Station in Villabé (Essonne) erweitert. Die zweite Hyliko-Tankstelle soll 2027 in Tremblay-en-France (Seine-Saint-Denis) im Logistikzentrum Roissy nahe der Autobahn A1 in Betrieb gehen. Den Angaben zufolge erfülle der Tankstellenbetreiber mit der Abnahme des  EU-zertifizierten RFNBO-Treibstoffs den französischen Regulierungsrahmen zur Förderung erneuerbarer Energien im Verkehr durch Steueranreize. Lhyfe hatte die Unterzeichnung des Vertrags bereits im November verkündet, nannte seinerzeit allerdings weder Namen noch Details.

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Grünen Strom für grünen Wasserstoff: Sowitec-Windpark in Brasilien. © Sowitec do Brasil / Sowitec Group GmbH

(Brasilien) Deutschland fördert die Zusammenarbeit deutscher und brasilianischer Unternehmen im Bereich grünem Wasserstoff. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt im Rahmen des International Hydrogen Ramp-up Programme (H2Uppp) Projekte entlang der gesamten H2-/PtX-Wertschöpfungskette – von Produktion, Umwandlung, Lagerung, Transport und Nutzung bis hin zu Qualifizierungen, Technologietransfer und Machbarkeitsstudien. Die Vorhaben sollen sowohl wirtschaftliche Impulse setzen als auch einen nachhaltigen Beitrag zur Energiewende leisten, heißt es in der Ausschreibung. Gefördert werden Kooperationsvereinbarungen mit maximal 300.000 Euro sowie Dienstleistungsverträge mit maximal 200.000 Euro. Unternehmen (oder Konsortium) müssen sich jeweils mindestens zur Hälfte an den Kosten beteiligen. H2Uppp richtet sich an deutsche und europäische Unternehmen sowie lokale Firmen, die als Konsortialpartner teilnehmen können. Antragsteller müssen diverse Zulassungskriterien erfüllen und seit mindestens drei Jahren im Geschäft sein. Projektanträge können bis zum 30. März 2026 eingereicht werden.

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Die EU-Kommission genehmigt Beihilfen für deutsche Unternehmen in Höhe von drei Milliarden Euro. © EU-Kommission / Christophe Licoppe

(Deutschland) Die Europäische Kommission hat eine mit drei Milliarden Euro ausgestattete deutsche Beihilferegelung genehmigt, mit der Investitionen für saubere Technologien gefördert werden sollen. Grundlage ist der Rahmen für staatliche Beihilfen zur Unterstützung des Deals für eine saubere Industrie (CID-Beihilferahmen). Demnach können die Mitgliedstaaten bis zum 31. Dezember 2030 Beihilfemaßnahmen wie Zuschüsse, Steuervergünstigungen, Zinszuschüsse oder Garantien für neue Darlehen gewähren, um den grünen Wandel zu beschleunigen. Dies umfasst unter anderem die Förderung von Investitionen in erneuerbaren Energiequellen einschließlich Energiespeicher, die Nutzung kohlenstoffarmer Brennstoffe, Maßnahmen zur befristeten Strompreisentlastung für energieintensive Verbraucher, aber auch die Nutzung von erneuerbarem und strombasiertem Wasserstoff sowie die Umstellung auf aus Wasserstoff gewonnene Brennstoffe. Die Mitgliedstaaten können zudem Investitionsvorhaben für Technologien gewähren, die unter die Netto-Null-Industrie-Verordnung fallen, etwa Endprodukte wie Batterien, Solarmodule, Windkraftanlagen, Wärmepumpen, Elektrolyseure sowie Ausrüstung für die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von CO2, einschließlich dazugehöriger Schlüsselkomponenten.

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(China) Baowu Clean Energy, Tochter der staatlichen China Baowu Iron and Steel Group, hat das Projekt Baowu Qingneng (Yangjiang) Green Hydrogen Industrial Park gestartet. Medienberichten zufolge sollen Offshore-Windparks mit einer Leistung von 1,5 Gigawatt direkt mit Elektrolyseuren verbunden werden, die nach Fertigstellung jährlich 80.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren sollen. Der Industriepark werde außerdem eine Produktionslinie für grünes Ammoniak, eine Fertigungsbasis für Wasserstoffausrüstungen, eine Produktionslinie für Festkörperspeichermaterialien und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum umfassen. Hinzu komme eine eigene Wasserstoffpipeline-Infrastruktur, um den Energieträger von Yangjiang an Baowus Eisen- und Stahlwerke in Zhanjiang zu liefern. Weitere Pipelines seien geplant, um den Markt in Guangdong, Hongkong und Macao zu bedienen. Nach Angaben des „China Hydrogen Bulletin“ belaufen sich die Investitionskosten auf 11,09 Milliarden Yuan (1,6 Milliarden Euro). Nach einem 2022 veröffentlichten Plan soll bis 2035 eine Produktionskapazität für grünen Wasserstoff mit bis zu 200.000 Tonnen aufgebaut werden.

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Plug Power hat für den portugiesischen Mineralölkonzern Galp in dessen Raffinerie in Sines Elektrolyseure mit einer Leistung von 100 Megawatt installiert. © Galp Energia

(Portugal) Die Plug Power Inc. hat in der portugiesischen Raffinerie des Ölkonzerns Galp Energia SGPS S.A. in der Hafenstadt Sines südlich von Lissabon die Installation einer Elektrolyseanlage abgeschlossen. Die zehn PEM-Elektrolyseure des Typs „GenEco“ des US-Unternehmens haben eine Leistung von kumuliert 100 Megawatt. Die Inbetriebnahme soll „in den kommenden Monaten“ beginnen. Der Ertrag wird auf 15.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr prognostiziert und etwa 20 Prozent des bislang verwendeten grauen Wasserstoffs ersetzen. Die GenEco-Elektrolyseure von Plug würden nach Unternehmensangaben von einer globalen Lieferkette unterstützt, die Komponenten aus den USA und Europa integriert und regionale Expertise mit skalierbarer PEM-Technologie kombinieren. Das Sines-Projekt sei Teil der strategischen Expansion von Plug in Europa, die den Einsatz von Multi-Gigawatt-Elektrolyseuren in Spanien, Großbritannien und darüber hinaus umfasst.

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iStock / © Danil Melekhin