(Toulouse / Frankreich) – Der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus und der Münchener Entwickler von Luftfahrtantrieben MTU Aero Engines AG wollen im Rahmen eines Joint Ventures einen Brennstoffzellenmotor entwickeln und kommerzialisieren. Die jetzige Vereinbarung war bereits als Memorandum of Understanding (MoU) auf der Paris Air Show im Juni 2025 angekündigt worden. Wasserstoff habe das Potenzial, langfristig eine entscheidende Rolle bei der erheblichen Reduzierung der Klimabelastung der Luftfahrt zu spielen und den Luftverkehr so zu transformieren, dass er mit den Auswirkungen von Elektrofahrzeugen im Automobilsektor vergleichbar sei, so die Unternehmen.

Design des Brennstoffzellen-Antriebskonzept der MTU Aero Engines: Hauptkomponenten der „Flying Fuel Cell“ mit Tank für Flüssigwasserstoff (LH2) und Brennstoffzellenstapel. Noch in diesem Jahr sind Tests eines produktnahen FFC-Full-System-Demonstrators geplant. © MTU Aero Engines AG
Die neue Firma soll 2027 den Betrieb aufnehmen und die Technologieentwicklung, das Design, die Prüfung und Zertifizierung eines – wie es heißt – „revolutionären Antriebssystems für die Luftfahrt“ beschleunigen. Es sei „der nächste logische Schritt in unserer gemeinsamen Vision eines wasserstoffbasierten Antriebskonzepts“, sagte Bruno Fichefeux, Leiter der Zukunftsprogramme bei Airbus: „Indem wir unsere jeweilige Technologie und unser Fachwissen zu einer eigenen Organisation bündeln, schaffen wir eine europäische Kraft, die in der Lage ist, fortschrittliche Forschung in industrialisierte, zertifizierbare elektrische Antriebssysteme umzuwandeln.“
Von der Entwicklung bis zur Kommerzialisierung
Für MTU sei dieses Projekt „ein entscheidender Meilenstein auf unserem Weg zum ersten wasserstoffbetriebenen Motor“, sagt Stefan Weber, SVP Engineering and Technology bei MTU Aero Engines. Das Vorhaben solle „den gesamten Lebenszyklus von Brennstoffzellenantrieben“ abdecken – von der Entwicklung und Prüfung über die Zertifizierung bis zur Kommerzialisierung. Über die Triebwerkstechnologien hinaus förderten Airbus und MTU „weiterhin die Entstehung einer Wasserstoff-Luftfahrtwirtschaft und des damit verbundenen regulatorischen Rahmens“.
Im März 2025 gab Airbus bekannt, dass es sich auf ein vollelektrisches Antriebssystem für Brennstoffzellen konzentrieren werde. MTU Aero Engines hatte seinerseits in den vergangenen Monaten das Design der „Flying Fuel Cell“ (FFC) des Unternehmens festgelegt, die Stack-Fertigung für den Demonstrator begonnen und in München die erste Testzelle in Betrieb genommen.
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Airbus und MTU gründen ein Joint Venture, das 2027 den Betrieb aufnehmen und die Technologieentwicklung, das Design, die Prüfung und Zertifizierung des Brennstoffzellenantriebs für die Luftfahrt beschleunigen soll. © MTU Aero Engines AG



