Deutschland: Verbände fordern eigenen Titel im Bundeshaushalt für H2-Hochlauf +++ Japan: DNV gibt Yanmar Typenzulassung für Maritime Hydrogen Fuel Cell System +++ Deutschland: Team der TU Berlin gewinnt DLR-Wettbewerb mit Wasserstoffflugzeug +++ Deutschland: Methanol als Rohstoff für nachhaltigen Flugkraftstoff qualifiziert +++ USA: GenH2 schließt Verkauf der Firmenzentrale ab +++ Österreich: Hydrogen Research Center erweitert Forschung im Bereich Flüssigwasserstoff +++ Deutschland: Hochschule Bremerhaven forscht an Ammoniak als Schiffskraftstoff +++ Deutschland: Gaskraftwerke nach StromVKG-Ausschreibungen verursachen 125 Millionen Tonnen Emissionen +++ China: Foton will mit Wasserstoff-Lkw in Europa expandieren +++ Norwegen: Nel und Hydrasun kooperieren bei PEM-Elektrolyseuren +++ Deutschland: Nutzte Wirtschaftsministerin Reiche US-Reise als „Lobbybühne für fossile und atomare Energie“? +++ Eine Auswahl von PtX-Themen zusammengefasst

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Haushaltsberatung 2027 im Reichstag am 9. September: Verbände fordern während schon laufender Beratungen einen eigenen Titel für H2-Hochlauf. © Deutscher Bundestag / Screenshot

(Deutschland) Die Gas- und Wasserstofflobby fordert im Bundeshaushalt 2027 einen eigenen Titel zur Wasserstoffförderung. „Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette“ bereiteten nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) Investitionen vor, „deren Umsetzung maßgeblich von verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und langfristiger Planungssicherheit“ abhänge. Die Verbände appellierten deshalb an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, einen gesonderten Titel „Contracts for Difference“ (CfD) für Wasserstoff zu verankern. Dieses Förderinstrument gleicht die Differenz zwischen den (zurzeit noch hohen) Einkaufs- oder Produktionskosten und den (zurzeit noch niedrigeren) Verkaufspreisen aus. „Ein klar ausgewiesener Haushaltstitel wäre ein wichtiges Bekenntnis zur Fortführung des Wasserstoffhochlaufs und würde das Vertrauen der Marktakteure stärken“, heißt es in dem Papier. Der Appell wird von mehr als einem Dutzend Organisationen unterstützt (Wortlaut abrufbar hier). Der Bundeshaushalt wird allerdings aktuell bereits im Parlament beraten. Die Aussichten, da jetzt noch reinzudrängen, dürften gering sein.

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Yanmar bekommt Zertifikat für maritime Brennstoffzellentechnologie (v.l.): Eric Tigelaar (Yanmar Europe), Takehiro Maruyama (Yanmar Power Solutions), Oliver Darley (DNV Maritime), Masaru Hirose (Yanmar Power Solutions), Tomoyuki Murase (DNV Maritime), Olaf Drews (DNV Maritime). © Yanmar Holdings Co.Ltd.

(Japan) Die Yanmar Power Solutions Co., Ltd. hat von der norwegischen Zertifizierungsgesellschaft DNV die Typenzulassung für ihr „Maritime Hydrogen Fuel Cell System“ erhalten. Die Genehmigung bestätigt, dass die „GH-FC“-Serie den Regeln und Richtlinien von DNV entspricht. Dies ermöglicht es Schiffsbauern, Systemintegratoren und Schiffsbetreibern, die Technologie mit reduzierter Zertifizierungslast für zukünftige Projekte zu übernehmen. Das Zertifikat sei ein „wichtiger Meilenstein auf unserem Weg, wasserstoffbetriebene Lösungen auf den maritimen Markt zu bringen“, sagt Masaru Hirose, Präsident der Yanmar Power Solutions Co., Ltd. „Aufbauend auf unserer operativen Erfahrung in Japan wollen wir Kunden weltweit bei ihrem Übergang zu emissionsfreien Geschäften unterstützen und nachhaltigen maritimen Transport realisieren.“ Yanmar hat seine maritimen Brennstoffzellensysteme 2023 kommerzialisiert und den Einsatz in Japan durch Zusammenarbeit mit Schiffseignern und Betreibern weiter ausgebaut.

