(Oldenburg / Deutschland) – Der deutsche Energiekonzern EWE AG und die österreichische Verbund AG wollen in der Wesermarsch einen Wasserstoff-Hub entwickeln. Kern ist ein Elektrolyseur mit einer Leistung von bis zu 500 Megawatt und einer geplanten Produktionskapazität von rund 50.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr. Durch die Kombination aus Erzeugung, Speicherung und Netzanbindung entstehe ein Projekt „mit hoher strategischer Bedeutung für den Wasserstoffhochlauf in Deutschland und Europa“, so die Unternehmen.

Das einstigen Kernkraftwerk Unterweser im niedersächsischen Landkreis Wesermarsch ging 1978 in Betrieb und wurde 2011 abgeschaltet. Der nukleare Rückbau soll bis 2032 abgeschlossen sein – dann will nahebei das deutsch-österreichische Joint Venture grünen Wasserstoff herstellen. Das Bild zeigt das Ausheben eines der vier jeweils 19 Meter hohen und jeweils knapp 300 Tonnen schweren Dampferzeuger im Mai 2025. © Preussen Elektra GmbH
Träger des Projekts „CHC Elektrolyse Jade Weser“ wird ein eigenständiges Joint Venture der EWE Hydrogen GmbH und der Verbund Green Hydrogen GmbH. „CHC“ steht für das von der EU geförderte und in mehreren Teilabschnitte durchzuführende EWE-Großvorhaben „Clean Hydrogen Coastline“. Die angekündigte Anlage neben dem ehemaligen AKW Unterweser soll an das künftige Kernnetz angebunden werden und könnte voraussichtlich ab 2032 in Betrieb gehen. Damit und mit der perspektivischen Einbindung in künftige europäische Wasserstoff-Korridore leiste das Vorhaben „einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Integration europäischer Energiemärkte“, stärke „die europäische Autarkie“ und reduziere langfristig die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Man schaffe „die Grundlage für die Umsetzung eines der strategisch wichtigsten Wasserstoffprojekte in Norddeutschland“, sagt Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG. Für einen erfolgreichen Markthochlauf seien aber weiterhin „regulatorische Anpassungen“ notwendig, etwa bei den RFNBO-Vorgaben der EU.
Flächen sind langfristig gesichert
Die besondere Stärke des Projekts liege den Angaben zufolge in seiner Standort- und Infrastrukturqualität. Prädestinierte Flächen im südlichen Stadtgebiet von Nordenham in der Wesermarsch seien langfristig gesichert. In unmittelbarer Nähe befinde sich ein 380-Kilovolt-Netzanschluss mit „Ausbauperspektive bis in den Gigawattbereich“. Hinzu kämen eine gesicherte Wasserverfügbarkeit, bestehende Industrieinfrastruktur sowie die Nähe zu wichtigen Industrie-, Mobilitäts- und Importkorridoren, wie etwa der künftigen Autobahn A20.
Von Vorteil sei zudem der Zugang zu Wasserstoff-Kavernenspeichern und die unmittelbare Nähe zu entsprechenden Speicherinfrastrukturen, welche EWE derzeit in Huntorf aufbaut (mehr dazu). Gemeinsam verfügen die Joint-Venture-Partner eigenen Angaben zufolge aktuell über Wasserstoffprojekte mit einer Leistung von rund 400 Megawatt, die sich in Umsetzung oder bereits im Betrieb befinden.
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Visualisierung: Die EWE Hydrogen GmbH und die Verbund Green Hydrogen GmbH wollen in Norddeutschland mit einem 500 Megawatt leistenden Elektrolyseur im Rahmen des Joint Ventures „CHC Elektrolyse Jade Weser“ jährlich 50.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. © Verbund Green Hydrogen GmbH



