Studie: Wasserstoff im Wärmemarkt +++ Rheinland-Pfalz lässt Wasserstoff-Roadmap erstellen +++ Hyzon Motors bekommt Auftrag aus Australien für 154-Tonner mit Wasserstoffantrieb +++ Klimaneutrales Bayern braucht bis 2040 Elektrolyseleistung von fünf Gigawatt +++ Forscher entwickeln neues Verfahren für energiesparende Wasserstoffproduktion +++ DUH: North Stream 2 ist nicht für grünen Wasserstoff ausgelegt +++ Berlin fördert Wasserstoffspeicher für PV-Anlagen +++ Termine

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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Wasserstoff könne Spitzenlasten im Wärmebereich auffangen, die das Stromsystem bei einer umfassenden Elektrifizierung massiv herausfordern würden. Bei einer stark wachsenden Produktion aus wetterabhängigen Erzeugungstechnologien wie Windkraft und Photovoltaik müsse zur Abdeckung der Spitzennachfrage ein Teil des benötigten Stroms in speicherbare gasförmige Energieträger wie Wasserstoff konvertiert werden, heißt es in einer Studie im Auftrag des FNB Gas.

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Rheinland-Pfalz hat die Erstellung einer Wasserstoffstudie nebst Roadmap beauftragt. Ziel ist, eine Wasserstoffstrategie bis 2040 sowie konkrete Maßnahmen zum Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft zu entwickeln.

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Der US-Autobauer Hyzon Motors Inc. hat einen Auftrag zur Lieferung von fünf 154-Tonnen-Lkw von der Ark Energy Corp. erhalten, der australischen Tochtergesellschaft des weltweit größten Zink-, Blei- und Silberproduzenten Korea Zinc. Die Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb ersetzen Diesel-Lkw, sollen in Australien gebaut und bis Ende 2022 ausgeliefert werden.

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Ein klimaneutrales Bayern bräuchte bis 2040 eine Elektrolyseleistung von fünf Gigawatt, um den bei guten Wetterbedingungen reichlich vorhandenen Ökostrom in Wasserstoff umzuwandeln und zu speichern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kurzstudie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft für den VBEW. Somit sei ein mittlerer jährlicher Zubau von 250 Megawatt erforderlich, das entspreche etwa fünf Megawatt pro Woche.

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Forscher haben ein neuartiges kostengünstiges Elektrodenmaterial entwickelt, das eine hocheffiziente energiesparende Wasserstoff-Produktion in Aussicht stellt: poröse phosphorisierte CoNi2S4-Dotter/Schale-Nanokugeln. Die Wasserstoff erzeugende Reaktion könne statt an die Sauerstofferzeugung an die Oxidation von Harnstoff gekoppelt werden, die deutlich weniger Energie benötige. Als Harnstoff-Quelle könnten Abwässer industrieller Synthesen und Sanitärabwässer dienen. Die bimetallischen Dotter/Schale-Partikel seien den meisten bekannten Nickel-Sulfid- und sogar Edelmetall basierten Elektrokatalysatoren überlegen.

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Die Nord-Stream-2-Pipeline ist nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht ausgelegt für eine klimafreundliche Wasserstoffversorgung von Russland nach Deutschland. Nur der Transport von 100 Prozent mit erneuerbaren Energien erzeugtem Wasserstoff wäre mit den Klimazielen vereinbar. Ob die Pipeline technisch in der Lage sei, hohe Anteile an grünem Wasserstoff zu transportieren, könne aufgrund mangelnder Untersuchungen nicht beurteilt werden. Allerdings plane Russland keine grüne Wasserstoffproduktion „in nennenswertem Umfang“.

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Im Rahmen des Berliner Förderprogramms „EnergiespeicherPLUS“ können Privatpersonen, Unternehmen, juristische Personen sowie die Berliner Bezirke weiterhin Fördermittel bis zu 15.300 Euro für Stromspeicher erhalten, die gemeinsam mit einer neu zu errichtenden Solaranlage in Berlin installiert werden. Förderfähig sind auch Wasserstoffspeichersysteme mit Elektrolyseur und Brennstoffzelle. Die Landesmittel wurden jetzt aufgestockt, weil die bisherigen Fördermittel aufgrund großer Nachfrage noch vor Ende des Programms am 31. Dezember aufgebraucht waren.

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Termine

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