Deutschland: Anhörung zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes +++ Österreich: BHDT beteiligt sich an Cavendish Hydrogen +++ Estland: Northern Europe und Vindr Estland vereinbaren Erneuerbare-Energien-Lieferung für Wasserstoffproduktion +++ Deutschland: Sunfire baut Elektrolyseur für BASF in Schwarzheide +++ Finnland: Northern Europe und Infinergies Finland erkunden Power-to-X-Entwicklung in Raahe +++ USA: Hyundai spendet Georgia Tech Brennstoffzellen-SUV, Elektrolyseur und Tankstelle +++ Japan: Suzuki präsentiert Kleinwagen als Wasserstoffverbrenner
Eine Auswahl von PtX-Themen zum Wochenabschluss zusammengefasst
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Am 20. Mai findet eine öffentliche Anhörung zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes im Paul-Löbe-Haus statt. © Deutscher Bundestag / Axel Hartmann
(Deutschland) Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat eine öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf zur „Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energierechtlicher Vorschriften zur Umsetzung des Europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets“ angesetzt. Termin ist Mittwoch, 20. Mai, von 14 bis 16 Uhr. Mit der Reform soll das Gasleitungsnetz in Deutschland umgebaut und die Infrastruktur für Wasserstoff neu geregelt werden. Der Energieträger soll künftig einen regulierten Netzzugang analog zum Gassektor erhalten, was unter anderem bedeutet, dass Betreiber den Anschluss und Zugang zu ihren Leitungen gewähren müssen (DS 21/5440).
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Vertreter von BHDT und Cavendish Hydrogen haben eine strategische Partnerschaft und Beteiligung im Wasserstoffbereich vereinbart. © BHDT GmbH
(Österreich) Die BHDT GmbH beteiligt sich an der norwegischen Cavendish Hydrogen ASA, einem Anbieter von Wasserstofftankstellen. Im Rahmen der Transaktion werde Cavendish Hydrogen 17,7 Prozent neue Aktien ausgeben. Nach Abschluss der Kapitalmaßnahme wird die BHDT rund 15,0 Prozent der Anteile halten und bei der Hauptversammlung am 26. Mai 2026 ein Mitglied für den Verwaltungsrat nominieren, erklärte das Unternehmen. „Mit der Beteiligung übernimmt BHDT die Rolle eines langfristigen industriellen Ankerinvestors.“ Die Investition stärke die finanzielle Position des Unternehmens und schaffe die Grundlage für die weitere Skalierung von Technologien, Produkten und internationalen Aktivitäten. Zusätzlich seien Vereinbarungen über eine langfristige Zusammenarbeit im kommerziellen Bereich sowie in Forschung und Entwicklung geschlossen worden.
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Northern Europe und Vindr Estland vereinbaren Erneuerbare-Energien-Lieferung für Wasserstoffproduktion. © Northern Europe Energy Groupe AS (Nord)
(Estland) Das nordisch-baltische Energieunternehmen Northern Europe Energy Group AS (Nord) und Vindr Estland haben die langfristige Bereitstellung erneuerbarer Energien für eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff und eine mögliche Errichtung eines Rechenzentrums in Estland vereinbart. Dies sei ein wichtiger Schritt für einige der größten Projekte der erneuerbaren Industrie in Estland, darunter ein „Hyperscale“-Rechenzentrum Power-to-X-Anlagen für eSAF und grünes Ammoniak in Urissaare in der Gemeinde Häädemeeste in Pärnumaa nahe der lettischen Grenze. Die Pläne sehen Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro vor. Northern Europe Energy entwickelt Power-to-X-Projekte, Wasserstoffproduktion, Batteriespeichersysteme (BESS), Rechenzentren und zugehörige Infrastruktur. Das Häädemeeme-Projekt sei für Northern „ein wichtiges Investitionsprojekt von strategischer regionaler Bedeutung“. Vindr entwickelt erneuerbare Energieprojekte in Norwegen, Schweden, Estland und Lettland, darunter ein Portfolio von Windenergieprojekten an Land mit einer jährlichen Produktion von kumuliert 1.500 Gigawattstunden.
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Sunfire baut Elektrolyse-Testanlage am BASF-Standort Schwarzheide. © BASF Infra Service & Solutions Lausitz GmbH
(Deutschland) Das Dresdner Unternehmen Sunfire wird im Industriepark Lausitz in Schwarzheide eine Testanlage zur weiteren Validierung seiner Hochtemperatur Elektrolyse-Technologie (SOEC) errichten. Auftraggeber ist der Chemiekonzern BASF. Die Inbetriebnahme ist für Ende dieses Jahres geplant. Ziel sei es, weitere Praxiserfahrungen für den Einsatz in industriellen Großprojekten zu gewinnen. „Die Testanlage stärkt die industrielle Wertschöpfung in der Region und unseren Industriestandort“, sagt Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Infra Service & Solutions Lausitz GmbH. Damit gewinne man „wertvolle Erkenntnisse aus dem realen Industrie-Umfeld“, sagt Sunfire-CTO Christian von Olshausen. „Die gute Infrastruktur, die verfügbaren Flächen und die industrielle Expertise vor Ort ermöglichen praxisnahe Langzeittests in industrieller Skalierung.“ Die SOEC-Technologie nutzt hohe Betriebstemperaturen von rund 850 Grad Celsius und erreicht Wirkungsgrade von bis zu 89 Prozent. Dadurch ermöglichten die SOEC-Elektrolyseure „besonders niedrige Wasserstoffgestehungskosten“ (LCOH). BASF beschäftigt im Industrieparks Lausitz in Schwarzheide mehr als 900 Mitarbeiter.
