Deutschland: Sunfire startet Bau der Hochtemperatur-Elektrolyse in Schwarzheide +++ Kanada: Next Hydrogen schließt Design von 10-MW-Tankstation ab +++ Deutschland: Abo Energy verkauft Wasserstoffprojekt an Tyczka +++ Marokko: Ornx beauftragt KBR mit Pre-Feed-Studie für Ammoniakproduktion +++ Deutschland: Vorwerk Group übernimmt Meter-Q Solutions +++ Finnland: Methanisierungsanlage von P2X Solutions für die nächsten zehn Jahre ausgebucht +++ Deutschland: Hereon, Meyer Werft und HSU entwickeln Wasserstoffspeicher zur Versorgung von Passagierschiffen in Häfen +++ USA: Topsoe liefert Technologie für das Green Ammonia-Projekt von First Ammonia +++ Indien: Hystar und BHEL planen lokale Produktion von PEM-Elektrolyseuren +++ Großbritannien: Getech erfasst Potenzial an natürlichem Wasserstoff in Europa

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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Spatenstich für Sunfires SOEC-Anlage in Schwarzheide (v.l.): Anne Francken (Kaufmännische Geschäftsführerin BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH), Jürgen Fuchs (Vorsitzender der Geschäftsführung BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH), Nils Aldag (CEO Sunfire), Christian von Olshausen (CTO Sunfire). © BASF InfraService & Solutions Lausitz GmbH

(Deutschland) Die Sunfire SE beginnt im brandenburgischen Schwarzheide im Industriepark Lausitz am BASF-Standort mit dem Bau einer Testanlage für Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC). Die Technologie nutzt verfügbare Abwärme und ermöglicht dadurch eine höchst effiziente Wasserstoffproduktion. Sunfire erreicht Rekordwirkungsgrade von bis zu 89 Prozent. Angaben zu den Kosten oder der Kapazität machte das Unternehmen nicht. Erst kürzlich hatte die Thyssenkrupp Nucera AG ein SOEC-Vorhaben im thüringischen Anstadt nach langer Vorbereitungszeit gestoppt (mehr dazu).

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Next Hydrogen plant in British Columbia den Bau einer Wasserstofftankstelle, basierend auf seinen containerisierten Elektrolyseuren. © Next Hydrogen Solutions Inc.

(Kanada) Die Next Hydrogen Solutions Inc. hat das „Basic Design Engineering Package“ (BDEP) für eine geplante Tankstelle in British Columbia abgeschlossen. Das Projekt solle die Dekarbonisierung der Provinz für den Verkehrssektor unterstützen. Das Design basiere auf Next Hydrogens kommerziell eingesetzten containerisierten Elektrolyseuren. Eine finanzielle Investitionsentscheidung (FID) wird bis Ende 2026 erwartet. Der Bau könne voraussichtlich Ende 2027 / Anfang 2028 stattfinden. Der Auftraggeber wurde nicht genannt. British Columbia verfügt über große Kapazitäten an Wasserkraft für grünen Strom, investiert stark in Wasserstofftechnologien und positioniert sich insbesondere bei mittleren und schweren Fahrzeugen, bei denen Batterien Reichweiten- und Ladezeitbeschränkungen haben. Wasserstoffbetriebene Lkw werden im Lower Mainland von BC getestet, wo Güterkorridore und Wasserstoffhubs innerhalb der Provinz voranschreiten.

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Abo Energy verkauft Elektrolyseur, eine Tankstelle sowie eine Trailer-Abfüllstation in Hessen an Tyczka. © Abo Energy GmbH & Co. KGaA

(Deutschland) Die Abo Energy GmbH & Co. KGaA verkauft ein Wasserstoffprojekt im hessischen Hünfeld-Michelsrombach bei Fulda an die Tyczka Hydrogen GmbH. Die Anlage umfasst einen Elektrolyseur, eine Tankstelle sowie eine Trailer-Abfüllstation. Nach mehreren Jahren Planung und 13 Monaten Bauzeit habe Abo Energy das Projekt im Sommer 2025 in Betrieb genommen. Es wurde im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) mit zwölf Millionen Euro durch das Bundesverkehrsministerium gefördert. Im Juli 2025 erhielt die Anlage das TÜV-Zertifikat nach dem CertifHy EU RNFBO Voluntary Scheme (Renewable Fuel of Non-Biological Origin). Seitdem produziert der fünf Megawatt leistende PEM-Elektrolyseur jährlich 450 Tonnen grünen Wasserstoff für die 350-bar-Tankstelle und die Trailer-Abfüllstation vor Ort für Brennstoffzellenbusse und Lkw. Der dafür benötigte Strom kommt aus Wind- und Solarparks.

