(Jänschwalde) – Die Hy2gen AG will auf einem ehemaligen Flugplatz im brandenburgischen Jänschwalde eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff und umweltfreundlichem Flugzeugtreibstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) errichten. Das „Jangada“ genannte Projekt soll 2027 in Betrieb gehen.

Nach Angaben des Wiesbadener Unternehmens starte man jetzt mit dem Grundstückseigentümer Euromovement Industriepark GmbH die erste Projektphase mit einer Machbarkeitsstudie. Anschließend sollen 2023 die Vorarbeiten auf dem Gelände beginnen, die Fertigstellung ist für 2027 mit einer anfänglichen Elektrolyseurkapazität von 123 Megawatt geplant. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf rund 500 Millionen Euro.

Wirtschaftliche Impulse für Brandenburg

Jörg Steinbach, Wirtschafts- und Energieminister des Landes Brandenburg, erhofft sich „wichtige Impulse für die Strukturentwicklung in der Lausitz“ und für Brandenburg als Technologie- und Wirtschaftsstandort. Auf dem ehemaligen „Green Areal Lausitz“ (GRAL) genannten Industriegebiet mit dem vormaligen Militärflugplatz Cottbus-Drewitz will sich auch das bayerische Unternehmen Energy4future GmbH (E4F) ansiedeln.

Der Gewerbepark soll auf einer Fläche von 209 Hektar vorrangig Unternehmen anziehen, die nachhaltig und CO2-neutral produzieren. Rund 35 Prozent der Flächen sind für die Erzeugung von regenerativen Energien vorgesehen, außerdem ist die Anbindung an das Güterverkehrsnetz der Deutschen Bahn geplant.

Die 2017 gegründete Hy2gen AG entwickelt, finanziert, baut und betreibt weltweit Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff und wasserstoffbasierten E-Fuels. Im Februar verkündete das Unternehmen den Bau einer Produktionsanlage für grünes Ammoniak in der Gemeinde Sauda an der Südwestküste Norwegens. Zu den Eignern gehören auch das Rohstoffhandelsunternehmen Trafigura Group Pte. Ltd. sowie der Investor Copenhagen Infrastructure Partners (CIP). Der Baubeginn ist für das erste Quartal 2024 vorgesehen, die Inbetriebnahme erfolgt Anfang 2027.

Im Juli vergangenen Jahres verkündete Hy2gen Pläne, gemeinsam mit Trafigura eine Studie zum Ammoniakbedarf der Schifffahrtsindustrie zu erstellen. Damit sollen unter anderem Aspekte für eine groß angelegte kommerzielle Einführung untersucht werden, einschließlich der erforderlichen Mengen an grünem Ammoniak und der benötigten Transport- und Lagerkapazitäten.

Seine Projektpipeline beziffert Hy2gen auf Anlagen mit einer Leistung von kumuliert mehr als zwölf Gigawatt. Trafigura ist seit 2019 Investor bei Hy2gen.

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Rendering von „Jangada“. © Hy2gen AG

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