(Kooragang Island / Australien) – Orica Ltd. baut im Bundesstaat New South Wales einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 50 Megawatt. Der australische Chemie- und Sprengstoffspezialist hat für das bereits im Jahr 2022 mit einer Machbarkeitsstudie angekündigte Vorhaben jetzt die endgültige Investitionsentscheidung (FID) getroffen und integriert die Anlage in den bestehenden Industriekomplex auf Kooragang Island, Newcastle.

Rendering des HVHH-Standortes mit den einzelnen geplanten Produktionseinheiten. © Orica Ltd.

Das „Hunter Valley Hydrogen Hub“ (HVHH) wird Wasserstoff durch Elektrolyse unter Verwendung von recyceltem Wasser und netzgebundenem Strom aus zertifizierten erneuerbaren Energiequellen erzeugen. Der Energieträger soll das bisher genutzte Erdgas als Ausgangsmaterial bei der Herstellung von Ammoniak und Ammoniumnitrat ersetzen; Basis für eine Reihe von Branchen, darunter Bergbau, Landwirtschaft, Gesundheitswesen und Lebensmittelindustrie.

Die Wasserstoffproduktion wird auf jährlich etwa 4.700 Tonnen prognostiziert, woraus wiederum 26.600 Tonnen kohlenstoffarmes Ammoniak hergestellt werden soll. Aus dem eingesparten Erdgas – entsprechend etwa dem jährlichen Gasverbrauch von 50.000 Haushalten – ergebe sich eine Emissionsminderung von etwa 35.000 Tonnen CO2-Äquivalent. Während des Baus entstünden nach Unternehmensangaben 160 Arbeitsplätze, für den Betrieb würden letztlich noch zehn Personen benötigt.

Plug Power liefert PEM-Elektrolyseur

Der US-Hersteller Plug Power Inc. liefert den 50-MW-Elektrolyseur. Den Angaben zufolge werde Plugs „GenEco“ Proton Exchange Membrane-Technologie (PEM) eingesetzt. Die Wahl von Plug für das HVHH spiegele die starke Präsenz des Unternehmens auf dem australischen Wasserstoffmarkt und seine wachsende globale Projektpipeline wider, sagte CEO José Luis Crespo. Plug sei in Australien „in erheblichem Umfang“ aktiv und habe bereits Projekte im ganzen Land beliefert, darunter einen Elektrolyseur in Townsville, der bereits die Produktion aufgenommen hat, sowie einen Elektrolyseur in Chinchilla, Queensland.

In Sines liefert Plug Power PEM-Elektrolyseure an Galp zur Herstellung von grünem Wasserstoff. © Plug Power Inc. / Walter Branco

Aktuell seien mehr als 320 Megawatt an GenEco-Elektrolyseursystemen auf sechs Kontinenten installiert, darunter Europas größtes Projekt im portugiesischen Sines mit 100 Megawatt installierter Leistung, das der Mineralölkonzern Galp Energia SGPS S.A. bis Mitte nächsten Jahres in Betrieb nehmen will (mehr dazu).

Der Bau des „Hunter Valley Hydrogen Hubs“ soll noch 2026 beginnen, die erste Produktion bereits Anfang 2029 anlaufen. Die Eigenkapitalinvestitionen liegen bei voraussichtlich 245 bis 283 Millionen australische Dollar (148 bis 171 Millionen Euro). Hinzu kommen Fördermittel. Orica wird von der australischen Bundesregierung, der Regierung des Bundesstaates New South Wales und der Australian Renewable Energy Agency (ARENA) über deren „Hydrogen Headstart“-Programm mit 432 australischen Dollar (262 Millionen Euro) unterstützt.

Foto oben
Orica installiert eine Wasserstoffproduktion mit einer Leistung von 50 Megawatt im Industriekomplex auf Kooragang Island zur Herstellung von grünem Ammoniak. © Orica Ltd.