(Jyväskylä / Finnland) – Finnlands erster Brennstoffzellen-Lkw fährt demnächst im Rahmen eines Pilotprojekts zwischen Jyväskylä und Helsinki. Der Betrieb soll voraussichtlich um die Jahreswende beim Transportunternehmen A. Peltola Oy in dessen regulären Flotte starten. Initiator und Koordinator ist die Central Finland Mobility Foundation (Cefmof). Parallel zum Einsatz des Fahrzeugs sammelt die Organisation Daten und Erfahrungen zu dessen Leistungsfähigkeit in der kommerziellen Logistik. Die Informationen werden für Forschung und Entwicklung sowie zur Förderung einer breiteren kommerziellen Einführung des wasserstoffbetriebenen Schwerlastverkehrs genutzt.

Eine Brennstoffzellenvariante des Scania-Fahrzeugs kann 56 Kilogramm Wasserstoff aufnehmen und hat eine Reichweite von mehreren Hundert Kilometern. © Scania Suomi Oy

Die Zugmaschine ist kein Serienmodell, sondern ein 68-Tonner für den „High-Capacity Transport“ (HCT). Nach Angaben von Cefmof sei dies „die erste brennstoffzellenbetriebene HCT-Kombination dieser Größe in Europa“. „Der Wasserstoff-Lkw wird Teil unseres regulären kommerziellen Betriebs, sodass wir Erfahrungen unter realen Bedingungen sammeln können“, sagt Ari Peltola, Inhaber von A. Peltola. Zudem könne man damit alle vier im Schwerlastverkehr eingesetzten Antriebsvarianten – Diesel, Biogas, Batterie und Wasserstoff – vergleichen. Neben der Brennstoffzelle verfügt der Lkw auch über eine große wiederaufladbare Batterie. Die Kombination ermögliche eine Reichweite von mehreren Hundert Kilometern. Getankt wird an der von Cefmof Hydrogen Oy betriebenen Station in Jyväskylä. Der Tank fasst 56 Kilogramm bei 700 bar. Die Brennstoffzelle leistet 300 Kilowatt, der Elektromotor 400 Kilowatt, die Antriebsbatterie liefert 416 Kilowattstunden.

Aufbau eines nationalen Wasserstoff-Verkehrskorridors

Zur Beteiligung der Stadt Jyväskylä an der Finanzierung laufe derzeit der Entscheidungsprozess. Seit 2007 sind in Jyväskylä die Emissionen aus dem Straßenverkehr um 28 Prozent zurückgegangen – deutlich langsamer als die Emissionen aus anderen Quellen (minus 57 Prozent). „Sollte sich der Trend fortsetzen, wäre der Straßenverkehr im Jahr 2030 die größte Emissionsquelle der Stadt“, so Cefmof.

Deren Lage an den wichtigsten finnischen Verkehrsachsen, die Wasserstoff-Tankinfrastruktur sowie die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in der Region böten günstige Voraussetzungen für die Entwicklung des wasserstoffbetriebenen Schwerlastverkehrs. Langfristiges Ziel sei es, die Voraussetzungen für den Aufbau eines nationalen Wasserstoff-Verkehrskorridors zu schaffen, der in Jyväskylä seinen Ausgangspunkt hat.

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Cefmof hat ein Pilotprogramm gestartet, bei dem ein Brennstoffzellen angetriebener Scania-Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 68 Tonnen im regulären Logistikbetrieb getestet wird. © Scania Suomi Oy