(Spanien) – Das Joint Venture „HyDeal España“ hat Details seiner Pläne veröffentlicht, in Spanien mittels Solarstrom in industriellem Maßstab grünen Wasserstoff zu produzieren und zu vermarkten. Zu den Ankerinvestoren gehören der Stahlkonzern ArcelorMittal SA, der Ferngasnetzbetreiber Enagás SA, der Düngemittelhersteller Fertiberia SA und der Projektentwickler DH2 Energy.

Die Gründung des Joint Ventures erfolgte nach Abschluss einer einjährigen Machbarkeitsstudie bereits im November 2021. Das Konsortium will nun bis 2030 Solarkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 9,5 Gigawatt installieren, deren Ertrag Elektrolyseure mit einer Leistung von 7,4 Gigawatt antreibt. Die Produktion soll schon im Jahr 2025 anlaufen.

Kohlenstoffarmer Stahl, Ammoniak und Dünger

Elektrolyseure in Nordspanien sollen den Angaben zufolge einen Industriekomplex in Asturien mit dem Energieträger beliefern. Über einen Zeitraum von 20 Jahren dienen dann 6,6 Millionen Tonnen erneuerbarer Wasserstoff der Herstellung kohlenstoffarmen Stahls, grünen Ammoniaks, Dünger und anderen Produkten. HyDeal España will überdies das Äquivalent von fünf Prozent der spanischen Erdgasimporte substituieren.

„HyDeal España ist die erste konkrete Umsetzung des im Februar 2021 angekündigten Vorhabens, grünen Wasserstoff für 1,50 Euro pro Kilogramm herzustellen“, sagt Thierry Lepercq, Vorstand des Gemeinschaftsunternehmens. Er hoffe, bis zum Sommer eine Finanzierung abschließen zu können, um die Kosten für den Bau von Solarparks, Elektrolyseuren und der Pipeline für die erste Phase des Projekts zu decken.

ArcelorMittal: CO2-Emissionen in Spanien halbieren

Laut José Manuel Arias, Vorstandschef von ArcelorMittal Spain, will das Unternehmen bis 2030 seine CO2-Emissionen in dem Land halbieren. Europaweit soll der Kohlendioxidausstoß des Stahlkonzerns bis dahin um 30 Prozent sinken. ArcelorMittal investiert eigenen Angaben zufolge eine Milliarde Euro für die Produktion von direktreduziertem Eisenerz (DRI) mittels grünen Wasserstoffs in seinem Werk im nordspanischen Gijón (Asturias) sowie in einen neuen Hybrid-Elektrolichtbogenofen. Das Eisen wird im weiter östlich gelegenen Stahlwerk im baskischen Sestao bei Bilbao zu emissionsfreiem Flachstahl verarbeitet.

In Deutschland sollen DRI-Anlagen in Kombination mit einem Elektrolichtbogenofen in den Werken Hamburg, Bremen und Eisenhüttenstadt die Stahlproduktion dominieren. Koks werde zunächst durch Erdgas und dieses später durch Wasserstoff ersetzt. Unter Einsatz von grünem Wasserstoff könnten bis zu 3,5 Millionen Tonnen Stahl mit deutlich weniger CO2-Emissionen erzeugt werden, erklärte das Unternehmen im März vergangenen Jahres.

Fertiberia setzt auf Dünger aus grünem Ammoniak

Fertiberia will nach Angaben seines Geschäftsführers Javier Goñi „in eine hochmoderne, hochflexible grüne Ammoniakanlage investieren, um den Bedarf unseres Düngemittelstandorts Avilés zu decken“. Die vier großen Industriestandorte der Gruppe in Spanien seien durch HyDeal España in Projekte zum Ersatz von Ammoniak aus fossilen Brennstoffen durch grünes Ammoniak in ihren Produktionsprozessen eingebunden.

Enagás will sein „umfassenden Know-hows im Bereich des Energienetzmanagements und der Wasserstofftechnologie“ einbringen. „Wir sind an mehr als 30 Projekten im Zusammenhang mit Wasserstoff beteiligt, die über das gesamte spanische Staatsgebiet verteilt sind, und HyDeal España ist eines der wichtigsten“, betont Geschäftsführer Marcelino Oreja.

Philippe Esposito, Präsident von DH2 Energy, ist überzeugt, dass „grüner Wasserstoff Spanien und seine Industrie mittelfristig zu einem Hauptakteur im Konzert der Energieerzeuger der Welt“ mache. Man werde die Industrie des Landes „in einem sehr günstigen Wettbewerbsumfeld positionieren“.

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https://corporate.arcelormittal.com/media/news-articles/hydeal-espana-the-world-s-largest-integrated-renewable-and-competitive-hydrogen-hub

Foto
Künftig etwas grüner: Walzanlage von ArcelorMittal in Sestao. © ArcelorMittal