(Lubmin / Deutschland) – Der Energy-Transition-Fonds KGAL ESPF 6 und die PtX Development GmbH haben eine Mehrheit an einem Projekt des französischen Wasserstoffproduzenten Lhyfe in Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) erworben. Dadurch entstehe nach Unternehmensangaben „das potenziell größte Wasserstoffprojekt Deutschlands“ mit einer möglichen Leistung von 1,7 Gigawatt und einer Jahresproduktion von bis zu 160.000 Tonnen. Lhyfe behalte eine Minderheitsbeteiligung, konkrete Zahlen wurden indes nicht genannt. 

Die in Lubmin geplante Großelektrolyseuranlage soll dereinst auf 1,7 Gigawatt Leistung ausgebaut werden. © PtX Development GmbH

Es sei eines „der ehrgeizigsten Projekte für grünen Wasserstoff in Deutschland“, sagt Thomas Engelmann, Head of Energy Transition bei KGAL. „Der Standort vereint die entscheidenden Elemente für eine großvolumige Wasserstoffproduktion.“ Das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Greifswald an der deutschen Ostseeküste biete gesicherte Grundstücksflächen und einen bestätigten Netzanschluss, außerdem „eine strategisch hervorragende Lage“ in unmittelbarer Nähe der umfunktionierten „Flow“-Pipeline des Fernleitungsnetzbetreibers Gascade Gastransport GmbH, die Lubmin bereits mit Sachsen-Anhalt verbinde und ein Kernelement des künftigen deutschen Wasserstoffnetzes bilde. Nach dessen Fertigstellung werde Lubmin „mit bedeutenden Industrieclustern“ verbunden, was „eine solide Grundlage für langfristige Abnahmeverträge“ schaffe.

Standort Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. © PtX Development GmbH

Im September 2024 schlossen PtX Development und KGAL einen Vertrag zur Finanzierung des Baus einer Wasserstoffproduktionsanlage in Lubmin. Das Vorhaben sollte anfangs 210 Megawatt umfassen und in mehreren Abschnitten später bis auf eine Elektrolyseleistung von 1.050 Megawatt und einen Ertrag von 100.000 Tonnen erweitert werden. Bereits Ende 2023 hatte Lhyfe ebenfalls Pläne für Lubmin verkündet. Demnach wollte man dort bis 2029 eine 800 Megawatt leistende Anlage in Betrieb nehmen.

Nach der Übernahme würden der KGAL und PtX Development gemeinsam mit Lhyfe das Projekt nun in die nächste Phase führen. Mit dem Zukauf wachse die Entwicklungsplattform um über zehn Hektar. Der Schwerpunkt liege auf der weiteren technischen und kommerziellen Entwicklung, dem Austausch mit potenziellen Wasserstoffabnehmern und der Vorbereitung der eigentlichen Projektrealisierung. Beteiligt ist auch die friesische GP Joule-Gruppe.

„Durch eine Wasserstoffproduktion in industriellem Maßstab schaffen wir die Grundlage für die Dekarbonisierung, insbesondere der Stahl- und Chemieindustrie“, sagt Alan Cadmus, CEO von PtX Development. „Die Erweiterung verschafft uns die notwendige Entwicklungstiefe und stärkt den gesamten Standort als zukünftigen Kernbaustein der deutschen Wasserstoffwirtschaft.“ Weshalb Lhyfe trotz offenbar hervorragender Standortparameter nun große Teile des Projekts verkauft, bleibt unklar.

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Visualisierung des Wasserstoffprojekts der PtX Development GmbH in Lubmin im Nordosten Deutschlands. © PtX Development GmbH