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KBR-Zentrale in Houston, Texas. © KBR Inc.

(Marokko) Das US-amerikanisches Ingenieur- und Bauunternehmen KBR Inc. erstellt als Konsortialführer für Ornx Green Hydrogen eine Pre-Front-End Engineering Design-Studie (Pre-FEED) für ein Ammoniakprojekt in der Region Laâyoune-Sakia El Hamra in Marokko. Die zugrunde liegenden Pläne sehen eine Elektrolyseleistung von etwa 900 Megawatt für 100.000 Tonnen Wasserstoff vor sowie eine Produktionskapazität von 560.000 Tonnen Ammoniak. Das Projekt solle zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen grünen Wasserstoffindustrie „die reichhaltigen erneuerbaren Ressourcen der Region und den strategischen Zugang zur Hafeninfrastruktur“ nutzen, so das Unternehmen, womit dann mutmaßlich auch der Export impliziert wäre. Zu dem Konsortium gehören GE Vernova, Electric Hydrogen und Terabase. Die Studie wird durch Mittel der U.S. Trade and Development Agency (USTDA) unterstützt. Ornx ist ein Konsortium aus dem US-amerikanischen Unternehmen Ortus, Acciona (Spanien) und Nordex (Deutschland). Das Joint Venture ist einer von fünf Investoren, die Marokko im März 2025 für die Entwicklung von sechs Projekten für grünen Wasserstoff und Ammoniak im Süden des Landes ausgewählt hatte.

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Gehört jetzt zur Vorwerk Group: Gaschromatograph „MGC direct“ von MeterQ mit Entnahmesonde im Wetterschutzkasten. © MeterQ

(Deutschland) Die Friedrich Vorwerk Group SE, Pipeline- und Anlagenbauer für Erdgas-, Strom- und Wasserstoffinfrastruktur, hat den Geschäftsbetrieb der Meter-Q Solutions GmbH im hessischen Friedberg übernommen. Der Standort werde als Betriebsstätte der Tochter Vorwerk Gas Technology GmbH unter der Marke „meterQ“ fortgeführt. Das 2014 gegründete Unternehmen zähle zu den wenigen in Deutschland, welche „die Gasbeschaffenheitsmessung in dieser Breite und Tiefe“ beherrsche. Es fertige und betreue stationäre und mobile Mess- und Analyseanlagen für Erdgas, Wasserstoff und Biogas nebst Speicher, Transport- und Verteilnetze. Systeme aus Friedberg seien „bei nahezu allen deutschen Netzbetreibern im Einsatz“. MeterQ habe unter anderem einen Gaschromatograph mit Entnahmesonde im Portfolio, die das nicht benötigte Messgas ohne separaten Bypass direkt in die Gasleitung zurückführe und Erdgasemissionen gegenüber herkömmlichen Prozessgaschromatographen maßgeblich reduziere. Die Expertise ergänze das Vorwerk-Know-how in der Gas- und Wasserstofftechnologie. Das Unternehmen aus Tostedt (Niedersachsen) hat in der Vorwerk Gas Technology GmbH die Bereiche Gas-, Wasserstoff- und Energietechnik gebündelt.

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Die Produktionsanlage von P2X Solutions in Harjavalta: Links die Methanisierungsanlage (Gebäude Nummer 2), davor die Methanbehälter (5). Der grüne Wasserstoff wird im Gebäude rechts (1) hergestellt. © P2X Solutions Oy

(Finnland) P2X Solutions Oy wird ab Oktober 2026 an die Schweizer Avanca Energy AG synthetisches Methan liefern. Mit der Vereinbarung sei die derzeitige Kapazität der Anlage zur Methanproduktion in Harjavalta „für die nächsten zehn Jahre ausverkauft“. Vertragspartner sind die Avanca-Töchter Avanca Renewables AG und Alternoil GmbH. Die kommerzielle Zusammenarbeit solle überdies erheblich ausgebaut und das Liefervolumen gegenüber dem Niveau von 2026 verzehnfacht werden. Das von P2X Solutions gelieferte e-Methan (e-LNG) werde für schwere Fahrzeuge über das Tankstellennetzwerk von Avanca / Alternoil bereitgestellt. Die in Niedersachsen beheimatete Alternoil GmbH betreibt Deutschlands größtes erneuerbares LNG-Verteilnetz mit 56 Tankstellen und mehr als 120 Abgabestellen. Avanca Energy und ihre Tochtergesellschaften decken den gesamten Prozess von der Produktion über Speicher bis zur Betankung ab. Erst im Juli hatten das finnische Technologieunternehmen Nordic Ren-Gas und die Avanca Group den Abschluss eines Vertrages zur Lieferung von grünem Methan im Wert von einer Milliarde Euro verkündet (mehr dazu).