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Das Team der TU Berlin hat mit seinem Konzept „Hydra“ für ein Wasserstoffflugzeug den ersten Platz der DLR-Challenge erzielt. © DLR

(Deutschland) Die Jury des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat dem Team der TU Berlin für das Konzept „Hydra“ den ersten Platz der DLR Design Challenge verliehen. Hydra sei „ein grundlegend neu konzipiertes Demonstratorflugzeug für die zukünftige Wasserstoff-Flugzeugtechnologie“, das die „experimentelle Validierung von hybriden elektrischen Antriebssystemen unter realen Flugbedingungen“ ermögliche. Die Generatoren mit Brennstoffzellen seien aufgrund ihres containerisierten modularen Aufbaus innerhalb eines Arbeitstages schnell auszutauschen. Die Flugzeugzelle integriere flüssigen Wasserstoff als Primärenergiequelle, Batterien als unterstützende Speicher und Elektromotoren mit  Flügelspitzenpropeller zur Verbesserung der Aerodynamik. Aufgabe war es, ein vollständig neues Kleinflugzeug entwickeln, das als fliegender Versuchsträger für Technologien der zukünftigen Luftfahrt dienen kann. Das Flugzeug sollte so praxisnah ausgelegt sein, dass es bereits in den kommenden Jahren gebaut und erprobt werden könnte. Auf den zweiten Platz landet das Team der TU Braunschweig, dritter wurde die RWTH Aachen. Insgesamt waren 16 Studententeams im Wettbewerb (die eingereichten Beiträge mit Fotos sind hier zu finden).

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Projekttreffen des SAFari-Konsortiums im Jahr 2023. © Fraunhofer ISE

(Deutschland) Die internationale Standardisierungsorganisation ASTM hat Methanol als zulässiger Rohstoff für den „Alcohol-to-Jet“-Herstellungspfad anerkannt. Damit könnten mindestens 50 Volumenprozent konventionellen Kerosins zu einem „Drop-in“-Kraftstoff gemischt werden. Dieser sei „vollständig kompatibel und ohne Änderungen an Flugzeugen, Triebwerken oder der bestehenden Infrastruktur einsetzbar“, so das an der Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) im Rahmen des Verbundprojekts „SAFari“ beteiligte Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Jetzt richte man den Fokus auf die weitere Optimierung und Skalierung des Herstellungsprozesses. Ziel sei es, größere Kraftstoffmengen bereitzustellen, „um den Weg für eine industrielle Umsetzung von methanol-basiertem Sustainable Aviation Fuel zu ebnen“, sagt Projektleiter Franz Mantei. Die weltweit mehr als 23.000 Großflugzeuge verbrauchten jährlich rund 350 Milliarden Liter Treibstoff und emittierten etwa drei Prozent der menschgemachten CO2-Emissionen. Insbesondere für Langstreckenflüge über 4.000 Kilometer gebe es aufgrund der erforderlichen Energiedichte keine Alternative zu flüssigen Kraftstoffen. Allein für den europäischen Flugverkehr ergäben sich durch die vorgegebenen Quoten rund 40 Millionen Tonnen im Jahr 2050. Das SAFari-Projekt wird seit Dezember 2022 vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) für die Dauer von sechs Jahren mit knapp 15 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind neben dem Fraunhofer ISE die ASG Analytik-Service AG, BP Europa SE, die Clariant AG und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR).

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(USA) Die GenH2 Corp. hat eine Sale-and-Leaseback-Transaktion mit einem privaten Investor abgeschlossen. Demnach verkauft das Unternehmen sein Hauptverwaltungsgebäude und sein Produktionszentrum in Titusville (Florida), wodurch dem Unternehmen Erlöse in mittlerer einstelliger Millionenhöhe verbleiben. Die Mittel würden zur Unterstützung der Fertigung des bestehenden Auftragsbestands sowie für Investitionen in weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten verwendet. Die GenH2 Corp., Tochter der Path2 Hydrogen AG und Anbieter von Wasserstoff-Infrastrukturlösungen, hatte die Immobilie 2022 erworben und saniert.

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Das LHL erweitert die bestehenden Forschungsaktivitäten von HyCentA in Enns um Möglichkeiten zur Entwicklung, Prüfung und Validierung von Flüssigwasserstoff-Technologien. © ÖÖ Landesregierung / Cityfoto.at / Simlinger

(Österreich) Das Hydrogen Research Center Austria (HyCentA) erweitert seine Entwicklungsaktivitäten im Bereich Flüssigwasserstoff. Das neue Liquid Hydrogen Lab (LHL) schaffe Möglichkeiten für Materialuntersuchungen bei kryogenen Temperaturen sowie für Komponenten- und Systemtests, etwa an Speichern, Pumpen, Ventilen, Sensorik, Transfer- und Betankungssystemen und wasserstoffbasierten Antriebstechnologien sowie zur Untersuchung größerer Systeme und Komponenten. „Herzstück“ ist nach Angaben von HyCenA ein Flüssigwasserstofftank mit einer Kapazität von rund 4.400 Kilogramm. Ergänzend stehe ein Konditionierbehälter für Versuche bei Drücken bis 36 bar zur Verfügung. Damit könnten insbesondere Betriebsbedingungen für maritime Anwendungen, Luftfahrt und Straßenverkehr  realitätsnah abgebildet werden. Die Inbetriebnahme des LHL in Enns, südöstlich von Linz, ist für das erste Quartal 2027 geplant. Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) fördere das Vorhaben mit fünf Millionen Euro. Weitere rund 1,6 Millionen Euro werden von Test-Fuchs Aerospace Systems GmbH und HyCentA aufgebracht.

