Deutschland: 526 Anträge zur Förderung von Wasserstoff-Lkw eingegangen +++ Frankreich: HRS schließt Wartungsvertrag für sechs Tankstellen von HYmpulsion +++ Rumänien: Alle Module des 20-MW-grünen Wasserstoffprojekts in Petrobrazi angekommen +++ Deutschland: ITM und DB Systemtechnik beginnen FEED-Studie +++ Algerien: Sonatrach und VNG wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff fortsetzen +++ Deutschland: Engie plant den Bau eines wasserstofffähigen Gaskraftwerks im Saarland +++ Polen: Ohmium und Hynfra kooperieren bei Wasserstoffprojekten im Nahen Osten und in Afrika +++ Deutschland: Wasserstoff-Kooperation mit Australien bekräftigt +++ Irland: NZE investiert 2 Milliarden Euro in Wasserstoffprojekt
Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst
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Wasserstofftankstelle mit 5-MW-Elektrolyseanlage von Abo Energy im hessischen Hünfeld-Michelsrombach. © ABO Energy GmbH & Co. KGaA
(Deutschland) Auf den im Januar 2026 vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) veröffentlichten Förderaufruf zum Aufbau eines Netzes zur Betankung schwerer Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff gingen 526 Anträge mit einem Fördervolumen von 455 Millionen Euro ein. Darunter sind 71 Anträge für Tankstellen und 455 Anträge für Fahrzeuge und Fahrzeugflotten. Dafür stellt das BMV insgesamt 220 Millionen Euro bereit. Ende der Einreichungsfrist war 30. Juni 2026. Der Nationale Wasserstoffrat (NWR) sieht im Markthochlauf „die Basis für den Aufbau eines Grundnetzes an Wasserstofftankstellen bis etwa 2030“. Bis dahin sei der Aufbau einer Wasserstoff-Lkw-Flotte von „einigen Tausend Fahrzeugen“ möglich. Nun erfolge die Auswahl der Projekte auf Basis der vorher festgelegten Kriterien. Die priorisierten Anträge sollen eine Bewilligung in der zweiten Jahreshälfte erhalten.
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2024 hatte HRS eine H2-Tankstelle in Saint-Sulpice (Okzitanien, Frankreich) im Auftrag des Betreibers Seven Group installiert. © Hydrogen Refueling Solutions SA (HRS)
(Frankreich) Die Hydrogen Refueling Solutions SA (HRS), Hersteller von Wasserstofftankstellen, hat einen Rahmenvertrag zur Wartung von sechs bisher installierten Stationen für seinen Kunden HYmpulsion geschlossen, der für das Zero Emission Valley (ZEV)-Projekt in der Region Auvergne-Rhône-Alpes (Frankreich) verantwortlich ist. Die Anlagen befinden sich Aubenas (300 kg/Tag), Saint-Égrève (600 kg/Tag), Vénissieux (600 kg/Tag), Lyon-Saint-Exupéry (eine Tonne/Tag), Malataverne (eine Tonne/Tag) und Saint-Priest (300 kg/Tag). Der Kundensupport umfasse Überwachung und Bereitschaftsdienst rund um die Uhr, Bereitstellung von Ersatzteilen und Eingriffe innerhalb von vier Stunden bei technischen Vorfällen sowie Instandhaltung. Aktuell bestünden für 31 von HRS installierte Tankstationen 22 Wartungsverträge, weitere acht Verträge würden abgeschlossen.
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Alle Module des 20-MW-grünen Wasserstoffprojekts sind in der Raffinerie Petrobrazi angekommen. © OMV Petrom S.A.
(Rumänien) Der Ölkonzern OMV Petrom S.A. hat die Lieferung des vierten und letzten Moduls für einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 20 Megawatt in der Petrobrazi-Raffinerie verkündet. Damit würden etwa 3.000 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr erzeugt, der unter anderem zur Produktion von nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) und Kraftstoffen aus Pflanzenölen und Abfallölen (HVO) eingesetzt werde. Die Ausrüstung liefert die Neuman & Esser GmbH aus Übach-Palenberg (Nordrhein-Westfalen), die Bau-, Logistik-, Bauteilfertigungs- und Modulmontagearbeiten bei Petrobrazi werden von lokalen Zulieferern durchgeführt. Südosteuropas größtes Energieunternehmen plant zwei Anlagen zur Herstellung grünen Wasserstoffs mit einer Gesamtleistung von 55 Megawatt. „In der kommenden Zeit“ würden die Teile für eine 35 Megawatt leistende Anlage geliefert. Das SAF/HVO-Programm umfasst eine Gesamtinvestition von 750 Millionen Euro: 560 Millionen Euro für den Bau der SAF/HVO-Anlage und 190 Millionen Euro für die beiden grünen Wasserstoffproduktionsanlagen.
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Hiie-Mai Unger (CEO von DB Systemtechnik) und Dennis Schulz (CEO von ITM Power). © ITM Power plc
(Deutschland) ITM Power plc und die Deutsche-Bahn-Tochter DB Systemtechnik GmbH haben eine Absichtserklärung für eine Forschungspartnerschaft zur Entwicklung, Pilotierung und Erprobung grüner Energielösungen für den Verkehrs- und Infrastruktursektor unterzeichnet. Dabei würden Möglichkeiten erkundet, um grünen Wasserstoff zur Dekarbonisierung von Lokomotiv-, Bus- und Lkw-Flotten einzusetzen, einschließlich Produktion, Beschaffung und Lagerung grüner Kraftstoffe für den täglichen Betriebsbetrieb. Zunächst wolle man eine Front-End-Engineering Design-Studie (FEED) durchführen, um die technische Konfiguration, die Standortintegration, die betrieblichen Anforderungen und den kommerziellen Rahmen für die potenziellen Anwendungen der ITM-Elektrolysetechnologie an Standorten der Deutschen Bahn zu bewerten.