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Ein Konsortium aus Northern Europe, Infinergies Finland und Raahen Satama untersuchen die mögliche Entwicklung von Power-to-X-Anlagen im Hafen von Raahen. © Northern Energy Group
(Finnland) Raahen Satama Oy, Northern Europe Energy Group AS und Infinergies Finland Oy wollen gemeinsam „die Entwicklung groß angelegter“ Power-to-X-Anlagen und verwandter Industrieprojekte im Hafen von Raahe prüfen. Die Parteien erkunden die technische, wirtschaftliche und ökologische Machbarkeit, den Zugang zu ausgewiesenen Landflächen und die Zusammenarbeit mit lokalen Interessengruppen sowie Projektkonzepte mit Fokus auf skalierbare und kommerziell tragfähige Power-to-X-Lösungen. „Dies ist der erste Schritt zur Entwicklung des neuen Deep Port-Gebiets als grüne Industriezone“ sagt Raahen-CEO Seppo Vehkaoja. Der Hafen von Raahe und die Stadt Raahe unterstützten dieses strategische Abkommen nachdrücklich. Es sei entscheidend, in Zukunft „gut funktionierende Seetransporte zu sichern“. Der Frachthafen, verwaltet vom städtischen Unternehmen Raahen Satama Oy, besteht aus drei Bereichen, darunter der ganzjährig zugängliche Tiefwasserhafen. Es werden unter anderem verarbeitete Güter, Stahl, Holz und Windturbinenkomponenten mit etwa 600 Schiffsanläufen pro Jahr umgeschlagen.
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Hyundai spendet FC-SUV und Tankinfrastruktur (v.l.): Ángel Cabrera (Präsident des Georgia Institute of Technology) und Ken Ramírez (Executive Vice President bei der Hyundai Motor Group). © Hyundai Motor Group
(USA) Hyundai Motor North America spendet dem Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) in Atlanta vier „Nexo“-Brennstoffzellen-SUV, die Hyundai Motor Group zudem einen Elektrolyseur nebst Tankstelle. Die Fahrzeuge und die Infrastruktur werden den Campusbetrieb und die interdisziplinäre Forschung unterstützen. Schwerpunkte sind unter anderem Erforschung von wasserstoffbasierten Systemen und Mobilitätslösungen, deren Leistungsfähigkeit, Integration von Brennstoffzellen in die bestehende Infrastruktur sowie Bewertung der regulatorischen und sozialen Auswirkungen der Einführung von Wasserstoff. Das Institut bietet 57.000 Stunden aus 146 Ländern Studiengänge unter anderem in den Bereichen Wirtschaft, Informatik, Design, Ingenieurwesen, Geistes- und Naturwissenschaften. Georgia ist Standort der Hyundai Motor Group Metaplant America (HMGMA) und Drehscheibe für emissionsfreien Transport durch HTWO Logistics, die Hyundais Xcient-Brennstoffzellen-Schwerlast-Lkw im Logistikbetrieb in der Nähe von Savannah einsetzt. „Durch die Kombination der exzellenten Forschung der Universität mit der globalen Erfahrung von Hyundai schaffen wir die Grundlage für praxisnahe Lösungen, die die Energiewende vorantreiben und zukünftige Führungskräfte im Bereich Mobilität inspirieren werden“, sagt Ken Ramírez, Executive Vice President und Leiter des Geschäftsbereichs Global Energy and Hydrogen bei der Hyundai Motor Group. Er ist selber Absolvent der Georgia Tech und derzeit Mitglied des Hochschulbeirats.
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(Japan) Medienberichten zufolge haben der Autobauer Suzuki und der österreichische Zulieferer AVL einen Prototyp des Modells „Swift“ mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor entwickelt. Das Fahrzeug basiert auf dem herkömmlichen Swift und nutze einen modifizierten 1,4-Liter-Vierzylinder. Anders als bei Modellen von Toyota oder Hyundai, die auf Brennstoffzellen setzen, werde der Wasserstoff beim Suzuki als Kraftstoff direkt in den Zylinder gespritzt und verbrannt. Damit bleibe die mechanische Antriebsbasis der Benziner erhalten.
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iStock / © Danil Melekhin



