(Castellón / Spanien) – Der spanische Energiekonzern Iberdrola SA und der britische Ölmulti BP plc haben die Bauphase einer 25-Megawatt-Anlage für grünen Wasserstoff in der Raffinerie Castellón abgeschlossen und mit den Tests zur Inbetriebnahmen begonnen. Die Anlage im Süden Spaniens soll voraussichtlich noch zum Jahresende mit der Produktion beginnen. Installiert sind fünf Module mit Protonenaustauschmembran (PEM) und einer Leistung von je fünf Megawatt in Containerbauweise des US-Herstellers Plug Power.

Standort der Raffinerie im Süden Spaniens in Castellón, Autonome Region Valencia. © BP plc

Beteiligt war das Energy Technology Institute (ITE) in Valencia, Fördermittel in Höhe von 15 Millionen Euro kamen vom spanischen Staat und der Europäischen Union. Zudem können die Konzerne bis zu 211 Millionen Euro aus dem IPCEI-Programm „Hy2USE“ für das Projekt in Castellón nutzen. Die IPCEI-Finanzierung unterstütze die Untersuchung weiterer grüner Wasserstoffproduktionen in der Raffinerie Castellón, teilten die Unternehmen mit.

Träger des Vorhabens ist das Joint Venture Castellón Green Hydrogen S.L., an dem beide Unternehmen zu gleichen Teilen beteiligt sind. Die Investitionsentscheidung für das lange vorbereitete Projekt fiel im September 2024. Seinerzeit war ein Stromabnahmevertrag mit Iberdrola España für 200 Gigawattstunden pro Jahr aus Photovoltaik- und Windkraftprojekten angekündigt worden. BP will mit dem Ertrag von etwa 2.800 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr einen Teil des mittels Erdgas hergestellten Wasserstoffs in der Raffinerie ersetzen. Bereits im März 2023 hatte BP verkündet, man wolle bis zum Jahr 2030 schrittweise Elektrolyseure mit zwei Gigawatt Leistung entwickeln. Die Investitionen wurden seinerzeit auf zwei Milliarden Euro prognostiziert.

BP: Unsicherheiten als H2-Geschäftspartner

Allerdings macht BP immer wieder mit unsteten Entscheidungen auf sich aufmerksam und stoppt auch langfristig und als gesichert erscheinende Wasserstoffvorhaben. So berichtete etwa die Argus Media Group einen Tag vor der Iberdrola-Mitteilung, BP habe sein geplantes 105-MW-Projekt „H2Kwinana“ zur Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff in Western Australia gestrichen, nachdem es nicht gelungen sei, Fördermittel aus dem „Hydrogen Headstart“-Programm der australischen Regierung zu erhalten. Indes wollte die australische Agentur für erneuerbare Energien (Arena, Australian Renewable Energy Agency) noch in diesem Jahr die Gewinner der zweiten Runde des Programms im Umfang von einer Milliarde australischer Dollar (607 Millionen Euro) bekannt gegeben.

H2Kwinana, geplant am Kwinana Energy Hub von BP südlich von Perth, sollte täglich 44 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff für industrielle Abnehmer produzieren (weiter dazu). Das Projekt sicherte sich 2022 im Rahmen des „Regional Hydrogen Hubs“-Programms der australischen Regierung Fördermittel in Höhe von 70 Millionen Dollar. BP erklärte 2025, dass das Projekt wirtschaftlich vorangekommen sei. Man habe Abnahmeverträge mit vier Kunden unterzeichnet und könne „relativ bald“ eine endgültige Investitionsentscheidung treffen.

BP-Rückzug vom Gigawattprojekt AREH

Gestoppt: BP-Wasserstoffprojekt AREH in Pilbara, am Indischen Ozean in Western Australia. © BP plc

Im Juli 2025 war BP bereits aus dem Projekt „Australian Renewable Energy Hub“ (AREH) in der Pilbara-Region in Western Australia ausgestiegen, an dem das Unternehmen einen Anteil von 63,57 Prozent hielt. Die Kapazität lag den Planungen zufolge bei 1,6 Millionen Tonnen erneuerbarem Wasserstoff pro Jahr, erzeugt mittels Solar- und Windkraftwerken mit einer installierten Leistung von 26 Gigawatt. Damals erklärte BP, man habe keine ausreichenden Kundenzusagen sichern können. Noch 2022 hatte Anja-Isabel Dotzenrath, die gerade von RWE als Executive Vice President of Gas and Low Carbon Energy zu BP gewechselt war, verkündet, AREH werde „einer der größten Knotenpunkte für erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff in der Welt sein“. Es könne „einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende in Australien und in der gesamten asiatisch-pazifischen Region leisten“ (wir berichteten).

BP-Aus auch für Teesside und Oman

Gestoppt: Projektskizze Teesside England. © BP plc

BP hat zudem Ende 2025 seine Pläne für das 1,2-Gigawatt-Projekt „H2Teesside“ für blauen Wasserstoff im Nordosten Englands zurückgezogen, vorgeblich wegen mangelnder lokaler politischer Unterstützung. Der Grundstückseigentümer South Tees Group (STG) hatte im Sommer des Jahres die Genehmigung für den Bau eines Rechenzentrums an dem Standort beantragt. BP verzichtete unmittelbar vor einer finalen Entscheidung des eigens angerufenen Department for Energy Security and Net Zero (DESNZ) über die Belegung des Grundstücks und zog sich zurück.

2021 hieß es noch, BP wolle die Region zu einem Wasserstoff-Transportknotenpunkt ausbauen. 2024 sagte der Konzern, man befinde sich in die Endphase der Verhandlungen mit der britischen Regierung und habe „einen millionenschweren Planungs- und Ingenieurvertrag für H2Teesside“ vereinbart.

Ähnlich beim „Green Hydrogen Project“ in der Sonderwirtschaftszone Duqm des Sultanats Oman: Auch hier zog BP Pläne für erneuerbaren Wasserstoff und Ammoniak zurück. Ursprünglich sollten dort 150.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produziert werden.

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Iberdrola und BP haben die 25-Megawatt-Anlage für grünen Wasserstoff in Castellón fertiggestellt und beginnen mit der Testphase. © Iberdrola SA