(Palos de la Frontera / Spanien) – Der Vorstand des spanischen Energie- und Chemiekonzerns Moeve S.A. hat die endgültige Investitionsentscheidung für den ersten Bauabschnitt des „Onuba“ genannten Vorhabens getroffen, um im „Andalusian Green Hydrogen Valley“ Elektrolyseure mit einer Leistung von 300 bis 400 Megawatt zu installieren. Standort ist Palos de la Frontera bei Huelva. Der Ertrag wird auf jährlich etwa 45.000 Tonnen grünen Wasserstoff prognostiziert und solle zum einen zur Dekarbonisierung der Chemie- und Düngemittelindustrie genutzt, zum anderen in Kraftstoffe für Luftfahrt, Straße und Schiffe verarbeitet werden.

Im Januar 2023 vereinbarten die drei Konzerne Moeve (damals noch „Cepsa“), Enagás Renovable und Alter Enersun den Bau von „Onuba“, einer Wasserstoffproduktion nebst 200-MW-Photovoltaikkraftwerk in Andalusien. Jetzt wurde die endgültige Investitionsentscheidung getroffen. © Enagás Renovable

Die dafür vorgesehenen Investitionen belaufen sich auf geschätzt eine Milliarde Euro. Dies beinhalte den Angaben zufolge auch die zugehörige Infrastruktur sowie Photovoltaikanlagen. Moeve habe im Rahmen des von der Europäischen Kommission als Projekt von gemeinsamem europäischem Interesse (PCI) eingestuften Hydrogen-Valley-Programms 304 Millionen Euro für die Entwicklung des andalusischen Standortes erhalten, sagt Moeve-CEO Maarten Wetselaar anlässlich der Präsentation des Geschäftsberichts 2025. „Diese Entscheidung stellt Moeve an die Spitze bei der Bereitstellung sauberer Energielösungen zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und Energiesicherheit Europas.“

Moeve, im Besitz des Abu Dhabi-Fonds Mubadala, sowie der US-amerikanischen Private-Equity-Firma Carlyle Group (CG. O), sei mit 51 Prozent weiterhin Mehrheitseigentümer. Der Konzern hatte 2024 seinen vormaligen Namen „Cepsa“ (Compañía Española de Petróleos S.A.U.) geändert und seit 2022 große Teile seiner Ölproduktion sowie Geschäftsaktivitäten in Abu Dhabi und Südamerika verkauft, um sich zunehmend nachhaltiger Energie und Wasserstoff zu widmen.

2 Gigawatt Leistung geplant

Mit im Boot des Onuba-Projekts seien als Minderheitsgesellschafter jetzt auch die Abu Dhabi Future Energy Company (Masdar) und das bereits an mehreren spanischen PV- und Wasserstoffprojekten beteiligte Unternehmen Enalter, ein Joint Venture von Enagás Renovable und der Alter Enersun Group. 

Moeve will nach Angaben aus dem Jahr 2024 in Südspanien eine Produktionskapazität für grünen Wasserstoff von zwei Gigawatt installieren, davon je ein Gigawatt in Huelva und Cádiz. Um die für die Produktion erforderliche erneuerbare Energie zu erzeugen, solle ein Portfolio von sieben Gigawatt an Wind- und Solarprojekten entwickeln werden, hieß es bei der Präsentation erster Pläne im Jahr 2022 (wir berichteten).

Grüne Kraftstoffe in Marokko

Erst Anfang Februar hatte Moeve verkündet, das Unternehmen sei von der Regierung Marokkos ausgewählt worden, gemeinsam mit dem Stromversorger Taqa Morocco S.A. ein groß angelegtes Projekt zur Produktion von grünem Ammoniak und eFuels im Süden des Landes zu entwickeln. Taqa sei für die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien in der Region Dakhla verantwortlich, während Moeve die Produktion und Vermarktung der Kraftstoffe über den Hafen von Jorf Lasfar leitet. Zunächst würden Machbarkeitsstudien erstellt.

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Moeve-Raffinerie in Huelva, Andalusien. In dem dort jetzt entstehenden „Andalusian Green Hydrogen Valley“ sollen Elektrolyseure mit einer Leistung von 300 bis 400 Megawatt installiert werden. © Moeve S.A.