(Villach / Österreich) – Das Nahverkehrsunternehmen ÖBB Postbus hat 35 Wasserstoffbusse für den Regionalverkehr eingeflottet. Die zwölf Meter langen Fahrzeuge lieferte der ägyptische Hersteller MCV (Manufacturing Commercial Vehicles). Fördermittel gab es aus dem EBIN-Programm für emissionsfreie Nutzfahrzeuge der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Landesrat Sebastian Schuschnig (rechts): „Das Gesamtpaket macht Kärnten zu einer Wasserstoffmodellregion und stärkt unseren Wirtschafts- und Innovationsstandort entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“ © ÖBB Postbus

Die mit Brennstoffzellen betriebenen Busse sind künftig auf Regional- und Überlandlinien unterwegs. Die Reichweite mit einer Tankfüllung liege bei 400 Kilometern. Im April hatte der Energieversorger Kelag AG in Arnoldstein eine von der Firma Gutmann installierte Elektrolyse mit einer Kapazität von 140 Tonnen zur Produktion von grünem Wasserstoff eröffnet. Geplant ist ein Ausbau auf 400 Tonnen. Von den insgesamt verfügbaren drei Megawatt Leistung werde ein Megawatt direkt für die Versorgung der neuen Postbus-Flotte eingesetzt.

Der Energieträger gelangt per Trailer von Arnoldstein über eine Distanz von rund 25 Kilometern zur Betriebstankstelle. Dort wird er gespeichert und verdichtet, bevor die Busse betankt werden. Die Tankkapazität betrage rund 40 Kilogramm, ein Tankvorgang dauert rund zehn bis 15 Minuten.

Die Betriebstankstelle bezieht den Wasserstoff aus dem 25 Kilometer entfernten Arnoldstein. © ÖBB Postbus

Die Anschaffung der Busse sowie die Errichtung der Tankstelle wurden im Rahmen der Initiative „DeCarB – Decarbonising Carinthian Bus Transport“ ermöglicht, einem gemeinsamen Projekt des Bundeslandes Kärnten und einem Konsortium aus Verkehrsverbund Kärnten, Gutmann, Kelag sowie Postbus. „Das Gesamtpaket macht Kärnten zu einer Wasserstoffmodellregion und stärkt unseren Wirtschafts- und Innovationsstandort entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagt Landesrat Sebastian Schuschnig. „Wir haben mit diesem Projekt 28 Millionen Euro Fördermittel für Kärnten gesichert und sorgen damit für einen Investitionsschub.“

Mit der Inbetriebnahme der Fahrzeuge zeige man, „dass emissionsfreie Mobilität auch im Regionalverkehr bereit für den Alltag ist“, sagt ÖBB Postbus Vorstand Alfred Loidl: „Dieses Projekt ist ein wichtiger Meilenstein und wegweisend für künftige Vorhaben im öffentlichen Nahverkehr.“ Die gewonnenen Erfahrungen sollen als Grundlage für weitere Projekte dienen.

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ÖBB Postbus nimmt 35 Wasserstoffbusse für den Regionalverkehr in Betrieb. © ÖBB / Sautner