Niederlande: PosHYdon-Onshore-Test gestartet +++ Niederlande: RWE bekommt Förderung für 50-MW-Elektrolyseur +++ Deutschland: Uniper ermittelt Bedarf an Wasserstoffspeicherkapazitäten ab 2029 +++ Deutschland: Bedarf an Infrastrukturen für die Wasserstoffwirtschaft bis 2050 (White Paper) +++ USA: Industrie gründet Wasserstofflobby +++ Dänemark: CIP Uniper wollen bei Wasserstoff zusammenarbeiten +++ USA: Hyzon stellt FCEV-Müllfahrzeug vor +++ Deutschland: Iberdrola soll Solarstrom an Salzgitter AG liefern +++ USA: Gilling entwickelt Wasserstoffbus +++ Deutschland: Union fragt nach Wasserstoffforschung +++ Kanada: Unternehmen testen Fahrzeuge von First Hydrogen +++ RABATT-Aktion: Ihre WERBUNG auf dem PtX-Portal

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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Das PosHYdon-Projekt beginnt mit den Offshore-Test. © PosHYdon

(Niederlande) Das PosHYdon-Konsortium hat auf dem Gelände von Investa im niederländischen Alkmaar mit dem Onshore-Test der künftigen Wasserstoffproduktionsanlage begonnen. Ziel ist die spätere Integration von drei Energiesystemen auf dem Meer: Offshore-Windkraft, Offshore-Gas und Offshore-Wasserstoff. Dies umfasse auch die Installation einer Wasserstoffproduktionsanlage auf der von Neptune Energy betriebenen Plattform Q13a-A in der niederländischen Nordsee. Der grüne Wasserstoff wird dem Gas beigemischt und über die bestehende Gaspipeline an die Küste transportiert. Zu diesem Zweck hat das Ministerium für Wirtschaft und Klimapolitik die Spezifikationen für die Beimischung von 0,02 Prozent auf 0,5 Prozent Wasserstoff erhöht. Der ein Megawatt leistende Elektrolyseur wird dem Windprofil des Windparks Luchterduinen folgen. Nach der jetzigen Testphase werde der Elektrolyseur auf die Plattform verlegt, 13 Kilometer vor der Küste von Scheveningen (Den Haag). Die erste Offshore-Wasserstoffproduktion ist für das vierte Quartal dieses Jahres geplant. „PosHYdon lehrt uns viel über die nächsten Schritte, die auf dem Weg zu einer sicheren, groß angelegten Produktion von grünem Wasserstoff aus Wind auf See unternommen werden müssen“, sagt René Peters, Business Director Gas Technologies TNO und Initiator des Nordsee-Energieprogramms. „Die Offshore-Produktion von grünem Wasserstoff wird es ermöglichen, große Windparks weit draußen auf dem Meer zu entwickeln. Die Windenergie wird direkt in grünen Wasserstoff aus entmineralisiertem Meerwasser umgewandelt und kann über die bestehende oder neue Gasinfrastruktur transportiert werden.“ Dadurch könnten Offshore-Windprojekte schneller und zu deutlich geringeren Kosten realisiert werden. Das Konsortium besteht aus 15 öffentlichen und privaten Unternehmen und Organisationen.

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RWE bekommt rund 125 Millionen Euro aus dem niederländischen OWE-Förderprogramm für den Bau einer 50-MW-Elektrolyse in Eemshaven. © RWE AG

(Niederlande) Die niederländische Regierung hat RWE für ihr „Eemshydrogen“-Projekt eine Finanzierungszusage in Höhe von 124,9 Millionen Euro erteilt. Damit soll am Standort Eemshaven eine 50-Megawatt-Elektrolyseanlage gebaut werden. Der Konzern will diese mit Strom aus seinem Windpark Westereems betreiben, etwa fünf Kilometer vom Kraftwerksstandort Eemshaven entfernt. Die Investitionsentscheidung ist für Ende 2024 angekündigt. Eine wesentliche Voraussetzung dafür sei der rechtzeitige Anschluss des Standortes Eemshaven an die erforderliche Infrastruktur, etwa den nationalen Wasserstoff-Backbone, um den grünen Wasserstoff zum Markt zu transportieren. RWE hat für Eemshydrogen bereits eine Umwelt- und Baugenehmigung erhalten und stehe in Kontakt mit potenziellen Abnehmern. Die Lieferanten für die benötigte Ausrüstung und den Bau der Elektrolyseanlage werden nach einer Investitionsentscheidung unter Vertrag genommen. Im Jahr 2027 soll die Eemshydrogen-Anlage ihren Betrieb aufnehmen. Die Niederlande wollen bis 2050 klimaneutral sein. Die Regierung plant bis 2032 den Aufbau einer Elektrolysekapazität von acht Gigawatt mit ausreichenden Speicherstätten und Infrastruktur.

