Deutschland: Bundesregierung beschließt Reform des Nationalen Wasserstoffrats +++ Deutschland: Dachser bekommt drei Wasserstoff-Lkw von Daimler +++ Dänemark: Engie beteiligt sich am dänischen Wasserstoffprojekt von European Energy +++ Brasilien: Thyssenkrupp Uhde und Fuella bauen Anlagen zur Produktion von grünem Ammoniak +++ Deutschland: H2 Nes bekommt von Bayern fünf Millionen Euro Förderung für Elektrolyseur

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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Die Bundesregierung beschließt die Reform des Nationalen Wasserstoffrats. Eine neue Satzung tritt am 1. Juli 2026 in Kraft. © Bundesregierung / Protokoll Inland

(Deutschland) Die Bundesregierung hat die Reform des Nationalen Wasserstoffrats beschlossen. Damit werde der im Juni 2020 konstituierte Nationale Wasserstoffrat (NWR) organisatorisch und strategisch „an die veränderten Herausforderungen beim Hochlauf des Wasserstoffmarkts angepasst“, so das federführende Bundeswirtschaftsministerium. Das Mandat werde „auf Wasserstoffderivate erweitert, die Arbeit enger mit den Prioritäten der Bundesregierung verzahnt und die Gremienstruktur verschlankt“. Der NWR berät die Regierung, erstellt Informations- und Grundlagenpapiere sowie Studien. Bislang gibt es 22 Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die bisherigen Mitgliedschaften im Nationalen Wasserstoffrat enden zum 30. Juni 2026, die letzte Sitzung in aktueller Zusammensetzung findet am 18. Juni 2026 statt. Eine neue Satzung tritt am 1. Juli 2026 in Kraft und ermöglicht die Berufung neuer Mitglieder, die dann „zügig erfolgen“ solle.

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„NextGenH2“ mit Brennstoffzelle von Cellcentric: Flüssigwasserstoff hat gegenüber gasförmigem Wasserstoff eine höhere Energiedichte. Damit sind Reichweiten von über 1.000 Kilometern bei hoher Nutzlast möglich. Tankzeiten von 10 bis 15 Minuten machen ihn für den Einsatz im Logistikalltag geeignet. © Daimler Truck AG

(Deutschland) Die Dachser SE bekommt drei Mercedes-Benz „NextGenH2“-Truck mit Flüssigwasserstofftechnologie. Den Anfang mache Ende dieses Jahres eine Sattelzugmaschine, zwei weitere folgen bis Mitte 2027. Die Fahrzeuge würden am Logistikzentrum Karlsruhe vor allem im Fernverkehr eingesetzt und dort hinsichtlich Reichweite und Flexibilität einem Praxistest unterzogen. Die drei Wasserstoff-Lkw sind die ersten Modelle einer Kleinserie von insgesamt 100 Fahrzeugen, die Daimler Truck ab Ende Dezember 2026 an ausgewählte Kunden ausliefert (wir berichteten). Die Serienproduktion soll in den frühen 2030er Jahren starten. „Für den Fernverkehr brauchen wir in der Logistik leistungsfähige und effiziente Null-Emissions-Fahrzeuge, um Treibhausgase und Luftschadstoffe nachhaltig zu reduzieren und langfristig den Diesel-Lkw zu ersetzen“, sagt Chief Development Officer Stefan Hohm. Batterieelektrische Lkw seien zwar „sehr gut und zuverlässig“ einsetzbar. Allerdings sei „nach wie vor die Netzanschlussleistung eine große Herausforderung“. Mit einer ausgereiften und wirtschaftlichen Wasserstofftechnologie könnten „logistische Anforderungen abgedeckt werden, die sich derzeit nur schwer mit batterieelektrischen Lkw realisieren lassen“. Dachser kann die Flüssigwasserstoff-Tankinfrastruktur des rund 30 Kilometer entfernt liegenden Mercedes-Benz Werks in Wörth nutzen.

