Marokko: John Cockerill kündigt den Bau einer Elektrolyseurfabrik an +++ Herzogenaurach: Lhyfe liefert grünen Wasserstoff an Schaeffler +++ Zypern: EU fördert ersten Elektrolyseur des Inselstaates +++ Belgien: Liebherr-Bagger von Diesel auf Brennstoffzelle umgerüstet +++ Niederlande: Vopak und Hydrogenious gründen Joint Venture für LOHC-Wasserstoff +++ RABATT-Aktion: Ihre WERBUNG auf dem PtX-Portal

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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Der belgische Maschinen- und Anlagenbauer sowie Hersteller von alkalischen Elektrolyseuren, John Cockerill Group, hat ein Joint Venture mit einem marokkanischen Unternehmen angekündigt. Ziel sei es, „integrierte Lösungen für grünen Wasserstoff in Marokko“ anzubieten. Insbesondere solle eine „Gigafactory zur Herstellung von alkalischen Elektrolyseuren“ mit Leistungen ab fünf Megawatt gebaut werden. Das Unternehmen nannte weder den Namen des Kooperationspartners noch Investitionssummen oder Zeitpläne.

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Schaeffler bezieht künftig grünen Wasserstoff von Lhyfe (v.l.): Pascal Louvet, Country Sales Manager Germany (Lhyfe GmbH); Stephan Ziegler, Leiter Werksplanung und Instandhaltung (Schaeffler); Andreas Schick, Vorstand Produktion, Supply Chain Management und Einkauf (Schaeffler); Kolja Andreas, Leiter Technische Produktionsprozesse im Werk Herzogenaurach (Schaeffler); Stefan Gossens, Vice President Hydrogen Strategy (Schaeffler); Alexander Kageneck, Project Development Manager Green Hydrogen (Lhyfe). © Schaeffler / Thomas Welker

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler AG hat mit dem französischen Wasserstoffproduzenten Lhyfe eine Absichtserklärung für die Produktion und Abnahme von grünem Wasserstoff unterzeichnet. Auf dem Werksgelände von Schaeffler in Herzogenaurach wird demnach eine durch Lhyfe betriebene Elektrolyseuranlage mit einer Kapazität von bis zu 15 Megawatt errichtet. Ab 2025 sollen das Schaeffler-Werk und andere regionale Kunden täglich mit rund 3,7 Tonnen grünem Wasserstoff versorgt werden. Durch die Umstellung auf diesen regenerativen Energieträger und die Nutzung der Abwärme des Elektrolyseurs für die Wärmeversorgung des Standorts erwartet Schaeffler eigenen Angaben zufolge „deutliche Einsparungen beim CO2-Ausstoß“. Die Anlage werde darüber hinaus Schaeffler-Standorte und potenzielle Abnehmer in der Region wie Kommunen und Wasserstofftankstellen mit grünem Wasserstoff bedienen können. Teil des Übereinkommens ist neben der Abnahme von grünem Wasserstoff eine Technologiepartnerschaft, um den Einsatz von Schaeffler Elektrolyse-Stacks zu fördern.

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Grüner Wasserstoff ist alsbald auch auf Zypern verfügbar. Nach Angaben des Portals „Balkan Energy News“ erhalten die einheimischen Firmen GreenH2CY, A. Zorpas kai Yioi, Evergy und Wincono EU-Fördermittel für die Errichtung eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von zwei Megawatt. Auch zwei deutsche Firmen seien an dem Projekt beteiligt. Die Anlage werde grünen Wasserstoff zunächst für leichte und schwere Lkw produzieren. Das sogenannte Future Fuels Pilot Project umfasst die Installation und den Betrieb eines Protonen-Austauschmembran-Elektrolyseurs (PEM) in Larnaca. Die Anlage soll jährlich 150 Tonnen grünen Kraftstoff für den Verkehrssektor produzieren, was 627 Tonnen Diesel entspricht. Geplant ist der Bau einer Speicheranlage und einer Tankstelle.

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Zwei Liebherr-Bagger wurden auf wasserstoffelektrischen Antrieb umgerüstet. © Zepp Solutions

Das belgische Unternehmen Zepp Solutions B.V. hat zwei Wasserstoffspeicher und Y50-Brennstoffzellensysteme an Terberg Techniek geliefert. Die Systeme kommen bei der Umrüstung von zwei Liebherr-Baggern des Typs 916 Litronic von Diesel auf Elektroantrieb zum Einsatz. Die beiden Maschinen des niederländischen Bauunternehmens Jos Scholman wurden sechs Monate lang getestet. Die Ergebnisse zeigten, dass die Fahrzeuge zuverlässig und erwartungsgemäß arbeiteten und eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen dieselbetriebenen Modellen darstellten. Terberg Techniek hat einen Umrüstsatz für die Brennstoffzellensysteme von Zepp entwickelt und plant, diesen Bausatz nicht nur für diesen Baggertyp, sondern auch für die Umrüstung anderer Baumaschinen von Diesel auf wasserstoffelektrischen Antrieb zu verwenden.

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LOHC Logistix baut im Hafen von Rotterdam eine Fabrik zur Wasserstoffdehydrierung. © Port of Rotterdam

Das niederländische Tanklagerunternehmen Vopak N.V. und das deutsche Wasserstoffunternehmen Hydrogenious LOHC Technologies gründen das Joint Venture LOHC Logistix GmbH. Ziel ist Speicherung, Transport und Lieferung von Wasserstoff auf Basis der LOHC-Technologie (Liquid Organic Hydrogen Carrier). Als flüssiger organischer Wasserstoffträger werde hier das Thermoöl Benzyltoluol (LOHC-BT) genutzt. Nach Unternehmensangaben sei dieses als Wärmeträger bereits in der Industrie etabliert und weise ideale Eigenschaften für den sicheren Umgang in Häfen auf. Als schwer entflammbarer und nicht explosiver Träger mit einer hohen Energiedichte könne Benzyltoluol wie ein fossiler Flüssigbrennstoff in der bestehenden Infrastruktur, in Tankwagen und Fahrzeugen bei Umgebungsdruck und -temperatur gehandhabt werden. Damit füge es sich gut in die bestehende Hafeninfrastruktur und die Flotte von Schiffen, Eisenbahnwaggons und Tankwagen ein. Nach der Freisetzung von Wasserstoff (Dehydrierung) könne der LOHC wiederverwendet werden, „um Wasserstoff viele Hundert Mal zu binden“. LOHC Logistix baut den Angaben zufolge eine Fabrik in Rotterdam, die zunächst 1,5 Tonnen Wasserstoff pro Tag aus diesem Träger entnehmen kann. Eine endgültige Investitionsentscheidung sei noch nicht getroffen und hänge vom Lizenzierungsverfahren ab. Im Juni 2022 kündigte Vopak an, dass das Unternehmen bis 2030 eine Milliarde Euro in neue Energie und nachhaltige Rohstoffe investieren wird. Vopak ist als strategischer Investor mit zehn Prozent an Hydrogenious LOHC Technologies beteiligt.

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iStock / © Danil Melekhin