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Das Projektteam beim Kick-off-Treffen: Forscher von Hereon entwickeln gemeinsam mit der Meyer Werft und der HSU einen integrierbaren Wasserstoffspeicher, der an verschiedene Schiffstypen und -größen angepasst werden kann. © Meyer Werft

(Deutschland) Forscher des Helmholtz-Zentrums Hereon entwickeln gemeinsam mit der Meyer Werft GmbH und der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU) einen Wasserstoffspeicher für den Hafenbetrieb von Passagierschiffen. Das System soll eine emissionsfreie Energieversorgung ermöglichen, da Landstrom oft nicht flächendeckend verfügbar und mit hohen Kosten sowie erheblichem Infrastrukturaufwand für große Passagierschiffe verbunden sei. Im Mittelpunkt des H2MASS genannten Projekts stehe ein Wasserstoffspeicher auf Basis von Metallhydriden – pulverförmige Metalle, die Wasserstoffatome chemisch in ihrer Gitterstruktur einlagern. Die Speicherdichte sei dadurch deutlich höher als bei herkömmlichen Hochdrucktanks. Außerdem benötigten Metallhydride einen geringeren Druck, um den Wasserstoff einzulagern und moderate Temperaturen, um ihn wieder abzugeben. Das mache ihren Betrieb sicher und energieeffizient. Über eine Projektlaufzeit von 48 Monaten entwickeln die Partner ein schiffbaulich integrierbares Energiesystem mit einer Leistung von vier Megawatt zur Abdeckung der Hotellast im Hafenbetrieb.

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Geplante Anlage bei Victoria, Texas: Topsoe liefert Technologie für das Green Ammonia-Projekt von First Ammonia. © First Ammonia

(USA) Die dänische Topsoe A/S und First Ammonia wollen in Victoria, Texas, die Produktion von grünem Ammoniak in den Vereinigten Staaten voranbringen. Im Rahmen der Vereinbarung wird Topsoe seine Ammoniaksynthese-Technologie bereitstellen, die es ermögliche, die Produktion innerhalb von dreißig Minuten von 10 Prozent auf 100 Prozent zu steigern oder in ähnlicher Rate zu verringern, um auf Schwankungen in der fluktuierenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien reagieren zu können. Die Anlagen werde grünes Ammoniak sowohl für den internationalen als auch für den US-Markt produzieren. Der finanzielle Abschluss wird noch im Jahr 2026 erwartet, der kommerzielle Betrieb soll 2029 beginnen.

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Hystar und BHEL unterzeichnen in Neu-Delhi einen Kooperationsvertrag zur PEM-Fertigung in Indien. © Bharat Heavy Electricals Ltd.

(Indien) Die norwegische Firma Hystar A/S und das staatliche indische Ingenieurunternehmen Bharat Heavy Electricals Limited (BHEL) wollen PEM-Elektrolyseure auf Basis der Hystar-Technologie in Indien fertigen. Dies positioniere Hystar „als bevorzugten internationalen Technologiepartner für eines der führenden indischen Ingenieur- und Fertigungsunternehmen im Energie- und Infrastruktursektor“. Die Vereinbarung wurde in der Unternehmenszentrale von BHEL in Neu-Delhi unterzeichnet. Indien will im Rahmen seiner „National Green Hydrogen Mission“ und der „Make in India“-Initiative der indischen Regierung die Nachfrage nach Wasserstoff- und Elektrolysetechnologien ankurbeln und lokale Fertigungskapazitäten aufbauen.

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(Großbritannien) Die Getech Group plc bekommt von der Europäischen Kommission Fördermittel in Höhe von einer Million Euro zur Erfassung des Potenzials von natürlich vorkommendem Wasserstoff in Europa. Das Vorhaben ist auf zwölf Monate ausgelegt und wurde von der Generaldirektion Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU (GD GROW) der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben. Das Projekt zielt darauf ab, eine erste umfassende Bewertung geologischer Gegebenheiten für die Ansammlung von natürlichem Wasserstoff in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu erstellen und die Machbarkeit einer kommerziellen Förderung an ausgewählten Standorten zu untersuchen. Das Unternehmen soll im Rahmen eines Konsortiums unter der Leitung der Beratungsfirma Trinomics B.V. die wesentlichen geologischen Komponenten der Studie beisteuern.

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iStock / © Danil Melekhin