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Uniper hat die Marktabfrage ausgewertet, veröffentlicht aber keine konkreten Ergebnisse. © Uniper SE

(Deutschland) An der durch Uniper Energy Storage initiierten Marktkonsultation von Anfang Februar bis Ende März nahm den Angaben zufolge „eine große Auswahl von Akteuren aus dem Energiesektor“ teil. Dies umfasste neben Energieversorgern auch Kraftwerksbetreiber, Wasserstoffproduzenten und -abnehmer sowie Händler. Die Auswertung zeige „insgesamt ein starkes Interesse an Wasserstoffspeichern“ in Nordwest-Deutschland bereits in der ersten Phase des Wasserstoffhochlaufs ab 2029 und darüber hinaus, heißt es vage. Die Ergebnisse spiegelten zudem Analysen von anderen Studien wider. Konkrete Zahlen der Marktabfrage nannte Uniper nicht. Man sei bereit, bis Ende 2030 Wasserstoffspeicher mit einer Kapazität von bis zu 600 Gigawattstunden zur Verfügung zu stellen, sagt Doug Waters, Geschäftsführer der Uniper Energy Storage. Ein weiteres Ergebnis der Marktabfrage sei die hohe Flexibilitätsanforderung an die bereitzustellenden Produkte. Im Vergleich zum existierenden Erdgasmarkt werde „ein deutlich höherer Bedarf an Ein- und Ausspeicherleistungen erwartet“.

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White Paper: Größter Treiber der Wasserstoffwirtschaft sind die Stahl- und Chemieindustrie. © Bundesforschungsministerium

(Deutschland) Europa habe bis 2050 einen Mindestbedarf von 700 Terawattstunden (TWh) Wasserstoff. Stahl- und Chemieindustrie seien dann die großen Treiber einer Wasserstoffwirtschaft und würden die Nachfrage nach Importen sowie Elektrolyseuren ankurbeln. Um die auseinanderliegenden Zentren von Produktion, Speicherung und Verbrauch zu verbinden, brauche es ein europaweites Pipelinenetz. Zu diesen Ergebnissen kommt ein White Paper des Wasserstoff-Leitprojekts TransHyDE-Systemanalyse des Bundeswirtschaftsministeriums, koordiniert von der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG sowie DECHEMA e.V. Die Autoren betrachteten die Nachfrage von Industrie, Haushalten und Transportsektor. Nach 2030 erwarten sie erhebliche Kostensenkungen bei grünen Energieträgern, doch würden diese nicht reichen, um Niedertemperatur-, Heiz- und Prozesswärme wirtschaftlich zu erzeugen. Im Industriesektor seien es vor allem die Stahlerzeugung und damit verbundene Hochtemperaturprozesse, die allein mit 200 bis 300 TWh Wasserstoffbedarf zu Buche schlügen. Auch die chemische Industrie könne eine wichtige Triebfeder für den Ausbau der europäischen Wasserstoffinfrastruktur darstellen. Zweitwichtigster Abnehmer von Wasserstoff sei das Transportwesen. So sei der internationale Flug- und Schiffsverkehr auf synthetische Kraftstoffe, die auf Wasserstoff basieren, angewiesen. Dies erzeuge 2050 einen Wasserstoffbedarf von insgesamt 450 TWh für grüne Kraftstoffe. Größter Unsicherheitsfaktor im Transportsektor sei der Wettbewerb zwischen der direkten Elektrifizierung und dem Antrieb durch Wasserstoff per Brennstoffzellen in Schwerlast-Lkw. Verschiedene Szenarien zeigten einen zusätzlichen Bedarf von bis zu 380 TWh 2050, wenn 40 Prozent der Lkw mit Brennstoffzellen ausgestattet wären.

„European Hydrogen Infrastructure Planning – Insights from the TransHyDE Project System Analysis“ gibt es kostenfrei zum Download als PDF (67 Seiten, Englisch).

