Schweden: LH2 Shipping bestellt bei Powercell Brennstoffzellen für zwei Frachtschiffe +++ Deutschland: Bayern sieht Deutschland bei Wasserstoff technologisch an der Weltspitze +++ Südkorea: E-Fahrzeuge sollen aus dem Topf für Wasserstoffautos subventioniert werden +++ Deutschland: Peter Wasserscheid koordiniert europäisches Wasserstoffprogramm von EERA +++ Paraguay: Wasserstoffprojekt zur Düngemittelproduktion von Atome plc ist überraschend noch nicht in trockenen Tüchern
Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst
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Das 225 Kilowatt leistende Brennstoffzellensystem „Marine System 225“ hat die Typenzulassung von Lloyd’s Register und RINA erhalten. © Powercell AB
(Schweden) Die norwegische LH2 Shipping AS hat die Powercell Group mit der Lieferung von Brennstoffzellensystemen für zwei mit flüssigem Wasserstoffstoff zu betreibende Frachtschiffe betraut. Die installierte Leistung betrage vier Megawatt, der Auftragswert liege bei 50 Millionen schwedischen Kronen (4,5 Millionen Euro). Die Auslieferungen sollen bis 2028 abgeschlossen sein. Die Schiffe sind für den Betrieb in der Nordsee konzipiert. Powercells „Marine System 225“ habe bereits die Genehmigung für den Schiffstyp von Lloyd’s Register und RINA erhalten, die Typzulassung durch die norwegische Zertifizierungsgesellschaft DNV sei ebenfalls geplant.
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„Wasserstoffspeicher voranbringen“ (v.l.): Fabian Pfaffenberger (Geschäftsführer H2.B), Hubert Aiwanger (Wirtschaftsminister Bayern), Jürgen Guldner (Program Manager Hydrogen Technology, BMW). © Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie / B. Brummer
(Deutschland) Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sieht Deutschland bei Wasserstoff „an der Weltspitze“. Der Energieträger sei „ein Schlüssel für die Zukunft unseres Industriestandorts“, sagte er bei der Eröffnung des „Hydrogen Dialogue Summit“ auf der Messe „The smarter E Europe“ in München. Wasserstoff helfe, „unsere fossile Energieabhängigkeit von wenigen Weltregionen zu reduzieren“. Schließlich könne er aus vielen Regionen bezogen und auch selbst in Deutschland und Europa produziert werden. „Was wir jetzt brauchen, sind der beschleunigte Ausbau des Kernnetzes, von Verteilnetzen und Speichern, der Aufbau tragfähiger Importstrukturen sowie eine stärkere Marktaktivierung auf der Nachfrageseite“, sagte Aiwanger. Den technologischen Vorsprung „dürfen wir nicht durch ideologische Debatten verspielen“. Jede Verwendung sei gut, um den Preis beim Wasserstoff zu senken. Die eine Nutzungsart dürfe nicht der anderen vorgezogen werden. Bundeswirtschaftsministerin Reiche rede darüber, „dass wir zu hohe Redispatchkosten durch Strom aus erneuerbaren Energien haben. Gleichzeitig steht mit Wasserstoff eine wichtige und sichere Speicheroption bereit, die wir stärker voranbringen müssen.“
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E-Fahrzeuge sollen in Südkorea aus dem Topf für Wasserstoffautos subventioniert werden: Elektro-Kleinbus von Kia mit 400 Kilometer Reichweite. © Kia
(Südkorea) Die südkoreanische Regierung erwägt Medienberichten zufolge Fördermittel für Wasserstoffautos und Wasserstoffladestationen zur Subvention von Elektrofahrzeugen zu nutzen. „Da das diesjährige Budget für Elektrofahrzeuge voraussichtlich gegen August ausläuft, ist das Ziel, die Subventionen weiterhin zu sichern“, heißt es in einem Beitrag des Nachrichtenportals „ChosunBiz“. Demnach betrage das diesjährige Budget für Elektrofahrzeugsubventionen 1,7454 Milliarden Won, von denen noch etwa 600 Milliarden (342 Millionen Euro) übrig seien. Grund für die hohe Nachfrage für E-Fahrzeuge seien die hohen Ölpreise durch die Nahostkrise. Laut dem Ministerium für Handel, Industrie und Ressourcen erreichten die inländischen Verkäufe von Elektrofahrzeugen von Januar bis Mai dieses Jahres 162.026 Einheiten, was einem Anstieg von 125,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche. Elektrofahrzeuge machten 23,6 Prozent aller Neuwagenverkäufe aus.
