(Vordingborg / Dänemark) – Die Plug Power Inc. und der Entwickler von Power-to-X-Anlagen Arcadia eFuels ApS haben einen Vertrag zur Lieferung von „GenEco“-Elektrolyseuren mit einer Leistung von 280 Megawatt (MW) unterzeichnet. Die Technik soll in der „Endor“ genannte neuen Fabrik für synthetische Kraftstoffe (eSAF) eingesetzt werden.

Rendering der Endor-Anlagen im Hafen von Vordingborg an der dänischen Südküste. An dem Vorhaben ist Hitachi Energy als Consulting-Partner beteiligt. © Hitachi Energy

Das Projekt von Arcadia eFuels und befindet sich an der dänischen Küste, etwa 100 Kilometer südlich von Kopenhagen, im Hafen von Vordingborg. Dort steht auch die Europa-Zentrale des texanischen Unternehmens. Nach der Fertigstellung werde Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt, um täglich rund 110 Tonnen grünen Wasserstoff zu produzieren. Arcadia eFuels werde den Energieträger mit abgeschiedenem Kohlendioxid kombinieren, um Treibstoff für Flugzeuge herzustellen.

Die strategische Partnerschaft umfasse auch weitere eSAF-Projekte mit einer potenziellen Elektrolyseurleistung von kumuliert mehr als einem Gigawatt. „Die Unterzeichnung des Endor-Vertrages zusammen mit einer strategischen Kooperationsvereinbarung positioniert Plug nicht nur als Elektrolyseur-Lieferanten für das Vorzeigeprojekt, sondern auch als deren bevorzugten Partner für eine ganze Reihe von eSAF-Entwicklungen in Europa und Nord- und Südamerika“, sagt José Luis Crespo, Präsident und Chief Executive Officer von Plug. Europa bleibe „unser aktivster Markt für Elektrolyseure“ und eSAF sei eines „der am schnellsten wachsenden Nachfragesegmente“. 

EU schafft Quoten für nachhaltigen Flugtreibstoff

Die ReFuelEU-Aviation-Verordnung der EU sieht vor, dass künftig herkömmlichen Flugtreibstoffen zunehmende Quoten an nachhaltigem Kraftstoff an europäischen Flughäfen beigemischt werden müssen. „Nachhaltiger Flugkraftstoff aus erneuerbarem Wasserstoff und abgeschiedenem CO2 ist der Schlüssel, um die Dekarbonisierungsziele der Luftfahrt zu erreichen“, sagt Amy Hebert, Geschäftsführerin von Arcadia eFuels.

Die Unterzeichnung des Liefervertrages zwischen Uniper und Arcadia in Düsseldorf (v.l.): Anette Galskjøt (Generalkonsulin Dänemarks), Michael Lewis (CEO Uniper), Amy Hebert (CEO Arcadia eFuels), Mona Neubaur (Wirtschaftsministerin Nordrhein-Westfalen). © Uniper SE / Mark Hermenau

Nur wenige Tage zuvor hatten Uniper SE und Arcadia eFuels eine Abnahmevereinbarung für synthetischen Kraftstoff unterzeichnet. Demnach ordert der Düsseldorfer Energiekonzern jährlich 40.000 Tonnen eSAF aus dem Endor-Projekt. Dies schaffe für Arcadia „die notwendige Planungssicherheit, um den Bau und die Inbetriebnahme“ voranzutreiben. Das vertraglich vereinbarte Volumen entspreche dem Bedarf von rund 1.000 Flügen zwischen Düsseldorf und Abu Dhabi pro Jahr.

Die Plug-Lieferungen sollen beginnen, sobald das Projekt freigegeben sei. Auch der Lieferbeginn an Uniper hänge unter anderem von der Endor-Fertigstellung ab. Den Angaben zufolge nähere sich das Projekt einer endgültigen Investitionsentscheidung. Danach solle die Anlage „Anfang der 2030er-Jahre“ den Betrieb aufnehmen.

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Im Mai 2024 schloss Arcadia eFuels offiziell die FEED-Studie für Endor ab. Schon seit November 2022 arbeitete das Team daran mit Technip Energies und Hitachi Energy. Auch Plug Power und Veolia, das Wasseraufbereitungslösungen bereitstellt, waren zu der Zeit schon mit im Boot, ebenso Topsoe und Sasol. © Arcadia eFuels