(Palos de la Frontera / Spanien) – Thyssenkrupp Nucera soll dem spanischen Mineralölkonzern und Tankstellenbetreiber Compañía Española de Petróleos S.A.U. (Cepsa) Elektrolyseanlagen mit einer Leistung von 300 Megawatt (MW) liefern. Für das Projekt würden 15 standardisierte „Scalum“-Module mit einer Kapazität von jeweils 20 MW genutzt. Zudem werde Thyssenkrupp ein „Basic-Engineering“-Paket für ein System zur Produktion von grünem Wasserstoff liefern und somit das Design und die Konstruktion bis zur endgültigen Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) ausarbeiten.

Der Mineralölkonzern Cepsa will nicht nur mehr Mineralöl raffinieren, sondern künftig auch grünen Wasserstoff herstellen. Thyssenkrupp und Siemens sollen dafür Elektrolyseure liefern. © Cepsa S.A.U.

In der ersten Phase werde eine Anlage im Cepsa-Energiepark in La Rábida in Palos de la Frontera (Huelva) im Rahmen der Partnerschaft mit dem Düngemittelhersteller Fertiberia errichtet. Die Produktionskapazität liege bei 47.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr. Cepsa entwickelt das andalusische „Green Hydrogen Valley“ als Teil eines Ökosystems europäischer Allianzen. Es solle Europas größtes grünes Wasserstoffzentrum werden. „Unsere angestrebte Zusammenarbeit mit Thyssenkrupp Nucera bringt führende Unternehmen zusammen, um eine europäische Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff zu schaffen und die Dekarbonisierung auf dem gesamten Kontinent zu beschleunigen“, sagt Carlos Barrasa, Cepsas Executive Vice President of Commercial and Clean Energies.

Die alkalische Wasserelektrolyse von Thyssenkrupp Nucera wird auch bei anderen Projekten eingesetzt. Mit einer Gesamtleistung von mehr als 700 MW versorgten die Scalum-Module etwa das grüne Stahlwerk von H2 Green Steel in Schweden, so das Unternehmen. Air Products in Saudi-Arabien wird sie für seine mehr als zwei Gigawatt starke Elektrolyseanlage in der derzeit sich in der Entwicklung befindenden Stadt Neom in Saudi-Arabien verwenden.

100 Megawatt von Siemens

Über die Vereinbarung mit Thyssenkrupp hinaus will Cepsa auch Technologie von Siemens Energy für sein Großprojekt in Huelva nutzen. Der Konzern solle Elektrolyseure auf Basis der „Proton Exchange Membrane“-Technologie (PEM) mit einer Leistung von 100 MW liefern. Dieser Gesamtauftrag für Elektrolyseure mit einer Leistung von kumuliert 400 MW sei der derzeit „größte in Südeuropa“.

Die Kombination der Technologien sei „ein entscheidender Schritt für das Green Hydrogen Valley, so das Unternehmen. „Damit kann Cepsa das technologische Risiko beherrschen, um die Versorgung unserer Kunden sicherzustellen“, sagt Carlos Barrasa.

Cepsa will bis 2030 in Südspanien eine Produktionskapazität für grünen Wasserstoff von zwei Gigawatt installieren, davon je ein Gigawatt in Huelva und Cádiz. Um die für die Produktion erforderliche erneuerbare Energie zu erzeugen, werde Cepsa, wie berichtet, ein Portfolio von sieben Gigawatt an Wind- und Solarprojekten entwickeln und gleichzeitig mit anderen Erzeugern erneuerbarer Energien in Andalusien zusammenarbeiten, um die Integration dieser neuen Anlagen in das Stromsystem zu fördern, erklärte das Unternehmen bereits im Oktober 2022 bei der Präsentation seiner Pläne.

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Cepsa will Wasserstoff nicht nur lokal nutzen, sondern die Derivate aus Südspanien auch nach Rotterdam transportieren. Die beiden geplanten Energieparks in Cádiz und Huelva verfügen nach Unternehmensangaben über eine gut entwickelte industrielle Infrastruktur nebst direktem Zugang zum Meer.© Cepsa S.A.U.