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Peter Wasserscheid koordiniert das Forschungsprogramm „Clean Hydrogen“ der European Energy Research Alliance (EERA). © Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau
(Deutschland) Peter Wasserscheid vom Forschungszentrum Jülich übernimmt die Koordination des Forschungsprogramms „Clean Hydrogen“ der European Energy Research Alliance (EERA). Es ist Teil eines Netzwerks von mehr als 250 Forschungsorganisationen und Universitäten in Europa, die darin ihre Forschungskompetenz im Bereich Wasserstofftechnologien bündeln. Thematisch umfasse das Programm neben der Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff ein breites Spektrum an chemischen Wasserstoffspeichertechnologien sowie Nutzungsperspektiven in der Industrie, Mobilität, Prozesswärme sowie zum Energiehandel und für die strategische Speicherung von Energie. Peter Wasserscheid ist Direktor des Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE) sowie Direktor des Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN), die beide zum Forschungszentrum Jülich gehören. Darüber hinaus hat er den Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg inne. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem auf dem Gebiet der chemischen Wasserstoffspeicherung sowie auf innovativen Verfahren zur Bereitstellung, zum Transport und zur Nutzung von Wasserstoff.
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Grafische Darstellung der geplanten Düngemittelfabrik in Villeta, Paraguay. © Atome plc (Screenshot)
(Paraguay) Die geplante Düngemittelproduktion des britischen Projektentwicklers Atome plc in der Hafenstadt Villeta ist offenbar noch nicht in trockenen Tüchern. Die Anlage soll jährlich etwa 260.000 Tonnen Calciumammoniumnitrat (CAN) produzieren (wie berichtet). Das in der ersten Stufe mittels einer 100 Megawatt leistenden Elektrolyse und Wasserkraft hergestellte Ammoniak werde in einer zweiten Stufe in CAN-Dünger umgewandelt. Zu den Bedingungen gehörte der Abschluss eines bereits vereinbarten Stromliefervertrages (PPA) mit der National Electricity Administration (ANDE). Dieser sei durch ein Dekret des Präsidenten von Paraguay am 16. Januar 2026 festgelegt worden. Vor wenigen Tagen teilte Atome mit, man habe erst durch einen Medienbericht erfahren, dass das Dekret ohne Vorankündigung aufgehoben und durch ein „neues Dekret“ ersetzt wurde. Daher sei der vereinbarte PPA mit ANDE noch nicht unterzeichnet. „Wir hatten auf höchster Ebene Zusicherungen und Garantien erhalten, dass das vereinbarte PPA bis Ende Juni umgesetzt wird“, so Atome in einem Update an seine Aktionäre. Man sei „von dieser unvorhergesehenen Entwicklung verwirrt, werden aber dennoch weiterhin konstruktiv mit ANDE und der Regierung von Paraguay zusammenarbeiten, um dieses Problem dringend zu lösen“. Der Ausgang der Gespräche sei ungewiss. Zu den Kreditgebern der geplanten 650-Millionen-Dollar-Investition (566 Millionen Euro) gehören die Europäische Investitionsbank (EIB), IDB Invest, die International Finance Corporation (IFC) und FMO, die niederländische Bank für unternehmerische Entwicklung.
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iStock / © Danil Melekhin



