(Berlin / Deutschland) – Drei dänische Projekte bekommen von Deutschland Fördermittel durch den Mechanismus „Auction-as-a-Service“ im Rahmen der jüngsten Ausschreibung der Europäischen Wasserstoffbank. Die Vorhaben erhalten Mittel zwischen 0,98 Euro und 1,70 Euro pro Kilogramm (Euro/kg) Wasserstoff, um die Kostenlücke zwischen Produktions- und prognostiziertem Verkaufspreis zu schließen. Der Energieträger wird über den geplante „Danish Hydrogen Backbone“, der bis Ende 2030 in Betrieb gehen soll, nach Deutschland geliefert.

Die Methanolanlage in Kassø wird mit Solarstrom versorgt und hat eine Kapazität von 42.000 Tonnen. © European Energy A/S

So bekommt European Energy A/S 228 Millionen Euro für eine Wasserstoffproduktionskapazität von 150 Megawatt (MW). Die Förderung (1,07 Euro/kg) ermögliche den weiteren Ausbau des Standortes Kassø und trage zur Stärkung der europäischen Infrastruktur für erneuerbare Kraftstoffe bei, sagt Executive Vice President und Head of PtX, Rene Alcaraz Frederiksen. „Wir appellieren an die dänische Regierung, sich klar zum Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur zu bekennen, die unsere Produkte zu den Abnehmern in Deutschland transportieren wird.“ 

European Energy betreibt zwei Power-to-X-Anlagen in Dänemark: eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff mit 8,1 MW in Esbjerg sowie gemeinsam mit Mitsui & Co. Ltd. die Anlage in Kassø mit einem 52,5-MW-Elektrolyseur zur Herstellung von E-Methanol, die bereits in Betrieb ist. Beide sind Teil des Power-to-X-Portfolios mit weiteren Projekten in Europa, Nordamerika, Brasilien und Australien. Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in Hamburg, Potsdam, Teuchern, Leipzig und Wiesbaden mit kumuliert mehr als 80 Mitarbeitern.

Everfuel will mit dem Projekt „Frigg“ im Revsing Energy Park im dänischen Vejen eine 200-MW-Elektrolyseurleistung installieren und wird mit 244,9 Millionen Euro gefördert. © Everfuel A/S

Die ebenfalls in Dänemark beheimatete Everfuel A/S bekommt rund 245 Millionen Euro Fördermittel (0,98 Euro/kg). Die Unterstützung ist für eine 200-MW-Elektrolyseurleistung in der ersten Phase des Everfuel-Projekts „Frigg“ im Revsing Energy Park im dänischen Vejen vorgesehen. Die Leistung kann auf zwei Gigawatt skaliert werden. Projekte wie Frigg seien „entscheidend für die industrielle Dekarbonisierung“, sagt Marc Schürch, Vorstandsmitglied und Vertreter der Schweizer Life Asset Managers als Investor in Everfuel. Der Fokus liege nun auf der Sicherung von Kapazitäten im dänischen Wasserstoff-Backbone als „nächsten wichtigen Meilenstein“, sagt Everfuel-CEO Jacob Krogsgaard. Es müssten noch regulatorische Bedingungen angepasst werden, um eine erfolgreiche Buchung im Dezember zu gewährleisten.

Das „Høst“-Projekt in Esbjerg von Copenhagen Infrastructure Partner (CIP) mit einer geplanten Leistung von 240 Megawatt. © Høst PtX Esbjerg

Das „Høst“-Projekt in Esbjerg von Copenhagen Infrastructure Partner (CIP) für eine 240-Megawatt-Anlage wird mit 777 Millionen Euro bedacht (1.70 Euro/kg). Das Vorhaben ist früheren Angaben zufolge Teil des CIP Energy Transition Fund I. Es werde vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben und könne jährlich 120.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Der Ertrag wird ebenfalls in das deutsche Wasserstoffkernnetz transportiert und eingespeist.

Beihilferegelung der EU

Die EU hatte jüngst die mit 1,3 Milliarden Euro ausgestattete deutsche Beihilferegelung genehmigt. Das Instrument „Auctions-as-a-Service“ der Europäischen Wasserstoffbank soll den Mitgliedstaaten zu ermöglichen, zusätzliche Fördermittel für Unternehmen bereitzustellen, die bei der Auktion Projekte eingereicht hatten, aber etwa mangels insgesamt verfügbarer Mittel nicht zum Zuge kamen, obwohl sie genehmigungsfähig wären. Diese Vorauswahl durch die EU verringert den Verwaltungsaufwand in den Mitgliedstaaten und gewährleistet eine kosteneffiziente Zuweisung.

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European Energy erhält Fördermittel in Höhe von  228 Millionen Euro für den Ausbau der Wasserstoffproduktion in Kassø auf 150 Megawatt. 52 MW sind bereits in Betrieb. Die Pilotanlage hat im Mai erstmals RFNBO-zertifiziertes E-Methanol mit grünem Wasserstoff produziert.© European Energy A/S