(Antwerpen / Belgien) – Die Power to Hydrogen Inc. (P2H2), US-Entwickler von Elektrolysesystemen für Anionenaustauschmembranen (AEM), hat am belgischen Hafen Antwerpen-Brügge mit der kommerziellen Produktion von grünem Wasserstoff im dortigen „NextGen“-Bezirk begonnen. Die Installation startete im August.

Band durchtrennt, Anlage eingeweiht: Die Produktion von grünem Wasserstoff startet im Hafen Antwerpen-Brügge. © Power to Hydrogen Inc.
Das System besteht aus zwei Einheiten mit einer Leistung von jeweils 250 Kilowatt (kW). Es sei der erste kommerzielle Einsatz von AEM-Stacks dieser Größenordnung. Konventionelle AEM-Systeme lägen nach Unternehmensangaben typischerweise zwischen 2 kW und 25 kW. Zunächst würden 70 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr für den regionalen Gaslieferanten Holthausen sowie andere Kunden in der Region produziert.
Die Antwerpener P2H2-Systeme seien so konzipiert, dass sie produzieren, wenn erneuerbare Energie am günstigsten ist. Die „Betriebsreichweite von zehn bis Hundert Prozent“ ermögliche es, den belgischen Day-Prior-Preisen zu folgen und die Produktion anzuheben, wenn Strom günstig, und zu reduzieren, wenn sie weniger günstig ist. Dadurch könne man lokal produzierten Wasserstoff liefern, der kostengünstiger gegenüber anderen Wasserstoffquellen sei.

Power to Hydrogen begann im August 2026 am Hafen Antwerpen-Brügge mit die Installation der AEM-Groß-Elektrolyseure. © Power to Hydrogen Inc.
„NextGen District wurde ins Leben gerufen, um zu beweisen, dass saubere Technologien der nächsten Generation nicht nur im Labor, sondern auch unter realen industriellen Bedingungen funktionieren können“, sagt Johan Klaps, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Hafenbehörde. „Dass Power to Hydrogen hier einen Elektrolyseur im kommerziellen Maßstab in Betrieb nimmt, ist genau die Art von Meilenstein, für den dieses Umfeld geschaffen wurde, und es stärkt die Rolle des Hafens als Testfeld für Europas Übergang zu einer sauberen Industrie.“
Nach einem gerade abgeschlossenen und mehr als 1.250 Stunden dauernden Pilotprojekt mit dem spanischen Energieversorger Repsol wurde eine irreversible Degradation in einer Größenordnung von etwa zwei Millivolt pro Tausend Stunden (mV/kHr) gemessen – dies sei fünf- bis zehnmal besser ist als die vom US-Energieministerium und der EU-Clean Hydrogen Partnership veröffentlichten AEM-Zielwerte, woraus sich eine technische Lebensdauer des Stacks von über 50.000 Stunden prognostizieren lasse. Für den Pilotversuch ließen sich Wasserstoffkosten von rund 3,86 Euro pro Kilogramm berechnen, etwa 16 Prozent weniger als bei anderen etablierten Elektrolyseurtechnologien. Ein zweites 500-kW-System (Dual-250 kW-Stack) werde später in diesem Jahr an das norwegische Forschungsinstitut SINTEF geliefert.
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Power to Hydrogen startet die kommerzielle Produktion von grünem Wasserstoff im Hafen von Antwerpen-Brügge. Das Bild zeigt einen LNG-Terminal des belgischen Gas- und Speicherkonzerns Fluxy Belgium SA. © Port of Antwerp-Bruges