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(USA) Energy Systems Network (ESN) gab den Start einer „Hydrogen Industry Alliance“ (HIA) in den USA bekannt. Es handele sich dabei um ein Netzwerk von Unternehmen aus den Energie- und Mobilitätssektoren, die zusammenarbeiten, um die Entwicklung des Marktes für sauberen Wasserstoff im Mittleren Westen und darüber hinaus zu unterstützen. Die Industrie habe 1.400 Projekte für sauberen Wasserstoff angekündigt, die bis 2030 Investitionen in Höhe von 570 Milliarden Dollar erfordern. Diese Projekte und die wirtschaftliche Entwicklung sowie Arbeitsplätze, die sie mit sich bringen, erforderten eine branchenübergreifende Zusammenarbeit und öffentlich-private Partnerschaften auf staatlicher, regionaler und nationaler Ebene. Die HIA wolle dies fördern, indem sie Fortbildungen anbiete, Marktforschung erleichtere, sich bei Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen einsetze und die Öffentlichkeit über die Vorteile von sauberem Wasserstoff aufkläre. „Es gibt keinen Mangel an kommerziellem Interesse an sauberem Wasserstoff, aber eine nachhaltige Entwicklung erfordert eine klare marktorientierte Politik, die private Investitionen anzieht und die vielfältigen Kundenbedürfnisse erfüllt“, sagt Paul Mitchell, ESN-Präsident und CEO. Unternehmen aus den Bereichen Energie, Fertigung und Transport wünschten eine branchenführende Plattform für kommerzielle Zusammenarbeit, Interessenvertretung und Bildung. „Daher starten wir die Hydrogen Industry Alliance.“ Zu den Gründungsmitgliedern gehören BP, Doral Group H2, Duke Energy Indiana, The Heritage Group, Hoosier Energy, Itochu Corporation und MISO. Der Sitz der Hydrogen Industry Alliance ist in Indiana.

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Vertreter von HØST PtX Esbjerg, Energy Transition Fund CIP und Uniper SE nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung zur stärkeren Zusammenarbeit. © Uniper SE

(Dänemark) Die Investmentfirma Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) hat über den Energy Transition Fund mit Uniper SE eine Absichtserklärung unterzeichnet, um insbesondere den grünen Wasserstoff aus dem CIP-Projekt „HØST PtX“ aus dem dänischen Esbjerg nach Deutschland zu bringen. Dies umfasse Produktion, Transport und Vermarktung. HØST solle bis spätestens 2028 über eine neue Wasserstoffpipeline, die vom dänischen Übertragungsnetzbetreiber Energinet in Zusammenarbeit mit Gasunie Deutschland Transport Services von Dänemark nach Deutschland verlegt wird, an das deutsche Wasserstoffnetz angeschlossen sein. CIP und Uniper würden jährlich bis zu 140.000 Tonnen grünen Wasserstoff ausliefern. Uniper beabsichtige, den grünen Wasserstoff von HØST in sein grünes Gasportfolio aufzunehmen und den Bedarf der Industrie mit unterschiedlichen Flexibilitätsprofilen und mit verschiedenen Vertragslaufzeiten zu decken.

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Hyzon zeigt Müllsammelfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb in Las Vegas. © Hyzon

(USA) Hyzon, US-Entwickler von Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie, und New Way Trucks, Hersteller von Müllwagen-Karosserien, präsentieren in Nordamerika den ersten wasserstoffbetriebenen Abfallsammler. Die Brennstoffzellen von Hyzon seien robust genug, um eine konstante Leistung über 125 Meilen zu bieten, einschließlich bis zu 1.200 Wagenaufzügen und Fahrten zur Transferstation. Der Lkw werde zunächst auf Routen in Kalifornien getestet, beginnend mit Recology in San Francisco, einem Unternehmen, das Festabfälle sammelt und recycelt. Man bereite sich seit fast sechs Jahren darauf vor, die Flotte auf emissionsfreie Fahrzeuge umzustellen“, sagt Sal Coniglio, CEO von Recology. „Wir haben in dieser Zeit noch keinen wasserstoffbetriebenen Müllwagen auf dem Markt gesehen und freuen uns, die ersten zu sein, die diese Technologie nutzen.“

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Iberdrola und Salzgitter Flachstahl schließen langjährigen Vertrag zur Lieferung von Solarstrom. © Salzgitter AG

