(Berlin / Deutschland) – Knapp zwei Drittel der Menschen in Deutschland sind der Ansicht, dass eine auf fossilen Brennstoffen basierende Wirtschaft langfristig nicht konkurrenzfähig ist. Zudem geben 78 Prozent der Befragten an, dass es für Deutschland wichtig oder sehr wichtig sei, bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Lediglich 22 Prozent halten dies für weniger oder nicht wichtig. Das geht aus dem aktuellen Energiebarometer des Versorgers Vattenfall hervor. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Statista hatte im Auftrag des Energiekonzerns bundesweit 1.000 Personen repräsentativ befragt.
Deutliches „Ja“ zur Förderung von Ökostrom
Als Faktoren, die die Energiewende in Deutschland aktuell ausbremsen, nennen demnach 59 Prozent hohe Kosten für Industrie und Konsumenten, 58 Prozent finden, es gebe zu viel Bürokratie und Regulierung.
Die Frage, ob grüner Strom auch weiterhin vom Staat gefördert werden sollte, beantworten 80 Prozent der Befragten mit „ja“ oder „eher ja“, lediglich 20 Prozent mit „nein“ oder „eher nein“. Allerdings kommt für 42 Prozent der Ausbau der Stromnetze zu langsam voran. Für 35 Prozent bremst lokaler Widerstand gegen Projekte die Energiewende aus.
Unklare Politik, lange Genehmigungen
Unklare politische Vorgaben bemängeln 49 Prozent, lange Genehmigungsprozesse 46 Prozent. Bei der Stromsteuer sind 70 Prozent der Befragten der Ansicht, dass alle Haushalte von einer Absenkung auf das EU-Mindestmaß profitieren sollten. Laut aktueller Regelung profitieren davon hauptsächlich das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft.
28 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass insbesondere Unternehmen, die in energieeffiziente Technologien investieren, weniger Stromsteuer zahlen sollten. 27 Prozent sprechen sich für eine Entlastung aller Unternehmen bei der Stromsteuer aus. 26 Prozent wünschen sich, dass vor allem Haushalte, die in energieeffiziente Technologien investieren, von einer gesenkten Stromsteuer profitieren sollten.
81 Milliarden Euro für fossile Energieträger
„Fossile Brennstoffe wie Erdöl, LNG oder Steinkohle sind in Deutschland und Europa deutlich teurer als in anderen Erdteilen, weil sie importiert werden müssen“, sagt der Deutschlandchef von Vattenfall, Robert Zurawski: „Nur ein dekarbonisiertes Deutschland und Europa wird langfristig wettbewerbsfähig sein – und zudem auch unabhängiger und resilienter“.
Laut KfW gebe Deutschland seit 2008 durchschnittlich rund 81 Milliarden Euro pro Jahr für den Import fossiler Brennstoffe aus. Mehr Investitionen in Erneuerbare, Netze und Speicher zu investieren, lieferten „Unabhängigkeit, langfristig günstigere Preise sowie eine hohe Verfügbarkeit von Energie und eine Infrastruktur für viele Jahre“, sagt Zurawski: „Wir brauchen einen konsequenten und schnellen Ausbau von Wind- und Solarenergie, flexiblen Speichern und Netzen sowie mehr Flexibilität auch auf der Nachfrageseite.“
Vattenfall baue seine Solar- und Offshore-Windparks „heute schon größtenteils ohne direkte staatliche Förderungen“, so Zurawski. „Zugleich brauchen wir auch weiterhin einen verlässlichen Investitionsrahmen, um das Ausbautempo für einen Erneuerbaren-Anteil von 80 Prozent am Strommix im Jahr 2030 halten zu können.“
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Die Hamburger Energiewerke hatten das Steinkohlekraftwerk Moorburg im März 2023 von Vattenfall erworben. Im Dezember 2020 erhielt Vattenfall den Zuschlag in der damaligen Auktion zum bundesweiten Steinkohleausstieg. Das Unternehmen hat die beiden 800-Megawatt-Blöcke heruntergefahren. 2024 begann der Abriss. Nun entsteht dort eine 100 Megawatt leistende Elektrolyse zur Erzeugung grünen Wasserstoffs – tendenziell ist Platz für 800 Megawatt. © Hamburger Energiewerke GmbH




