(Grenzach-Whylen / Deutschland) – Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) und die Naturenergie Hochrhein AG haben in Grenzach-Wyhlen (Baden-Württemberg) eine weitere Anlage zur Herstellung von Wasserstoff eingeweiht. Der PEM-Elektrolyseur mit einer Leistung von fünf Megawatt (MW) ergänzt die bestehende 1-MW-Alkali-Anlage. Der Wasserstoff solle künftig Industrie- und Mobilitätskunden in der Grenzregion Deutschland, Schweiz und Frankreich versorgen.

Die beiden Elektrolyseure (neue Anlage in der Mitte vorn) stehen in unmittelbarer Nähe zum Wasserkraftwerk Wyhlen Während der ältere Elektrolyseur für einen gleichmäßigen Dauerbetrieb ausgelegt ist, lässt sich der neue schnell hoch- und herunterfahren. © Naturenergie Hochrhein AG
Beide Anlagen stehen unmittelbar nebeneinander und nutzen den Strom aus dem Laufwasserkraftwerk Wyhlen (38,5 Megawatt Leistung). Unterschied: Während der ältere Elektrolyseur für einen gleichmäßigen Dauerbetrieb ausgelegt sei, lasse sich der neue schnell hoch- und herunterfahren. So könne die Produktion flexibel an Stromangebot und -nachfrage angepasst werden. Die neue Wasserstoffanlage sei auch ein „wichtiger Bestandteil der Standortentwicklung“. Die Naturenergie AG will das Gelände mit Heizzentrale, Photovoltaikanlagen und einem Hauptgebäude mit Büro-, Betriebs- und Veranstaltungsräumen zum neuen „Campus Wyhlen“ ausbauen.

Seit Juli werden Anlagenteile wie Gasaufbereitung, Verdichter und Speichersysteme schrittweise getestet und hochgefahren. © Naturenergie Hochrhein AG
Der erste Wasserstoff wurde im Probelauf bereits Ende Juli erzeugt. Seitdem werden weitere Anlagenteile wie Gasaufbereitung, Verdichter und Speichersysteme schrittweise getestet und hochgefahren. Zur Erweiterung gehören neue stationäre Speicher für bis zu 3,8 Tonnen Wasserstoff, womit die Kapazität auf kumuliert fünf Tonnen steige. Zu den drei bestehenden Abfüllstationen kommen vier neue hinzu, an denen der Energieträger in Druckbehälter an sieben Stationen mit unterschiedlichen Druckstufen auf Lkw abgefüllt wird.

Die technische Inbetriebnahme soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Anfang 2027 geht die Anlage unter Federführung von Naturenergie in den kommerziellen Betrieb. © Naturenergie Hochrhein AG
Die technische Inbetriebnahme soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Danach geht die Anlage unter Federführung der Naturenergie Hochrhein AG Anfang 2027 in den kommerziellen Betrieb. Damit endet auch das Reallabor H2-Wyhlen. In dem Projekt untersuchen EnBW und Naturenergie seit 2021, wie sich Wasserstoff effizient herstellen lässt und worauf es im laufenden Betrieb ankommt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat das 40-Millionen-Euro-Projekt im Programm „Reallabore der Energiewende“ mit 15 Millionen Euro unterstützt. Rund neun Millionen sind auf den Erweiterungsbau entfallen.
Foto oben
Laufwasserkraftwerk Wyhlen: Die 38,5 Megawatt leistende Anlage liefert den erneuerbaren Strom für die beiden Elektrolyseure. © Naturenergie Hochrhein AG



