(Kintore / Großbritannien) – Der britische Entwickler von Energieerzeugungsanlagen und Speichern Statera Energy Ltd. hat Pläne für die Entwicklung eines großen grünen Wasserstoffprojekts bekannt gegeben. Standort ist Kintore, Grafschaft Aberdeenshire, an der Nordostspitze Schottlands. Das „Kintore Hydrogen“ genannte Vorhaben verfügt den Plänen zufolge dereinst über Elektrolyseure mit einer Leistung von drei Gigawatt und soll überschüssige Windenergie zur Erzeugung von jährlich 200.000 Tonnen grünem Wasserstoff nutzen,

Wasserstoff per Erdgasleitung für die Industrie

Die britische Regierung habe nunmehr bestätigt, dass Kintore Hydrogen für die erste Phase mit einer Leistung von 500 Megawatt Fördermittel für das Front End Engineering Design (FEED) aus dem Net Zero Hydrogen Fund (NZHF) bekommt. Dies beinhalte auch die Planung und die Genehmigungen. Die Studie soll bis 2024 abgeschlossen sein. Die Investitionsentscheidung falle 2025. Die Ausbau auf die volle Produktionsleistung von drei Gigawatt werde bis 2030 erwartet.

Über das Fernleitungsgasnetz soll der Wasserstoff von Kintore bis in die Industriezentren im Süden Großbritanniens gelangen. © Statera Energy Ltd.

Der Wasserstoff werde kohlenstoffintensive Industrien über bestehende Gasleitungen versorgen. Dies verringere den Bedarf an kostspieligen Netzverstärkungen, die erforderlich wären, um den nicht vor Ort genutzten Strom aus Schottland in andere Teile Großbritanniens zu transportieren.

Das Vorhaben werde durch die Umstellung der Erdgasleitungen auf einen größeren Anteil grünen Wasserstoffs auch zur Dekarbonisierung der energieintensiven britischen Industrie beitragen. Dies wiederum werde „die Energieversorgungssicherheit des Vereinigten Königreichs verbessern, eine landesweit wichtige Infrastruktur schaffen, private Investitionen in die grüne Wirtschaft freisetzen und hochqualifizierte lokale Arbeitsplätze schaffen“, so die Erwartungen. „Kintore wird ein Vorzeigeprojekt für Statera sein“, sagt Tom Vernon, geschäftsführender Direktor von Statera Energy.

Moleküle als Langzeitspeicher für Energie

Das Projekt könne „eine entscheidende Rolle“ sowohl bei der Entlastung des Netzes als auch als Langzeit-Energiespeicher spielen, was über die erwarteten Möglichkeiten von Batteriespeichern und Pumpspeichern hinausgehe, sagt Julian Leslie, Leiter des Bereichs Netze und Chefingenieur beim Stromübertragungsnetzbetreiber National Grid Electricity System Operator (ESO). „Die Wiederverwendung bestehender Gasnetze ist entscheidend für die Verbindung von Wasserstoffproduzenten mit den Verbrauchern, um eine zuverlässige und effiziente Versorgung“ mit dem Energieträger zu gewährleisten, betont auch Antony Green, Direktor für Wasserstoff bei dem Gasübertragungsnetzbetreiber National Gas Transmission.

Statera Energy ist ein in Großbritannien ansässiges Energieunternehmen, das Projekte in den Bereichen Stromerzeugung, Batteriespeicherung, Wasserkraft und grüner Wasserstoff entwickelt, besitzt und betreibt. Es hat eigenen Angaben zufolge Batteriespeicher mit einer Leistung von einem Gigawatt in Betrieb oder im Bau und weitere 13 Gigawatt an Wasserstoffproduktion, Batteriespeichern, flexibler Stromerzeugung und Pumpspeichern in der Entwicklung.

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Statera will im schottischen Kintore Windstrom zur Produktion von Wasserstoff nutzen. © Statera Energy Ltd.