(Burghausen / Deutschland) – Die Wacker Chemie AG und Gasfernleitungsnetzbetreiber Bayernets GmbH haben einen Vertrag über die Reservierung von Wasserstoff-Transportkapazitäten im H2-Cluster Burghausen / HyPipe one geschlossen. Damit werde „ein wichtiger Impuls für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur im bayerischen Chemiedreieck gesetzt“, so der Fernleitungsbetreiber. 

Anbindung an den Importkorridor SoutH2

Wacker bereitet damit seine Standorte auf die künftige Nutzung grünen Wasserstoffs vor. In Burghausen betreibt Wacker seinen weltweit größten Produktionsstandort mit über 8.000 Mitarbeitern. Das Werk stellt unter anderem Silikone, Polymere und Polysilicium her. „HyPipe one“ ist Teil des nationalen Wasserstoff-Kernnetzes und hat in der ersten Ausbaustufe eine Länge von etwa 15 Kilometer. Die Leitung liegt in der Nähe zum Grenzübergangspunkt zu Österreich und ermöglicht damit die Anbindung der Region an den Importkorridor „SoutH2“, durch den Wasserstoff aus Nordafrika über Italien und Österreich bis nach Bayern und weiter in das deutsche Wasserstoffkernnetz transportiert werden soll. 

Im Januar 2025 hatten die fünf Länder Deutschland, Algerien, Italien, Österreich und Tunesien in Rom auf einer gemeinsamen Ministerkonferenz ihre Absicht bekräftigt, Wasserstoff in großen Mengen per Pipeline aus afrikanischer Produktion auf den europäischen Markt zu bringen. Die auf europäischer Seite beteiligten Länder hatten sich wie berichtet bereits im Juni vergangenen Jahres auf „SoutH2“ verständigt, die Energieminister schon im Mai 2023 (mehr dazu).

Im Juli hatten Bayernoil und Bayernets die Grundlage zur Anbindung des Industrieclusters in Bayern an das Wasserstoff-Kernnetz geschaffen. Für Bayernoil unterzeichneten (v.l.) Philipp Kaiser und Alexander Struck den Vertrag, für Bayernets sitzen Matthias Jenn und Richard Unterseer am Tisch. © Bayernoil / Britta Heidemann-Schöberl

Im Juli dieses Jahres hatte bereits die Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH mit Bayernets einen Vertrag zur Reservierung von Wasserstoff-Transportkapazitäten im H2-Cluster „Ingolstadt /HyPipe“ geschlossen. Mit der Anbindung Bayerns an das künftige Wasserstoffnetz setze man „einen wichtigen Impuls“ für die Entwicklung der regionalen Wasserstoffinfrastruktur. Ziel sei es, die Industriestandorte sowie die Region rund um Ingolstadt künftig mit Wasserstoff zu versorgen (mehr dazu).

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Der Chemiekonzern Wacker reserviert für den bayerischen Standort Burghausen Wasserstoff-Transportkapazitäten bei Bayernetz. © Wacker Chemie AG