(Deutschland) Iberdrola Deutschland und die Salzgitter Flachstahl GmbH haben einen weiteren Stromliefervertrag (Power Purchase Agreement, PPA) geschlossen. Die Laufzeit beträgt 15 Jahre. Den Angaben zufolge wird die Tochter des spanischen Energiekonzerns aus diesem PPA ab 2025 jährlich etwa 60 Gigawattstunden (GWh) an die Salzgitter Flachstahl GmbH, Teil der Salzgitter AG, verkaufen. Der Solarstrom stammt aus Iberdrolas zweiter großflächigen Photovoltaikanlage in Deutschland. Die geplante Freiflächenanlage mit einer installierten Leistung von 60 Megawatt entstehe in Sachsen-Anhalt und befinde sich bereits „in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium“, so die Unternehme. Die Inbetriebnahme ist für 2025 vorgesehen. Damit werde Iberdrola insgesamt mehr als 900 GWh nach Salzgitter liefern. „Der Ausbau der Zusammenarbeit mit Iberdrola ist ein weiterer, wichtiger Baustein unserer Energiestrategie. Mit ihrer Unterstützung können wir den Bedarf an regenerativ erzeugtem Strom für die Salzgitter AG und insbesondere für unser Transformationsprogramm Salcos absichern“, so Ulrich Grethe, Vorsitzender der Salzgitter-Flachstahl-Geschäftsführung. Salzgitter will künftig auf Koks zur Stahlproduktion verzichten und stattdessen Wasserstoff nutzen sowie Ökostrom für den Lichtbogenofen zur Schmelze.

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Der US-Busbauer Gilling entwickelt einen Brennstoffzellenbus. © Gilling Corp.

(USA) Der US-Busbauer Gillig Corp. erweitert seine Produktpalette. Das Unternehmen will künftig auch ein Fahrzeug mit Brennstoffzellen anbieten, das derzeit gemeinsam mit BAE Systems und Ballard Power Systems entwickelt wird. „Es geht darum, eine Lösung anzubieten, die nicht nur flexibel genug ist, um zu jeder Flotte zu passen, sondern auch die Zuverlässigkeit und Bereitschaft für die Anforderungen der heutigen Transitumgebung gewährleistet“, sagt Benjamin Grunat, Vizepräsident für Produktplanung und Strategie. Der neue Bus biete „eine außergewöhnliche Reichweite, schnelle Betankungsmöglichkeiten und eine zuverlässige Leistung in verschiedenen Klimazonen und Geländen“. Die Serienproduktion solle 2026 beginnen. Technische Details nannte das in Kalifornien ansässige Unternehmen nicht.

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(Deutschland) Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag thematisiert in einer Kleinen Anfrage die Erforschung und Entwicklung von grünem Wasserstoff (Bundestagsdrucksache 20/11234). Die Abgeordneten wollen unter anderem wissen, wie hoch der Bedarf an grünem Wasserstoff zukünftig in Deutschland nach aktuellen Berechnungen sein wird und wie viel davon in Deutschland selber produziert werden kann. Gefragt wird zudem, welche Länder bisher für den Import von grünem Wasserstoff infrage kämen. Auch nach geplanten nationalen und internationalen Forschungsprojekten im Bereich des grünen Wasserstoffs erkundigen sich die Unionsabgeordneten, und mit wie vielen der 21 außereuropäischen Staaten, mit denen die Bundesregierung weltweit Wasserstoff-Partnerschaften und Allianzen unterhält, eine Forschungskooperation stattfinde oder geplant sei. Sie möchten überdies wissen, welche Aktivitäten der „Innovationsbeauftragte Grüner Wasserstoff“ des Bundeswirtschaftsministeriums unternommen habe, um die Importstrategie, die Forschungszusammenarbeit und gemeinsame Ausbildungsprojekte mit Wasserstoffpartnern voranzubringen und welche Erfolge er dabei seit seinem Amtsantritt erzielt habe.

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First Hydrogen lässt Paketzusteller den Einsatz von Brennstoffzellenfahrzeugen testen (Symbolbild). © First Hydrogen Corp.

(Kanada) Die First Hydrogen Corp. unternimmt Testläufe ihres wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenfahrzeugs (FCEV) mit einem namentlich nicht benannten Unternehmen. Diese begannen in London (Vereinigtes Königreich) mit einer Fahrerschulung und dauere voraussichtlich einen Monat. Bei dem Unternehmen handele sich den Angaben zufolge um einen großen multinationalen Logistiker, dessen Partner gewerbliche Transporter für die Paketzustellung nutzen. Im Rahmen der kürzlich abgeschlossenen Einsatztests durch den britischen Energieversorger Wales & West Utilities Ltd. (WWU) war das erste FCEV-Fahrzeug zwischen sechs und sieben Stunden pro Tag im Einsatz. Bei den neuen Testläufen werde es über acht Stunden pro Tag mit mehreren Lieferungen pro Stunde genutzt.

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iStock / © Danil Melekhin