(Berlin / Deutschland) – Die Bundesregierung benennt 17 neue Mitglieder für den Nationalen Wasserstoffrat (NWR) rückwirkend zum 1. Juli. Die bisherigen Mitglieder verloren ihr Mandat zum 30. Juni 2026, nachdem die Koalition am 10. Juni die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vorgelegte Reform des NWR beschlossen hatte. Das Gremium berät die Regierung, erstellt Informations- und Grundlagenpapiere sowie Studien. Bislang gab es 22 Mitglieder. Zur neuen Zusammensetzung wurden zehn Mitglieder erstmals berufen, sieben waren dort bereits vertreten.

Mandat nun auch für Derivate

Mit der Reform solle das im Juni 2020 konstituierte Gremium organisatorisch und strategisch „an die veränderten Herausforderungen beim Hochlauf des Wasserstoffmarkts angepasst“ werden, so das federführende Bundeswirtschaftsministerium im Juni (mehr dazu). Das Mandat werde „auf Wasserstoffderivate erweitert, die Arbeit enger mit den Prioritäten der Bundesregierung verzahnt und die Gremienstruktur verschlankt“.

Den Vorsitz übernimmt Stefan Dohler, CEO und Vorstand des Energiekonzerns EWE AG, seit Juni 2024 ist er zudem Präsident des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW). Als stellvertretender Vorsitzender wurde Felix Matthes berufen, Forschungskoordinator für Energie- und Klimapolitik beim Öko-Institut. Er gehörte dem NWR bereits in seiner bisherigen Zusammensetzung als Stellvertretender Vorsitzender sowie zeitweise als Interimsvorsitzender an. Die weiteren Mitglieder sind

  • Tilman Altenburg, Wirschaftsgeograph am Institute of Development and Sustainability (IDOS)
  • Thomas Behrends, CEO von TotalEnergies Raffinerie Mitteldeutschland GmbH
  • Alexander Bercht, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE)
  • Andreas Gorbach, Mitglied des Vorstands der Daimler Truck AG
  • Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG
  • Thomas Hüwener, Sprecher der Geschäftsführung der Open Grid Europe GmbH (OGE)
  • Karsten Lemmer, Vorstandsmitglied im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)
  • Velibor Marjanovic, Mitglied der Geschäftsführung der KfW IPEX-Bank GmbH
  • Julia Metz, Direktorin von Agora Industrie der Agora Think Tanks gGmbH
  • Andreas Mündel, Senior Vice President Strategy & Operation Programs der DHL Group
  • Karsten Pinkwart von der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Karlsruhe
  • Werner Ponikwar, CEO der Thyssenkrupp Nucera AG
  • Viviane Raddatz, Interims-Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland e.V.
  • Nicole Schödel, Head of Chemical Development & Services der Linde AG
  • Kirsten Westphal, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDEW

Die 17 Mitglieder wurden auf Vorschlag der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie, für Forschung, Technologie und Raumfahrt, für Verkehr, für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung benannt.

Verheerende Prognose für H2-Politik

Mit Datum vom 18. Juni hatte der NRW in seiner damaligen Zusammensetzung in einem Positionspapier die Wasserstoffpolitik der Bundesregierung scharf kritisiert (mehr dazu). Von einem Wasserstoffhochlauf könne „man derzeit nicht sprechen“, heißt es darin. Es fehle ein klares politisches Bekenntnis. Zu viele Regularien verhinderten Investitionen. Das Papier wurde erst Anfang dieses Monats veröffentlicht – gleichsam posthum. 

Das Grundlagenpapier „Wasserstoffbedarfe: Eine Einordnung in den realpolitischen Rahmen” gibt es kostenfrei als PDF (12 Seiten).

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Die Bundesregierung hat im Juni die Reform des Nationalen Wasserstoffrats beschlossen und rückwirkend zum 1. Juli 17 neue Mitglieder berufen. © Bundesregierung / Protokoll Inland