Deutschland: Hochtemperaturelektrolyseur dient auch als Brennstoffzelle +++ Oman: ACME will bis 2030 den kommerziellen Betrieb des grünen Wasserstoff- und Ammoniakprojekts aufnehmen +++ Spanien: Wärtsilä testet Wasserstoffverbrenner zur Stützung des spanischen Stromnetzes +++ Spanien: Konsortium erprobt SOEC-System in realer Anwendung +++ Kanada: Ballard bekommt Auftrag für Brennstoffzellensysteme mit 15 Megawatt Leistung

Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst

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Hochtemperaturelektrolyseur dient auch als Brennstoffzelle. Dafür gab es den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2026 (v.l.): Stefan Megel, Sindy Mosch und Mihails Kusnezoff. © Fraunhofer IKTS / Piotr Banczerowski

(Deutschland) Forscher vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden haben einen Hochtemperaturelektrolyse-Stack entwickelt, der sowohl Wasserstoff erzeugen als auch als Brennstoffzelle arbeiten kann. Bei der Hochtemperaturelektrolyse wird Wasserdampf in einer Elektrolysezelle in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt, erklären die Wissenschaftler. Dank der hohen Temperaturen könne industrielle Abwärme direkt als Spaltungsenergie genutzt werden. Das spare teuren Strom, beschleunige die elektrochemischen Reaktionen und optimiere den Wirkungsgrad. Die beteiligten Wissenschaftler Mihails Kusnezoff, Stefan Megel und Sindy Mosch wurden dafür jetzt mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2026 ausgezeichnet. „Unser Ziel war von Anfang an, eine Brücke zwischen Elektronen und Molekülen zu schaffen“, sagt Mihails Kusnezoff, Abteilungsleiter Werkstoffe und Komponenten und Leiter des Geschäftsfelds Energie am Fraunhofer IKTS. Der Ansatz: Statt separate Konzepte für Elektrolyseure und Brennstoffzellen zu verfolgen, entwickelten die Forscher ein System, das beide Betriebswelten gleichermaßen abdecke, was eine „große Herausforderung“ sei. Kusnezoff: „Während in der Brennstoffzelle niedrige Widerstände und hohe Spannungen gefragt sind, erfordert die Elektrolyse einen langzeitstabilen, nahezu thermoneutralen Betrieb mit minimalen Temperaturgradienten.“ Der IKTS-Stack arbeite in einem erweiterten Temperaturfenster von 750 bis 850 Grad Celsius. In diesem Bereich ließen sich nicht nur Wasserdampf und CO2 in Synthesegasumwandeln, sondern auch verschiedene Brennstoffe wie Erdgas, Biogas, Methanol, Ethanol oder sogar grünes Ammoniak im Brennstoffzellenmodus für die Stromerzeugung nutzen. Für die Skalierung zur industriellen Serienfertigung interessiert sich bereits Thyssenkrupp Nucera.

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Die Bereiche der Sonderwirtschaftszonen in der Hafenstadt Duqm, Oman. © Special Economic Zone at Duqm

(Oman) Die indische ACME Group entwickelt Medienberichten zufolge auf einer Fläche von zehn Quadratkilometern in zwei Phasen eine weitere Wasserstoff- sowie eine Ammoniakproduktion in der Sonderwirtschaftszone der Hafenstadt Duqm (SEZAD). Die Investitionen beziffert der Konzern auf 4,2 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro). Nach Fertigstellung sollen dort ab 2030 sowie 2033 jährlich 800.000 Tonnen grünes Ammoniak und 142.000 Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden, so das Portal „Muscat Daily“. ACME hatte im Mai 2025 Projektentwicklungs- und Landnutzungsverträgen zwischen der staatlichen Entwicklungseinrichtung Hydrom und der Behörde für Sonderwirtschaftszonen und Freizonen (OPAZ) unterzeichnet. Phase 1 sei bereits im Bau und auf 100.000 Tonnen grünes Ammoniak pro Jahr ausgelegt. Die Erweiterung des ACME-Projekts gehöre zu mehreren Investitions- und Kooperationsvereinbarungen im Wert von insgesamt 7,5 Milliarden Dollar, die OPAZ jüngst in Duqm unterzeichnet hat, heißt es in dem Artikel.

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Wasserstoffbetriebene „Wärtsilä 31“-Generatoren können energieintensive Sektoren wie KI-Rechenzentren und die Industrie unterstützen. © Wärtsilä

(Spanien) Der finnische Kraftwerksbauer Wärtsilä Energy hat einen mit 100 Prozent Wasserstoff betriebenen Motor getestet, der das nationale Stromnetz Spaniens in Bermeo, Spanien, mit Strom versorgen kann. Dies beweise, dass motorbasierte Stromerzeugung mit grünem Wasserstoff unter realen Netzbedingungen möglich sei, so der Konzern. Der „31H2“ genannte Generator, Teil der „Wärtsilä 31“-Plattform, einem Viertakter, der sich für mehrere Arten Brennstoff eignet, zeige, dass Wasserstoff auf diesem Wege einen Platz in der Energieinfrastruktur finden könne. Spanien hat aufgrund seines hohen Anteils an  erneuerbaren Energien mit die niedrigsten Stromkosten Europas.

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Forschungskonsortium will mit „Indtegrate“ ein SOEC-System in realer Industrieanwendung entwickeln. © Center for Applied Energy Research e.V.

(Spanien) Die Kerionics S.L. hat das Projekt „Indtegrate“ gestartet. Ein aus zwölf Organisationen bestehendes Konsortium will damit die Integration von Festoxid-Elektrolyseur-Technologie (SOEC) in energieintensive Industrien voranzubringen. Dabei gehe es nicht nur um die Wasserstoffproduktion selbst, sondern auch um das Zusammenspiel von erneuerbarem Strom, industrieller Abwärme, Dampferzeugung und digitaler Betriebsführung. Konkret ist ein modulares 220 Kilowatt leistendes System geplant. Dabei werde neben der Wirtschaftlichkeit geprüft, wie es technisch funktioniere und wie flexibel es betrieben werden könne. Zudem werde „die breitere Einführung von Wasserstofftechnologien durch die Einbindung von Interessengruppen und einen Fahrplan für die Replikation gefördert“, so das Center for Applied Energy Research e.V. (CAE), Konsortialpartner aus Deutschland. Neben der federführenden Kerionics S.L. (Spanien) sind außerdem Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Slowenien, Finnland, Rumänien und Irland beteiligt, außerdem, der Spanische Nationale Forschungsrat (CSIC), die Universitat Politècnica de València, Steklarna Hrastnik und Torrecid. Das Projekt wird für einen Zeitraum von drei Jahren von der EU mit rund 7,7 Millionen Euro gefördert, dabei entfällt ein Förderanteil von rund 1,2 Millionen Euro an das CAE.

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(Kanada) Die Ballard Power Systems Inc. hat einen Auftrag zur Lieferung von „FCmove-HD“-Brennstoffzellensystemen mit einer Leistung von kumuliert 15 Megawatt erhalten. Die Anlagen dienten „stationären Anwendungen“ von einem namentlich nicht genannten Kunden, der sich auf netzunabhängige Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien spezialisiert habe. Einsatzgebiet der Wasserstoffgeneratoren seien etwa Live-Events, Bau- und Filmsets. Es sei bereits dessen zweite Bestellung dieser Größenordnung. Die Auslieferungen solle in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beginnen.

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