Deutschland: Vattenfall baut 1-GWh-Batteriespeicher in Schleswig-Holstein +++ Portugal: Siemens digitalisiert 100-MW-Elektrolyseur von Galp +++ Chile: EU, Chile und Deutschland vertiefen Zusammenarbeit im Bereich erneuerbaren Wasserstoffs +++ Deutschland: HyHeat für industrielle Prozesswärme erprobt den Praxiseinsatz +++ Schweden: GMI Group gibt Power Cell Folgeauftrag für FC-Massengutfrachter +++ Deutschland: Wasserstoff-Regionalkonzept für Bayern und Böhmen
Eine Auswahl von PtX-Themen zusammengefasst
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Vattenfall und Fluence, ein Joint Venture der Siemens AG und des US-Energiekonzerns AES, bauen in Brunsbüttel den größten Stromspeicher Deutschlands. © Fluence Energy, Inc
(Deutschland) Der Energiekonzern Vattenfall SE und die US-amerikanische Fluence Energy, Inc. haben einen Vertrag über die Lieferung der geplanten Batterieanlage in Norddeutschland und langfristige Serviceleistungen geschlossen. Das Projekt mit einer Leistung von 254 Megawatt (MW) ist mit einer Kapazität von über 1.000 Megawattstunden (MWh) für eine Speicherdauer von rund vier Stunden ausgelegt. Die Anlagen entstehen am Standort des Kernkraftwerks Brunsbüttel (Schleswig-Holstein), das sich im Rückbau befindet. Der Speicher trage zur Stärkung der Netzstabilität, zur Integration erneuerbarer Energien sowie zu einem zuverlässigen Betrieb des Stromsystems bei – was letztlich auch für die Erzeugung grünen Wasserstoffs von großer Bedeutung ist. Die Bauarbeiten sollen 2027 anlaufen. Die Inbetriebnahme der Batterieanlage und ihres Anschlusses an das 380-kV-Netz des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Transmission GmbH ist für Ende 2028 vorgesehen. Deutschland ist laut Solar Power Europe aktuell der führende Batteriespeichermarkt in Europa mit einem Zubau von 6,6 GWh im Jahr 2025. Das Wachstum des deutschen Batteriespeichermarkts wird durch den raschen Ausbau von Wind- und Solarenergie, zunehmende Strompreisvolatilität, sinkende Technologiekosten und die Möglichkeit für Speicheranlagen, Erlöse aus Energiehandel und Netzdienstleistungen zu kombinieren, vorangetrieben.
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Baustelle für den „GalpH2Park“ in Sines, Portugal. © Siemens AG
(Portugal) Siemens Energy und der portugiesische Ölkonzern Galp Energia SGPS S.A. arbeiten zusammen, um den „GalpH2Park“ in der Hafenstadt Sines zu digitalisieren. Herzstück der Zusammenarbeit sei die „Hydrogen Performance Suite“ (HPS) von Siemens, das den Betrieb von Anlagen für erneuerbaren Wasserstoff nach Unternehmensangaben kontinuierlich verbessert. Dazu werde ein digitaler Zwilling auf Basis physikbasierter Simulation hergestellt, der über „Echtzeit-Optimierung operative Einblicke liefert und so schnellere, datengestützte Entscheidungen“ ermögliche. Die HPS verknüpfe den digitalen Zwilling mit Live-Anlagendaten und externen Quellen, etwa Netzbetreibern und Energiemärkten. So erhalte Galp vollständige Transparenz über ihre gesamte Anlage. Siemens schätzt, dass diese Maßnahme Energieeinsparungen von bis zu 15 Prozent ermögliche. Die GalpH2Park-Anlage soll bis zu 15.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff pro Jahr produzieren, angetrieben mit erneuerbarem Strom. Die Plug Power Inc. hatte die Installation der zehn PEM-Elektrolyseure des Typs „GenEco“ mit einer Leistung von kumuliert 100 Megawatt im Februar abgeschlossen (mehr dazu). Die Anlage als eine der größten für erneuerbaren Wasserstoff in Europa wird zum Jahresende in Betrieb genommen.
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Unterzeichneten eine Erklärung zur Fortführung der Zusammenarbeit (vl.l):, Claudia Gintersdorfer (EU-Botschafterin in Chile), Ximena Rincón (Energieministerin Chiles), Stefan Rouenhoff (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium). © GIZ
(Chile) Die Europäische Union, Deutschland und Chile wollen bei erneuerbarem Wasserstoff und Power-to-X-Vorhaben stärker zusammenarbeiten. Ziel ist es, öffentliche Einrichtungen und private Unternehmen in Chile zu stärken, zu finanzieren und Projekte zu skalieren. Bereits zwischen 2023 und 2026 unterstützte die erste Phase der Initiative „Renewable Hydrogen for Chile“ (RH2) die Entwicklung der Wasserstoffindustrie. Sie wurde von der EU und der deutschen Regierung mitfinanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der spanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (AECID) umgesetzt. Dabei unterstütze RH2 die Modernisierung des chilenischen Systems der Umweltverträglichkeitsprüfung (SEIA) mit Richtlinien zur Bewertung von Projekten für erneuerbaren Wasserstoff. Außerdem gab es unter anderem Finanzberatung für groß angelegte Wasserstoff- und grüne Ammoniakprojekte. Nunmehr sollen Projekte insbesondere mit deutscher Beteiligung in die Investitionsphase gebracht werden.