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An der Hochschule Bremerhaven startet das Projekt RisBa zur Erforschung von Ammoniak als Schiffskraftstoff (v.l.): Raimond Claussen, Ilka Frerichs, Nadja Köppen, Mattis Zegers, Tarja Lubenow, Projektleiter Uwe Arens und Sebastian Trudwig. © Hochschule Bremerhafen / privat

(Deutschland) An der Hochschule Bremerhaven wollen Forscher präventive Sicherheitskonzepte für die Ammoniakbunkerung in Bremerhaven und Wilhelmshaven entwickeln. Initiiert wurde das Projekt vom Senat für Wirtschaft, Häfen und Transformation Bremen. „Um klimafreundlicher zu werden, braucht die Schifffahrt neue, nachhaltige Treibstoffe. Ammoniak ist dafür gut geeignet: Es lässt sich einfacher verflüssigen und transportieren als Wasserstoff“, sagt Senatorin Kristina Vogt. „Durch die systematische Risikoanalyse und Ableitung von Schutzmaßnahmen wird die hafenseitige Grundlage für eine sichere und umweltverträgliche Nutzung von Ammoniak als Energieträger im maritimen Sektor geschaffen“, sagt Projektleiter Uwe Arens. Dies trage auch zu einer zukunftsfähigen Hafenentwicklung bei. Das Projekt „Risikobeurteilung bei der Bunkerung von Ammoniak in Bremerhaven und Wilhelmshaven“ (RisBa) wird von der Metropolregion Nordwest gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt zwölf Monate.

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Neue Gaskraftwerke nach StromVKG-Ausschreibungen könnten 125 Millionen Tonnen Treibhausgas emittieren. © FÖS / DUH

(Deutschland) Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in einer Studie die Klimarisiken der im Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) vorgesehenen neuen Gaskraftwerke bewertet. Demnach könnten allein die neun Gigawatt Kraftwerksleistung aus den ersten Ausschreibungen, die mit dem Gebotstermin am 8. September 2026 starteten, im Betrieb bis 2045 bis zu 83 Millionen Tonnen CO2 verursachen. Hinzu kämen bis zu 42 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente durch Methanemissionen bei Förderung, Verarbeitung und Transport. Insgesamt könnten damit bis zu 125 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen entstehen. Die Kosten für Klimaschäden würden 24 bis 127 Milliarden Euro betragen. Die DUH fordert „faire Ausschreibungskriterien, die auch nachhaltige Energielösungen berücksichtigen, statt einer einseitigen Förderung neuer Gaskraftwerke“. Die Studie betrachtet nur die erste Ausschreibungsrunde des StromVKG. Für 2027 und 2029 sind weitere Ausschreibungen mit staatlicher Förderung geplant. Sollten dabei weitere Gaskraftwerke den Zuschlag erhalten, würden Emissionen und Klimaschäden noch weiter steigen. Verbindliche Vorgaben für eine spätere Umstellung der Kraftwerke auf grünen Wasserstoff enthalte das StromVKG dagegen nicht. Eine Förderung der Umrüstung ist lediglich für rund vier Gigawatt vorgesehen und soll erst 2040 beziehungsweise 2043 greifen. Welche Anforderungen diese Umstellungskonzepte erfüllen müssten und wie die Förderung finanziert werden solle, bleibe offen. Die DUH fordert verbindliche Fahrpläne für eine frühzeitige Umstellung auf grünen Wasserstoff. Die Studie „Versorgungssicherheitsgesetz in der Analyse – Klimabilanz neuer Gaskraftwerke: Treibhausgasemissionen und versteckte Kosten bis 2045“ des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) gibt es kostenfrei als PDF (24 Seiten).

