(Johannesburg / Südafrika) – Die südafrikanische Sasol Ltd. und und die dänische Topsoe A/S beenden ihr Zaffra BV genanntes Joint Venture. Das gemeinsame Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden wurde 2023 gegründet, um mit Sasols Fischer-Tropsch-Verfahren und Topsoes Technologien nachhaltige Flugkraftstoffe (eSAF) herzustellen. Offiziell heißt es, die Firmen wollten „die Organisationsstruktur ihrer Partnerschaft für die nächste Phase der Marktentwicklung neu ausrichten“. 

Weitere Zusammenarbeit geplant

Der Plan, sich „auf eine geordnete Ablösung von Zaffra vorzubereiten“, sei eine „organisatorische Entscheidung“. Man bekenne sich weiterhin zur Sasol-Topsoe-Partnerschaft und zur SAF-Initiative, sagt Simon Baloyi, Präsident und CEO von Sasol. „Zaffra hat dazu beigetragen, ein wichtiges Fundament für diesen Markt zu schaffen.“ Da sich der SAF-Markt weiterentwickele, sei „es wichtig“, dass sich auch das partnerschaftliche Modell mit ihm weiterentwickele, sagt Elena Scaltritti, Topsoe-Präsidentin und seit 1. Juni neue CEO des Unternehmens. „Wir werden die Organisationsstruktur für ausgewählte Projekte und Prioritätsinitiativen anpassen, um die Partnerschaft in die nächste Entwicklungsphase zu führen.“ Der geplante Abwicklungsprozess werde „diszipliniert und geordnet“ durchgeführt. Sasol und Topsoe würden mit Zaffras Kunden, Partnern der Wertschöpfungskette, Mitarbeitern und anderen Interessengruppen zusammenarbeiten, „um wichtige Beziehungen zu schützen, Unsicherheiten zu verringern und die Kontinuität während des Übergangs zu unterstützen“. Konkrete Daten, Pläne oder Einzelheiten zur Zaffra-Abwicklung wurden nicht genannt.

Zaffra-CEO Jan Toschka und MB Energy-CEO Jonathan Perkins am 10. Juni bei der Unterzeichnung eines Abkommens zur Untersuchung des europäischen Marktes für eSAF. © MB Energy Group

Noch Mitte Juni hatten Zaffra und die Hamburger MB Energy Gruppe erklärt, man wolle die europaweite Kommerzialisierung und Marktentwicklung von eSAF untersuchen. MB Energy sei ein potenzieller Abnehmer für Zaffras globalem Portfolio. Der anfängliche Schwerpunkt der Zusammenarbeit sollte auf „Brandenburg eSAF“ liegen. Dazu gründeten Zaffra und der Energieversorger Enertrag SE das Joint Venture Concrete Chemicals GmbH, das in der PCK-Raffinerie Schwedt „Deutschlands größte eSAF-Produktionsstätte“ mit einer Jahresproduktion von 30.000 Tonnen aufbauen sollte. Im Januar hatte man dafür die Zusage von Fördermitteln in Höhe von 350 Millionen Euro verkündet. Die Investitionsentscheidung war für 2027 geplant, die Inbetriebnahme für 2030 (wir berichteten).

Über die Zukunft dieses Vorhabens wurde ebenso wenig bekannt wie über die Zukunft der Zusammenarbeit mit der spanischen Moeve S.A. Zaffra und Moeve hatte im Juli 2025 vereinbart, in Spanien die Möglichkeiten einer eSAF-Produktion zu prüfen. Der Energie- und Chemiekonzern, im Besitz des Abu Dhabi-Fonds Mubadala sowie der US-amerikanischen Private-Equity-Firma Carlyle Group (CG. O), hatte 2024 seinen vormaligen Namen „Cepsa“ (Compañía Española de Petróleos S.A.U.) geändert und seit 2022 große Teile seiner Ölproduktion sowie Geschäftsaktivitäten in Abu Dhabi und Südamerika verkauft, um sich zunehmend nachhaltiger Energie und Wasserstoff zu widmen (wir berichteten).

Der Chemie- und Erdölkonzern Sasol und der unter anderem im Kraftstoffsegment und Hochtemperaturelektrolyse tätige Technologieanbieter Topsoe arbeiten seit mehr als 30 Jahren zusammen. Daran solle sich durch das Zaffra-Aus nichts ändern, heißt es unisono. Über eine 2019 getroffene Rahmenvereinbarung (Single Point Licensor, SPL) würden die Unternehmen „weiterhin integrierte Technologielösungen für Kunden anbieten“.

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Sasol-Zentrale in Sandton, Südafrika. © Sasol Ltd.