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Engie beteiligt sich am European Energy-Projekt zum Ausbau der Wasserstoffproduktion in Kassø. Bild: Die Pilotanlage mit 52 MW Leistung hat im Mai erstmals RFNBO-zertifiziertes E-Methanol mit grünem Wasserstoff produziert .© European Energy A/S

(Dänemark) Der Versorger Engie beteiligt sich an der Entwicklung großskaliger erneuerbarer Wasserstoffprojekte von European Energy A/S in Dänemark. Ziel ist der Aufbau einer Elektrolyseleistung von 150 Megawatt bis 2030 in der Gemeinde Aabenraa in unmittelbarer Nähe zu der bestehenden Anlage Kassø, der weltweit ersten industriellen E-Methanol-Produktion, von European Energy und Mitsui & Co. Ltd. Ziel ist es, die Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff in Deutschland zu bedienen und an das künftige deutsch-dänische Wasserstoffnetz anzuschließen. Das Projekt wurde im Rahmen des Instruments „Auction-as-a-Service“ der jüngsten deutschen Wasserstoffauktion ausgewählt (mehr dazu). Die Vereinbarung zwischen Engie und European Energy lege den Rahmen für die Zusammenarbeit in den kommenden Projektphasen fest, darunter technische Studien sowie Arbeiten zur Wasserstofflogistik. Engie sichere sich damit auch die Vermarktungsrechte für mehr als 20.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoffs pro Jahr.

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Künftiger Standort einer 520-MW-Ammoniakproduktion in Porto do Açu im Norden des Bundesstaates Rio de Janeiro. © Thyssenkrupp Uhde GmbH

(Brasilien) Der Chemikalien- und Wasserstoffproduzent Thyssenkrupp Uhde GmbH hat mit der norwegischen Fuella AS Verträge für den Aufbau von zwei Anlagen in Brasilien mit je 520 Megawatt Leistung zur Produktion von je 400.000 Tonnen grünem Ammoniak pro Jahr unterzeichnet. Die Standorte sind der Port of Pecém im Bundesstaat Ceará (PeGA) sowie Lateinamerikas wichtigster privater Industriehafen Porto do Açu im Norden des Bundesstaates Rio de Janeiro (AçuGA). Der deutsche Konzern soll den Angaben zufolge das Engineering einschließlich der Elektrolysesysteme und Infrastruktur für die Ammoniakverladung übernehmen. Zunächst erstellt Thyssenkrupp für Fuella Pre-FEED-Studien und technische Konzepte für die Ammoniakanlagen. Fuella entwickelt, baut und betreibt Anlagen für grünen Wasserstoff und grünes Ammoniak, darunter auch eine großtechnische Anlage für grünes Ammoniak in Europa. Schon im September 2024 hatte das Unternehmen verkündet, man habe sich im Porto do Açu ausreichend Grundstücke gesichert. Unterstützt wird Fuella von Allianz Capital Partners, als strategischer Partner ist der Port of Antwerp-Bruges International im Boot, um einen Exportkorridor von Açu nach Europa aufzubauen.

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Übergabe des Förderbescheids (v.l.): Michael Werner (Bürgermeister Bad Neustadt), Hubert Aiwanger (Wirtschaftsminister Bayern), Nadine Menz (Projektleiterin Bad Neustadt), Christoph Keller (Aufsichtsratsvorsitzender der City-USE GmbH & Co. KG). © Anna Krisam / Bad Neustadt

(Deutschland) Die H2 Nes GmbH hat vom Bundesland Bayern Fördermittel in Höhe von fünf Millionen Euro für den Bau eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von acht Megawatt erhalten. Die Anlage solle in Bad Neustadt an der Saale (Unterfranken) künftig jährlich rund 850 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Der erzeugte Wasserstoff werde insbesondere zur Dekarbonisierung des regionalen Schwerlastverkehrs sowie industrieller Prozesse eingesetzt. Voraussichtlich im Juli 2026 starte nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums zudem das Förderprogramm für Wasserstoff-Nutzfahrzeuge im Umfang von 15 Millionen Euro. Es ergänzt die bestehenden Förderprogramme für Elektrolyseure und Wasserstofftankstellen.

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iStock / © Danil Melekhin