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Der schwere Lkw der CAVAN-Plattform ist für unterschiedliche Antriebskonzepte ausgelegt und soll sowohl mit batterieelektrischem Antrieb als auch mit Brennstoffzellentechnologie angeboten werden. © Grafik: Foton

(China) Der chinesische Nutzfahrzeughersteller Foton will auf der Kongressmesse IAA Transportation 2026 in Hannover seine Europa-Expansion vorstellen. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stünden Fahrzeuge mit batterieelektrischen und wasserstoffbasierten Antrieben. Neben der Einführung neuer Modelle baue das Unternehmen lokale Vertriebs- und Servicestrukturen auf und investiere in Fertigung, Lieferketten und Ersatzteilversorgung. Ein Baustein der europäischen Expansion sei das neue regionale Ersatzteilvertriebszentrum in Unna, Nordrhein-Westfalen. Das Zentrum habe inzwischen seinen Betrieb aufgenommen und solle eine schnellere Versorgung europäischer Kunden und Servicepartner mit Ersatzteilen ermöglichen. Mehrere leichte Lkw und Transporter von Foton verfügten bereits über die für den europäischen Markt relevanten Zulassungen und Zertifizierungen. Fahrzeuge der New-Energy-Marke CAVAN werden nach Unternehmensangaben derzeit in 15 europäischen Ländern sowie in weiteren internationalen Märkten wie Australien und Neuseeland eingeführt. Weltweit verfüge das Unternehmen über 32 lokale Produktionsstandorte, unter anderem in Südostasien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Gemeinsam mit der Reederei COSCO Shipping wurde zudem ein Joint Venture gegründet, das zusätzliche Transportkapazitäten für den Fahrzeugexport bereitstelle. Von Januar bis August 2026 exportierte Foton, eine Marke von Beiqi Foton Motor, nach eigenen Angaben rund 149.000 Fahrzeuge.

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Hydrasun baut künftig am Standort Aberdeen PEM-Elektrolyseure von Nel. © Hydrasun Ltd.

(Norwegen) Die schottische Hydrasun Ltd. wird in Aberdeen containerisierte PEM-Elektrolyseure von Nel ASA produzieren. Das Vorhaben werde vom Just Transition Fund der schottischen Regierung mit 1,9 Millionen Pfund (2,2 Millionen Euro) unterstützt und führe dazu, dass Hydrasun in seine Anlagen investiere und diese modernisiere. Damit ließen sich zwölf neue Arbeitsplätze schaffen und gleichzeitig weitere elf bestehende Stellen sichern. Die PEM-Technologieplattform von Nel ist derzeit mit Leistungen von 1,25 sowie 2,5 Megawatt erhältlich. Die Stack-Produktion werde in Nels US-Werk in Wallingford (Connecticut) fortgesetzt. Im März 2025 hatte Hydrasun mitgeteilt, man baue in Aberdeen gemeinsam mit BP eine Wasserstofftankstelle, Nel liefere einen 2,5 Megawatt leistenden Elektrolyseur (wir berichteten).

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DUH-Vorwurf: Wirtschaftsministerin Reiche „wollte die CERA Week nicht lediglich besuchen, sondern sie als öffentlichkeitswirksame Plattform für einen politischen Kurswechsel nutzen“. © BMWE

(Deutschland) Wirtschaftsministerin Katherina Reiche soll bei ihrer Reise im März zur CERA-Week in Texas „einseitig die Interessen der Gas- und Atomwirtschaft vertreten“ haben. Auf der Veranstaltung der Gaswirtschaft habe die Ministerin „die Konferenz als Bühne für neue US-Gaslieferungen, eine Rückkehr der Atomkraft in Deutschland, Kritik an der EU-Methanverordnung und für eine Annäherung an die US-Energiepolitik“ genutzt. Dies gehe aus Dokumenten hervor, zu denen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und das Rechercheportal FragDenStaat per Umweltinformationsgesetz (UIG) und Informationsfreiheitsgesetz (IFG) Zugang erhalten hätten. Die Dokumente belegten, dass Katherina Reiche „als Cheflobbyistin der Gas- und Atomwirtschaft“ agiert habe, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Erneuerbare Energien redet sie schlecht, neue Gasverträge mit Donald Trump treibt sie persönlich voran und wirbt sogar für eine Wiederkehr der Atomkraft.“ Die Ministerin habe „aktiv gegen die Energiewende gearbeitet und schadet damit Deutschlands Energieunabhängigkeit“. Setze sie sich mit ihrer Politik durch, „droht eine noch größere Abhängigkeit von Trumps Energielieferungen und ein Wiedereinstieg in fossile Energieträger“. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) habe auf insgesamt vier UIG-Anfragen zur CERA-Week „erst nach Monaten mit derselben Dokumentensammlung und teils wortgleichen Bescheiden beantwortet“. Die Behörde habe für die Herausgabe jeweils den Höchstsatz der Bearbeitungsgebühr von 500 Euro verlangt. DUH und FragDenStaat vermuten, „dass die Unterlagen unvollständig“ seien und hätten Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt. Die DUH hat eine zusammenfassende Auswertung als PDF (fünf Seiten) online gestellt.

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iStock / © Danil Melekhin