(Emden / Deutschland) – Das Energieunternehmen EWE AG hat den Industriedienstleister Bilfinger mit Stahlbau, Rohrleitungs- sowie Komponentenmontage für eine 320-Megawatt-Wasserstoff-Erzeugungsanlage in Emden beauftragt. Dazu gehörten die Detailplanung, Lieferung, Installation und Inbetriebnahme zentraler „Balance-of-Plant“-Anlagenkomponenten rund um die eigentliche Elektrolyse. Hinzu kämen unter anderem mehrere Kilometer Rohrleitungssysteme, die die verschiedenen Anlagenteile miteinander verbinden, sowie die Integration technischer Nebenanlagen. Der Auftrag zähle zu den größten im Gesamtprojekt und sei das „letzte wesentliche Vergabepaket“ nach Elektrolyse, Verdichter und Bauleistungen, heißt es bei EWE.

Baustelle in Emden: Der Elektrolyseur soll grünen Wasserstoff für industrielle Abnehmer liefern. Eine Arbeitsgemeinschaft von Bauunternehmen verantwortet die Hoch- und Tiefbauarbeiten. © EWE / Ludwig Freytag

Der Elektrolyseur soll früheren Angaben zufolge Ende des Jahres 2027 den ersten grünen Wasserstoff für industrielle Abnehmer liefern. Mit den Arbeiten hatte EWE schon im vergangenen Jahr begonnen. Eine Konsortium der Bauunternehmen Ludwig Freytag, Gebrüder Neumann und MBN verantwortet Hoch- und Tiefbau.

Mit der Vergabe seien nun „die wesentlichen Kosten- und Planungsparameter für die Anlage definiert“. Es gebe „eine belastbare Grundlage“ und man könne darauf aufbauend langfristige Abnahmeverträge für grünen Wasserstoff anbieten, sagt Tobias Moldenhauer, Geschäftsführer der EWE Hydrogen GmbH.

Markthochlauf braucht verlässlichen Rahmen

Mit der Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis zur Lieferung entstehe in Niedersachsen ein integriertes System für den Bedarf der Industrie nach klimaneutralen Energieträgern. Dennoch bleibe der Markthochlauf auf verlässliche politische Rahmenbedingungen angewiesen: „Damit diese Investitionen verstetigt werden können, braucht es stabile Marktmechanismen, Planungssicherheit und pragmatische regulatorische Vorgaben, insbesondere auf europäischer Ebene“, so Tobias Moldenhauer.

Die Wasserstofferzeugung in Emden ist Teil des Vorhabens „Clean Hydrogen Coastline“. Es wird im Rahmen des europäischen IPCEI-Programms (Important Project of Common European Interest) gefördert und von der Europäischen Union, vom Bund und dem Land Niedersachsen unterstützt.

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So soll die 320-Megawatt-Wasserstoff-Erzeugungsanlage von EWE in Emden nach Fertigstellung aussehen. © EWE AG