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Sonatrach und VNG unterzeichnen in der Sonatrach-Zentrale ein Memorandum of Understanding (MoU), um die Möglichkeiten einer Wasserstofflieferkette bis nach Deutschland zu prüfen (v.l.): Nour Eddine Daoudi (Vorsitzendem und Geschäftsführer Sonatrach), Ulf Heitmüller (VNG Vorstandschef), Hans-Joachim Polk (VNG-Vorstandsmitglied). © Sonatrach
(Algerien) Der staatliche algerische Öl- und Gaskonzern Sonatrach und der Leipziger Energiekonzern VNG AG wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich grüner Wasserstoff fortsetzen. Geplant sei einer Vereinbarung zufolge der Aufbau einer Lieferkette für grünen Wasserstoff aus Algerien nach Europa, insbesondere nach Deutschland. Im Mittelpunkt stünden vorerst Machbarkeitsstudien für Produktions- und Transportlösungen sowie die Untersuchung der regulatorischen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Markthochlauf. Dabei soll auch geprüft werden, inwieweit die bestehenden Gaspipelines in Algerien künftig für den Transport von Wasserstoff umgewidmet werden könnten.
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Engie-Deutschlandzentrale in Köln. © Engie Deutschland GmbH / Olaf-Wull Nickel
(Deutschland) Der französische Energieversorger Engie SA hat sich über seine Tochter Engie Deutschland GmbH über die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar (gwSaar) in Ensdorf im Saarland ein Grundstück gesichert und bereitet das Genehmigungsverfahren für ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk vor. Das Projekt soll an der Kapazitätsauktion der Bundesnetzagentur im Rahmen des Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetzes (StromVKG) teilnehmen. Die finale Investitionsentscheidung stehe unter dem Vorbehalt eines Zuschlags sowie einer Bestätigung der Machbarkeitsstudien und des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG). Engie ist Mehrheitsgesellschafter des saarländischen Energieanbieters Energie SaarLorLux AG.
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Ohmium und Hynfra wollen in Mauretanien, Jordanien und Oman grüne Wasserstoff- und Ammoniakprojekte aufbauen. © Ohmium International Inc.
(Polen) Ohmium International Inc., US-Hersteller von modularen Protonenaustauschmembranen (PEM)-Elektrolyseuren, und Hynfra P.S.A., polnischer Entwickler von grünen Wasserstoff- und Ammoniakprojekten, wollen gemeinsam die Wasserstoffproduktion in Mauretanien, Jordanien und Oman fördern. Die Kooperationsvereinbarung umfasse vor allem die Front-End Engineering and Design-Phase (FEED). Ohmium biete außerdem technische Unterstützung. Die Projekte seien darauf ausgelegt, die Energiesicherheit in den Ländern zu fördern, indem sie inländisch genutzte saubere Energiekapazitäten aufbauen und die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringern, während gleichzeitig grünes Ammoniak für den Export auch auf europäische Märkte bereitgestellt werde. Ohmium verfügt eigenen Angaben zufolge über eine zwei Gigawatt umfassende globale Pipeline für grüne Wasserstoffprojekte auf drei Kontinenten. Hynfra hat eine Niederlassung in Hamburg und Projektpipelines in Europa, dem Nahen Osten, Asien und Afrika.
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(Deutschland) Deutschland und Australien vertiefen die bestehende Wasserstoff-Kooperation. Im Rahmen einer gemeinsamen H2Global-Auktion würden beide Staaten jeweils bis zu 200 Millionen Euro bereitstellen. Mit diesen Mitteln sollen in Australien Wasserstoffprodukte per Auktion angekauft und anschließend, ebenfalls per Auktion, in Deutschland weiterverkauft werden. Beide Auktionen wird die Hint.Co GmbH in Leipzig umsetzen. Eine Absichtserklärung haben der Staatssekretär für Wirtschaft und Energie, Stefan Rouenhoff, Australiens Stellvertretender Energieminister Josh Wilson im Juni unterzeichnet. Die gemeinsamen staatlichen Zuwendungen sollen die entstehenden Differenzkosten zwischen höherem Ankauf- und niedrigerem Verkaufspreis ausgleichen. Die seit 2024 laufenden Verhandlungen seien nahezu abgeschlossen und ein Ausschreibungsdesign definiert. Ab 2030 sollen erste Lieferungen von erneuerbarem Wasserstoff, Ammoniak oder Methanol erfolgen.
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Im „Rathrush Green Energy Park“ will NZE aus überschüssigem Strom hergestellten Wasserstoff in Kavernen zur späteren Rückverstromung Einspeisung ins Netz herstellen. © Net Zero Energy (Screenshot)
(Irland) Net Zero Energy (NZE) will zwei Milliarden Euro in die Herstellung von grünem Wasserstoff investieren. Einem Beitrag der „Irish Times“ zufolge solle der Energieträger in Kavernen gespeichert werden, um ihn später bei hohem Bedarf zur Stromerzeugung zu nutzen und in das nationale Stromnetz einzuspeisen. Zur Herstellung solle überschüssiger oder ungenutzter Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt werden. Standort für das „Rathrush Green Energy Park“ genannte Vorhaben sei Rathrush in der Nähe von Rathoe im County Carlow. Es gebe bereits Gespräche mit Anwohnern und Vertretern des Grafschaftsrats von Carlow. Tim Cowhig, Vorstand von NZE, will noch vor Jahresende eine Baugenehmigung beantragen.
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iStock / © Danil Melekhin