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Forscher und Politiker vor der HyHeat-Demonstrationsanlage in Simmerath (3.v.links: Alexander Wilden, Inhaber und Geschäftsführer der Schwartz Gruppe). © Forschungszentrum Jülich / La Mechky
(Deutschland) Die Schwartz Gruppe und das Forschungszentrum Jülich haben in Simmerath (Nordrhein-Westfalen) eine Pilotanlage vorgestellt, die den Einsatz von Wasserstoff in industriellen Hochtemperaturprozessen testet. Der Demonstrator wurde vom Projekt HyHeat im Rahmen des Helmholtz-Clusters Wasserstoff (HC-H2) entwickelt. Damit wolle man zeigen, dass ein Wechsel zwischen fossilem Brenngas und Wasserstoff in Hochtemperaturprozessen technisch machbar ist. Ein Multifuel-Brenner solle früheren Angaben zufolge mit Wasserstoff, Erdgas, Propan oder Brenngasgemischen betrieben werden können (mehr dazu). Die Schwartz GmbH stellt industrielle Wärmebehandlungsanlagen und Anlagen für das Presshärten etwa von Karosserieteilen her. Um Form und Härte von Metallen gezielt zu verändern, sind spezielle Wärmebehandlungsverfahren notwendig. Dabei werden Metallplatinen auf mehr als 900 Grad Celsius erhitzt, in der Regel durch die Verbrennung von Erdgas. Die im Projekt HyHeat entwickelte Pilotanlage soll zeigen, wie sich Wasserstoff flexibel in die bestehenden Prozesse integrieren lässt. In ersten Tests wurde sie bereits mit Wasserstoff betrieben. Dabei konnte auch der unterbrechungsfreie Wechsel zwischen verschiedenen Brenngasen demonstriert werden. Im Fokus steht nun die Optimierung des Gesamtsystems. Rund 80 Prozent aller pressgehärteten Karosserieteile im Automobilsektor weltweit werden den Angaben zufolge mit Anlagen der Schwartz Gruppe erhitzt.
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Die norwegische GMI Group gibt Power Cell einen Folgeauftrag zur Ausrüstung für zwei weiteren Massengutfrachter mit Brennstoffzellensystemen. © GMI Group AS
(Schweden) Power Cell Sweden AB hat von der norwegischen GMI Group AS einen Folgeauftrag im Wert von 27 Millionen Kronen (2,4 Millionen Euro) für Brennstoffzellensysteme und technische Dienstleistungen für zwei weitere wasserstoffelektrische Massengutfrachter erhalten. Das Volumen umfasst zehn „Marine System 225“ mit mehr als zwei Megawatt Leistung. Die Auslieferung erfolgt 2027 und 2028. Bereits im September 2025 hatte Power Cell den Auftrag zur Ausrüstung der weltweit ersten beiden wasserstoffelektrischen Massengutfrachter verbucht. Kumuliert würden die Schweden nun für die vier Schiffe 24 Systeme mit einer installierten Brennstoffzellenleistung von 5,4 Megawatt liefern. Die GMI-Gruppe entwickelt eine neue Generation von Frachtern, die komprimierten erneuerbaren Wasserstoff verwenden, um Strom an Bord über Brennstoffzellen zu erzeugen. Die ersten beiden Schiffe sind 85 Meter lang, haben eine Tragfähigkeit von 4.000 Tonnen (Deadweight Tonnage, DWT) und sind für 2027 geplant. Die beiden zusätzlichen Schiffe haben jeweils eine Tragfähigkeit von 3.000 Tonnen. Jedes Schiff wird von der indischen Werft Chowgule Shipyard mit fünf Marine System 225 ausgestattet. Das Schiffskonzept wurde vom norwegischen Enova-Fonds und dem NOx-Fonds unterstützt und ist Teil des Green Shipping Program.
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Forschung für die Energiezukunft: Das Regionalkonzept aus HyBaBo zeigt Chancen für den Einsatz von Wasserstoff in der Region Bayern-Böhmen. © OTH Amberg-Weiden / Jolanda Selting
(Deutschland) Die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH) hat im deutsch-tschechischen Forschungs- und Transferprojekt HyBaBo untersucht, wie die grenzüberschreitende Region Bayern-Böhmen ihre Energieversorgung mit Wasserstoff gestalten kann. Ergebnis: Wasserstoff kann insbesondere für Industrie, Schwerlastverkehr und kommunale Mobilität eine zentrale Rolle spielen. Im Rahmen des Projekts wurden unter anderem 65 Unternehmen und Institutionen aus der Region befragt, um den Wasserstoffbedarf zu analysieren. Vor allem industrielle Prozesse mit Temperaturen über 1.000 Grad Celsius seien langfristig weiterhin auf gasförmige Energieträger angewiesen. Auch die Umrüstung des Bus-, Stadt- und Schwerlastverkehrs auf Wasserstoff erweise sich als sinnvoll und praktikabel. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der regionalen Erzeugung des Energieträgers. Analysiert wurden sowohl Elektrolyse auf Basis erneuerbarer Energien als auch die Nutzung biogener Reststoffe. Ergebnis: Die regionale Produktion könne einen wichtigen Beitrag leisten, werde den Bedarf jedoch nicht vollständig decken können. Langfristig sei eine Anbindung an Wasserstoffnetze entscheidend. Im Nachfolgeprojekt HyAdvanCE soll in den nächsten zwei Jahren grenzüberschreitend die Integration von Wasserstoff in die lokale und regionale Energieplanung untersucht werden. Beteiligt sind Partner aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Polen.
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iStock / © Danil Melekhin



