(Madrid / Spanien) – Bosch testet in Madrid ein Brennstoffzellen-Antriebssystem (Fuel Cell Power Module, FCPM) in einem Bus des baskischen Herstellers Irizar. Das Fahrzeug werde insbesondere auf Strecken unterwegs sein, auf denen es „mit seiner hohen Reichweite seine Vorteile voll ausspielen“ könne – auch im Überlandverkehr. Betreiber ist die spanische Busgesellschaft Alsa.

Das Brennstoffzellensystem FCPM C190 bietet eine Reichweite von 1.000 Kilometer und ist damit auch für Überlandfahrten geeignet. © Robert Bosch GmbH

„Die Brennstoffzelle bietet sich insbesondere für Busse an, die täglich längere Strecken fahren und unterwegs kaum die Möglichkeit haben, zu laden“, so das Unternehmen. „Mit dem Testbetrieb können wir zeigen, dass die Brennstoffzellentechnik bereit ist für den Serieneinsatz im Personenverkehr.“ In den vergangenen Wochen habe das Testfahrzeug bereits umfassende Erprobungen durchlaufen. Im Testbus kommt das Brennstoffzellensystem FCPM C190 zum Einsatz. Es basiere auf einem horizontalen Doppelstack und bietet eine Dauerleistung von 190 Kilowatt. Mit dem verfügbaren Tankvolumen seien Reichweiten von über 1.000 Kilometer möglich. Das Tanken dauere zehn bis 15 Minuten. 

Brennstoffzellen auch für Reisebusse und Lkw

Neben dem FCPM C190 biete Bosch das FCPM C300 mit 300 Kilowatt Leistung für schwere Reisebusse und Lkw. Im März hatte der Konzern zudem das FCPM C100 mit 100 Kilowatt Dauerleistung für städtische Busse vorgestellt, das auf der Variante C190 basiert. 2025 verkündete Bosch den Markteintritt seines Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks zur Produktion von Wasserstoff. Darüber hinaus arbeite Bosch an Wasserstoffmotoren und biete entsprechende Komponenten für die Saugrohr- und Direkteinblasung an.

Busbetreiber und städtische Verkehrsbetriebe stellen aufgrund von EU-Vorgaben zunehmend auf umweltfreundlichere Antriebskonzepte um. So müssen die CO2-Emissionen neu zugelassener Stadtbusse bis 2030 um 90 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 sinken, für alle anderen Bustypen gilt dies von 2040 an. 

Die Brennstoffzelle sei auch im Busbetrieb eine „perfekte Ergänzung zum batterieelektrischen Antrieb“, sagt Thomas Pauer, Vorsitzender des Bosch-Bereichsvorstands Power Solutions. 2025 seien nach Zahlen des europäischen Fahrzeugherstellerverbandes ACEA in der EU insgesamt gut 38.000 Busse neu zugelassen worden.

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Busbetreiber Alsa testet Brennstoffzellen-Antrieb von Bosch in Madrid. © Robert Bosch GmbH