(Freiburg / Deutschland) – Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat eigenen Angaben zufolge ein besonders energiesparendes Syntheseverfahren zur Herstellung von Dimethylether (DME) entwickelt. Das umweltfreundliche und ungiftige Gas sei ein „aussichtsreicher Energieträger für Wasserstoff“, so die Wissenschaftler. Im internationalen Projekt „Power-to-MEDME“ wurde die gesamte Prozesskette für eine großskalige Produktion von Methanol und DME in Chile erforscht.
Produktionsprozess vereinfacht
DME werde als Treibgas in Deodorants, aber auch als Lösungs- und Kühlmittel eingesetzt. Die Herstellung erfolge aktuell über ein aufwändiges und energieintensives Verfahren, was die Gesamteffizienz der Umwandlung von erneuerbarer Energie in DME reduziere. Die Wasserstoffspeicherkapazität von DME liege 47 Prozent höher als bei dem bisher meistens verwendeten Ammoniak. Es sei damit „ein idealer Kandidat für den Import“, sagt Elias Frei, Bereichsleiter Wasserstoff am Fraunhofer ISE.
Die Wissenschaftler haben in ihrem neu entwickelten „INDIGO“ genannten Verfahren „den Produktionsprozess enorm vereinfacht“. Dies steigere die Effizienz und senke die Kosten gegenüber dem konventionellen DME-Syntheseverfahren um mehr als ein Viertel. Der Energiebedarf sei geringer und als energiearmes Verfahren sei es insbesondere für abgelegene Regionen geeignet. Im Importland könne DME dann zu Wasserstoff zurückgespalten werden.
DME-Produktion in Chile geplant
Das Forschungsprojekt Power-to-MEDME will mit Hilfe des neuen Verfahrens die Ressourcen Chiles für die Produktion CO2-neutraler Energieträger erschließen. Großes Potenzial für den Aufbau einer großskaligen Produktion grüner Wasserstoffderivaten weise die Region Antofagasta im Norden des Landes auf, die heute bereits so hohe Überschüsse an Solarstrom (aus Photovoltaik und konzentrierender Solarthermie) produziert, dass dessen Netzeinspeisung gedrosselt werden muss.
Das Institut wolle nun gemeinsam mit der Industrie neue DME-Anwendungen und Marktentwicklungen vorantreiben, die durch die aktuellen Forschungsergebnisse ermöglicht würden. „Der nächste Schritt ist die Errichtung einer Pilotanlage zur Produktion von grünem Methanol und DME im Megawatt-Bereich“, so die ISE-Wissenschaftler.
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Die Region Antofagasta im Norden Chiles produziert hohe Überschüsse an Solarstrom – etwa mittels konzentrierender Solarthermie. Damit ergibt sich dort ein hohes Potenzial für den Aufbau einer großskaligen Produktion grüner Wasserstoffderivaten. © Fraunhofer CSET




